Gesundheitsamt informiert zum Thema Organspende

Mehrere Aktionen geplant – Start am 2. Juni mit kostenloser Filmvorführung

Organspende kann Leben retten – und doch fällt vielen die Entscheidung darüber schwer. In Deutschland warten jährlich tausende Patientinnen und Patienten auf ein lebensrettendes Organ. Mit einer Organspende kann jede und jeder einen entscheidenden Unterschied machen und Menschen die Chance auf ein neues Leben schenken. Daran erinnert das Gesundheitsamt des Kreises Soest anlässlich des Tags der Organspende, der jährlich am ersten Samstag im Juni begangen wird – diesmal also am 6. Juni.

Fundierte Entscheidung treffen
Eine Organspende kann Menschen die Chance auf ein neues Leben schenken. Daran erinnern die Ärztliche Leiterin des Kreis-Gesundheitsamts Dr. Margitta Neufeld (r.) und die Kreis-Gesundheitsberichterstatterin Leila Rincke anlässlich des Tags der Organspende am Samstag, 6. Juni. Am und rund um den Aktionstag ist das Gesundheitsamt mit verschiedenen Angeboten präsent. Los geht es am 2. Juni mit einer besonderen Filmvorführung im Soester Schlachthof-Kino. Foto: Susanne Schulte-Nölle/ Kreis Soest

Am und rund um den Aktionstag ist das Gesundheitsamt mit verschiedenen Angeboten präsent. Los geht es am Dienstag, 2. Juni, mit einer besonderen Filmvorführung im Soester Schlachthof-Kino. Dort wird ab 17 Uhr „Die Lebenden reparieren“ gezeigt – ein Film, der eindrucksvoll das Thema Organspende aufgreift. Im Anschluss können die Zuschauerinnen und Zuschauer in einer offenen Fragerunde mit Expertinnen und Experten ins Gespräch kommen. Vor Ort sind der Transplantationsbeauftragte des Christlichen Klinikums Soest, Ivan Razumovich, der Leiter der Selbsthilfegruppe Organtransplantation, René Krause, und die Ärztliche Leiterin des Gesundheitsamts, Dr. Margitta Neufeld. Der Eintritt ist frei. Ziel des Abends ist es, informierte Entscheidungen zur Organspende zu ermöglichen und in den Dialog zu treten.

Darüber hinaus ist das Kreis-Gesundheitsamt mit einem Informationsstand vor Ort: am Samstag, 6. Juni, von 10 bis 14 Uhr auf dem Soester Wochenmarkt und am Sonntag, 7. Juni, von 12 bis 18 Uhr beim Altstadtfest Lippstadt. Das Team steht für Fragen rund um die Organspende zur Verfügung und unterstützt bei der Entscheidungsfindung. In Lippstadt geht es außerdem um das Thema Klimagesundheit.

Am Montag, 8. Juni, geht es bei einem Vortrag um „Vorsorgende Verfügung und Organspende“. Beginn im VHS-Gebäude an der Barthstraße 2 in Lippstadt ist um 18.30 Uhr. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten von der Betreuungsbehörde Lippstadt einen kompakten Überblick über wichtige Themen der persönlichen Vorsorge. Das Kreis-Gesundheitsamt ergänzt Aspekte, die in Zusammenhang mit einer Organspende zu beachten sind. Anmeldungen sind online unter https://vhs.stadt-lippstadt.de möglich (Rubrik „Gesundheit“).

Hintergrund: Organ- und Gewebespende
In Deutschland gilt nach wie vor die Entscheidungslösung. Organe werden also nur mit entsprechender Willensbekundung zur Spende freigegeben. Diese Willensbekundung kann im digitalen Organspende-Register unter www.organspende-register.de festgehalten werden. Der Eintrag ist kostenlos und kann jederzeit wieder geändert werden. Benötigt werden der Personalausweis mit Online-Funktion, die Krankenversichertennummer und eine gültige E-Mail-Adresse. Wer das Smartphone nutzen möchte, benötigt die „AusweisApp“. Bereits mit 16 Jahren ist eine Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende möglich. Das Transplantationsgesetz schreibt vor, dass eine postmortale Organspende nur dann zulässig ist, wenn bei der möglichen Spenderin oder dem möglichen Spender der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktion (Hirntod) festgestellt wurde. Nach der Entnahme-OP wird die Operationswunde mit der gebührenden Sorgfalt wieder verschlossen, sodass der Leichnam aufgebahrt werden und die Bestattung in gewünschter Form stattfinden kann. Der Deutsche Bundestag hat am 26. März 2026 die Novellierung der Regelungen zur Lebendorganspende beschlossen. Lebendnierenspenden sind damit in Zukunft auch zwischen zwei oder mehr unterschiedlichen Paaren überkreuz möglich. Der Kreis derjenigen, die Organspenden empfangen können, wird somit erweitert.