KIM basiert auf einem sicheren E-Mail-Verfahren. Das System ermöglicht es medizinischen Einrichtungen, kritische Informationen wie Arztbriefe, Befunde oder Medikationspläne auf direktem Wege digital auszutauschen.
Das Gesundheitsamt des Kreises Soest hat diese zukunftsweisende Technologie nun aktiv in ihre Prozesse integriert und vier KIM-Postfächer eingerichtet. So wird die sichere Kommunikation mit Krankenhäusern, Arztpraxen, Apotheken und anderen Leistungserbringern optimiert. Die Einrichtungen wurden bereits über den neuen Kommunikationsweg informiert.
„Die Implementierung von KIM ist ein gutes Beispiel dafür, wie digitale Infrastruktur schnellere und sichere Kommunikation ermöglichen kann“, sagt die ärztliche Leiterin Dr. Margitta Neufeld. Mithilfe von KIM könne das Kreis-Gesundheitsamt die digitale Zukunft des Gesundheitswesens aktiv mitgestalten und die Qualität der öffentlichen Gesundheitsversorgung kontinuierlich verbessern. „Durch den Einsatz von KIM werden nicht nur Verwaltungsabläufe beschleunigt, sondern vor allem die Sicherheit sensibler Patientendaten gewährleistet und die Zusammenarbeit aller Akteure im Gesundheitssystem gestärkt“, betont Margitta Neufeld.
Für die Einführung von KIM erhält das Gesundheitsamt Fördergelder aus dem EU-Konjunkturpaket „NextGenerationEU“ im Rahmen des Pakts für den öffentlichen Gesundheitsdienst.
Hintergrund: Kommunikation im Medizinwesen (KIM)
Der Dienst „Kommunikation im Medizinwesen“ (KIM) basiert auf einem sicheren E-Mail-Verfahren und ist der einheitliche Standard für die elektronische Übermittlung medizinischer Dokumente. Er sorgt für den abgesicherten Austausch von sensiblen Informationen wie Befunden, Bescheiden, Abrechnungen oder Röntgenbildern über die Telematikinfrastruktur (TI) zwischen Ärzten bzw. mit medizinischen Einrichtungen. Durch KIM wird jede Nachricht und jedes Dokument verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Diese sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt Nachrichten vor dem Zugriff unbefugter Mitleser sowie vor Fälschung oder Manipulation. Nur registrierte Nutzerinnen und Nutzer können KIM-Nachrichten empfangen. Der oder die Empfänger können zudem stets sicher sein, dass die Nachricht auch tatsächlich vom angegebenen Versender stammt. Die Identität aller TI-Teilnehmer ist bestätigt und im Verzeichnisdienst der Telematikinfrastruktur hinterlegt – einer Art zentralem Adressbuch für das Gesundheitswesen. Weitere Informationen hierzu gibt es auf der Internetseite der Bundesärztekammer unter www.bundesaerztekammer.de (in der Suche „KIM“ eingeben).
