Rund 75 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 16 Jahren nahmen an dem eintägigen Beteiligungsformat teil und entwickelten gemeinsam Ideen für eine kinder- und jugendfreundliche Gestaltung öffentlicher Plätze in Körbecke. In Kleingruppen arbeiteten sie, begleitet von pädagogischen Fachkräften und geschulten Betreuungspersonen, an ihren Vorstellungen und setzten diese kreativ mit LEGO® und Playmais® um. So entstanden anschauliche Modelle, die zeigen, wie Spiel-, Sport- und Aufenthaltsflächen aus Sicht der jungen Generation aussehen könnten. Von den beteiligten Kindern und Jugendlichen vorgestellt wurden final ein möglicher Zebrastreifen im Bereich der Seetreppen an der Seestraße, eine überdachte Bank mit Ladefunktion für Smartphones, eine Nutzung des Soccerfeldes im Seepark auch in den Abendstunden durch die Installation einer Lichtanlage, sowie der Wunsch nach mehr Mülleimern und saubereren öffentlichen Toiletten.
„Die Kinder und Jugendlichen haben mit großer Offenheit, viel Kreativität und Engagement gearbeitet“, berichtet Michael Budde von der Fachberatung Jugendförderung beim Kreisjugendamt, der das Projekt gemeinsam mit Lisa Schirmer, Schulsozialarbeiterin Möhnesee-Schule, federführend organisiert hat. „Die Ergebnisse zeigen deutlich, wie wichtig es ist, junge Menschen frühzeitig an Planungsprozessen zu beteiligen.
Öffentliche Plätze sind zentrale Treffpunkte im Alltag junger Menschen. Ob sie tatsächlich genutzt werden, hängt maßgeblich davon ab, ob sie den Bedürfnissen und dem Sicherheitsgefühl der Kinder und Jugendlichen entsprechen. Genau hier setzt die Zukunftswerkstatt an: Sie gibt Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Perspektiven einzubringen und konkrete, realitätsnahe Vorschläge zu entwickeln. „Mit Formaten wie der Zukunftswerkstatt schaffen wir konkrete Beteiligungsmöglichkeiten und nehmen die Perspektiven junger Menschen ernst“, betont Michael Budde.
Die Zukunftswerkstatt folgte einem bewährtem Beteiligungskonzept: Zunächst sammelten die Kinder und Jugendlichen, was ihnen an bestehenden Orten gefällt und wo sie Verbesserungsbedarf sehen. In einer anschließenden Phantasie- und Utopiephase entwickelten sie eigene Vorschläge für neue oder umgestaltete Treffpunkte. Anschließend wurde gemeinsam geprüft, welche ihrer Ideen konkret und realistisch umsetzbar sein könnten.
Die Kinder und Jugendlichen präsentierten die Ergebnisse des Projekttages im Anschluss Wolf Blesken, Bürgermeister der Gemeinde Möhnesee, Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Die entwickelten Modelle und Vorschläge werden dokumentiert und für die weitere Beratung in den politischen Gremien aufbereitet.
Die Zukunftswerkstatt in Körbecke ist als Pilotprojekt angelegt und bildet den Auftakt für den Ausbau nachhaltiger Beteiligungsstrukturen für Kinder und Jugendliche im Kreis Soest. Ziel ist es, junge Menschen in kommunale Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubeziehen, ihre demokratischen Kompetenzen zu stärken und ihnen zu vermitteln, dass ihre Beteiligung konkrete Veränderungen bewirken kann.




