Vertrauliche Spurensicherung im Kreis Soest nach sexualisierter Gewalt

Viele Betroffene von sexualisierter Gewalt haben das Gefühl neben sich zu stehen und empfinden Gefühle wie Scham und Angst als überwältigend. Das ist eine völlig normale Reaktion! Mit der vertraulichen Spurensicherung (VSS) können Sie sich medizinisch helfen lassen und Beweise sichern. Die Entscheidung zu einer Anzeige bei der Polizei kann so ohne zeitlichen Druck getroffen werden.

Sie entscheiden selbst, ob und wann Sie eine Anzeige bei der Polizei erstatten möchten.

Vertrauliche Spurensicherung heißt

  • Sie bekommen Unterstützung
  • Sofortige medizinische Versorgung
  • Beweissicherung ohne Polizei
  • Aufbewahrung von Spuren an einem sicheren Ort
  • Entscheidung über eine Anzeige ohne zeitlichen Druck

Sie ist immer kostenfrei. Es ist allein Ihre Entscheidung! Sie entscheiden welchen Weg Sie gehen! Wichtig ist, dass Ihre Gesundheit und Ihr Wohlergehen an erster Stelle stehen. Zögern Sie deshalb nicht in ein Krankenhaus zu fahren und sich ärztlich versorgen zu lassen.

Sexualisierte Gewalt kann auch ohne Eindringen in den Körper Spuren hinterlassen. Alle sexuellen Handlungen gegen Ihren Willen sind sexualisierte Gewalt, auch wenn Sie sich nicht körperlich gewehrt haben und auch wenn es dabei nicht zur körperlichen Gewalt gekommen ist.

Für eine strafrechtliche Verfolgung ist eine gerichtsfeste Spurensicherung nicht zwingend erforderlich, aber vor Gericht von großer Bedeutung. Egal ob Sie sich für oder vorerst gegen eine Anzeige entscheiden, ist es wichtig, die Spuren sichern zu lassen.

  • Sie sollten nach einem sexuellen Übergriff möglichst die Kleidung nicht wechseln und nicht duschen.
     
  • Wenden Sie sich so schnell wie möglich nach einem sexuellen Übergriff an ein Krankenhaus in Ihrer Nähe und nehmen Sie wenn Sie möchten eine Vertrauensperson mit. Eine Liste der Krankenhäuser in ihrer Nähe finden sie unten auf dieser Seite oder überregional im Opferschutzportal NRW
     
  • Ärzte und Ärztinnen unterliegen der Schweigepflicht und dürfen nicht ohne Ihr Einverständnis die Polizei rufen und eine Anzeige gegen Ihren Willen erstatten.
     
  • Im Krankenhaus werden Sie medizinisch versorgt. Die Spuren werden dokumentiert und mit einem speziellen Set gesichert.
     
  • Jede Untersuchung wird mit Ihnen abgesprochen.
     
  • Im Krankenhaus können mögliche Folgen des Übergriffs (Ansteckung mit HIV oder anderen Krankheiten, Schwangerschaft und die Einnahme von nachträglichen Verhütungsmitteln) besprochen werden.
     
  • Die Box mit den gesicherten Spuren wird mit einem Code versehen und in ein Rechtsmedizinisches Institut geschickt.

Die Mitarbeitenden im Krankenhaus können den Kontakt zu einer Fachberatungsstelle herstellen. Hier können Sie sich bezüglich Ihrer Handlungsmöglichkeiten beraten lassen und bei Bedarf über das Erlebte sprechen.

Wenn Sie sich später für eine Strafanzeige entscheiden, gibt das Rechtsmedizinische Institut die Spuren an die Polizei heraus. Erzählen Sie der Polizei dann von den gelagerten Spuren!

  • Wenn Sie sicher sind, dass Sie direkt eine Anzeige erstatten möchten, bitten Sie die Ärztin oder den Arzt um die Kontaktaufnahme mit der Polizei, die dann alle erforderlichen Schritte einleiten. 
     
  • Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt keine Anzeige erstatten möchten oder noch unschlüssig sind, dann können Sie sich für eine vertrauliche Spurensicherung entscheiden.
     
  • Egal, welche Entscheidung Sie treffen: Verletzungen sind äußerlich nicht immer sichtbar. Wir empfehlen immer die medizinische Versorgung.
     
  • Außerdem können Sie sich auch beraten lassen zu Themen wie ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Infektionen (STI).
     
  •  Die Untersuchung ist vertraulich, freiwillig und kostenlos.

Anlaufstellen

Nach einer sexualisierten Gewalttat kann im Krankenhaus eine vertrauliche Spurensicherung durchgeführt werden. Das umfasst die medizinische Untersuchung und gegebenenfalls Behandlung, die rechtswirksame Spurensicherung und die Weiterleitung an spezialisierte Fachberatungsstellen. In folgenden Krankenhäusern können sie sich medizinisch versorgen und die Spuren vertraulich sichern lassen.

Frauen

Klinikum Lippstadt 
gemeinnützige GmbH
Wiedenbrücker Straße 33
59555 Lippstadt
Telefon: 02941 670
Zur Website

Frauen und Kinder

Klinikum Lippstadt 
gemeinnützige GmbH
Wiedenbrücker Straße 33
59555 Lippstadt
Telefon: 02941 670
Zur Website

In Planung

Weitere Angebote im Christlichen Klinikum Soest - West - und in Lippstadt sind in Planung.

Karte mit Anlaufstellen

Fachberatungsstellen

Falls Sie sich gegen eine vertrauliche Spurensicherung entscheiden, können Sie sich alternativ auch an die Mitarbeiterinnen der Fachberatungsstellen im Kreis Soest wenden. Diese bieten unabhängig von der Spurensicherung Unterstützung nach sexualisierter Gewalt an – auch wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich um sexualisierte Gewalt handelt oder der Übergriff schon länger zurück liegt.

Bitte nehmen Sie vor einem Besuch per Telefon oder per Mail Kontakt mit der Beratungsstelle auf. 

Frauenberatung Soest
Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt
Feldmühlenweg 15
59494 Soest
Telefon: 02921 3494177
E-Mail: info@​frauenberatung-soest.de
www.frauenberatung-soest.de

Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt
an Kindern und Jugendlichen
Der Kinderschutzbund
Kreisverband Soest e.V.
Nöttenstraße 32
59494 Soest
Telefon: 02921 6721856
E-Mail: info@​ksb-fachberatungsstelle.de
www.ksb-fachberatungsstelle.de

Fachstelle für Kinderschutz, Prävention und Intervention
Steinstraße 9
59557 Lippstadt
Telefon: 02941 5038 oder 02941 5038
E-Mail: kip@​caritas-soest.de
www.caritas-soest.de

Presse

Projektverantwortung

Abteilung Gesundheit des Kreises Soest in Zusammenarbeit mit der Frauenberatung Soest.

Kreisgesundheitsamt
Frau Dr. Neufeld (Ärztliche Leitung)
E-Mail: neufeld@​kreis-soest.de

Frauenberatung Soest
Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt
E-Mail: info@​frauenberatung-soest.de
www.frauenberatung-soest.de

 

Förderung