Bei einer ausführlichen Feedbackrunde und einem Erfahrungsaustausch diskutierten die Unternehmen zunächst ihre bisherigen Fortschritte und Herausforderungen im Rahmen von ÖKOPROFIT. Dieser direkte Austausch ist ein Kernbestandteil des Programms und fördert die gegenseitige Unterstützung sowie die Identifikation bewährter Praktiken.
Ein zentraler Block des Vormittags widmete sich anschließend der betrieblichen Energieanalyse. Dorothee Meier von B.A.U.M. Consult vermittelte fundierte Ansätze zur systematischen Erfassung und Analyse von Energiedaten. Ziel war es, Transparenz über Energieflüsse zu schaffen und auf dieser Basis konkrete Optimierungspotenziale zu identifizieren. Durch einen Mix aus Input-Vorträgen, Diskussionen und praktischer Gruppenarbeit konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Wissen vertiefen und erste Strategien für ihre Betriebe entwickeln. Themen wie das Verstehen von Energierechnungen, die Analyse von Lastprofilen und die Reduzierung von Verbräuchen, beispielsweise im Bereich Druckluft oder Beleuchtung, standen dabei im Fokus.
Wertvolle Impulse
Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops war der Übergang von der Energieanalyse zur Erstellung einer umfassenden Klimabilanz und -strategie. Dorothee Meier erläuterte die Methodik der Klimabilanzierung, die Bedeutung von Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen – das ist eine einheitliche, transparente und vergleichbare Methode zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks – sowie die Herausforderungen bei der Datenerhebung. Dabei wurde deutlich, dass eine detaillierte Erfassung von Aktivitätsdaten und die Anwendung geeigneter Emissionsfaktoren entscheidend für eine präzise Bilanz sind. Zudem wurden Datenbilanzierungs-Tools vorgestellt, was den praxisorientierten Ansatz des Programms unterstrich.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten wertvolle Impulse zur Entwicklung von Klimastrategien, inklusive der Festlegung von Reduktionszielen und der Bedeutung von Kennzahlen für ein effektives Klimamanagement. Auch Klimaneutralität und CO2-Kompensation wurden diskutiert, wobei die Bedeutung einer kritischen Auswahl von Kompensationsprojekten hervorgehoben wurde. Der Workshop bot eine fundierte Grundlage, um den Schritt von der reinen Energieoptimierung hin zu einer ganzheitlichen Klimastrategie zu meistern. Abschließend konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Bereiche des Wasserwerks besichtigen und organisatorische Fragen für die nächsten Schritte im ÖKOPROFIT-Programm klären.
Hintergrund: ÖKOPROFIT
ÖKOPROFIT ermöglicht es dem Kreis Soest, Unternehmen aus der Region eine qualitativ hochwertige Beratung zu vergleichsweise geringen Kosten anzubieten. Das Projekt ist Bestandteil des Klimaschutzkonzepts des Kreises, der für die Durchführung von ÖKOPROFIT eine Landesförderung vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr von rund 25.000 Euro erhält.
Die an ÖKOPROFIT Kreis Soest teilnehmenden Unternehmen sind in diesem Jahr:
- INOTEC Sicherheitstechnik GmbH, Ense
- Jobcenter AHA Kreis Soest mit den Standorten in Soest, Lippstadt, Werl und Warstein
- Klinik Wiesengrund, Bad Westernkotten
- Liebelt Gebäudedienste GmbH & Co. KG, Lippstadt
- Schlüter Baumaschinen GmbH, Erwitte
- Stadtwerke Warstein, Warstein
- Wickeder Profile Walzwerk GmbH, Wickede (Ruhr)

