„Wer sich in einer seelischen Ausnahmesituation befindet, verzweifelt vielleicht und denkt, er oder sie komme da nie mehr wieder heraus“, beschreibt Dr. Astrid Schlüter von der FaSeG des Kreisgesundheitsamts Soest. Umso wichtiger sei es, Wege aufzuzeigen, wie es nach einer Krise weitergehen kann. Dazu liest Clemens Sprey aus seinem autobiografischen Mutmachbuch „Gestern Hölle, heute Hoffnung“.
Clemens Sprey lebt selbst mit chronischen seelischen Erkrankungen und ließ sich als erster Genesungsbegleiter im Kreis Borken ausbilden, um andere Menschen auf ihrem Weg aus seelischen Krisen zu unterstützen. Heute versteht er sich als Mutlotse – als jemand, der Orientierung gibt, Hoffnung sichtbar macht und Menschen ermutigt, ihren eigenen Weg weiterzugehen. „Mein persönliches Anliegen ist es, Mut zu machen, Verständnis zu fördern und zu zeigen: Niemand muss diesen Weg allein gehen – weder Betroffene noch Angehörige“, sagt der 64-Jährige.
In seinem Buch spannt Clemens Sprey den Bogen von einer schwierigen Kindheit über seine Emanzipation als junger Mann in der Arbeitswelt bis hin zur Entwicklung von Depressionen und einer Arbeitssucht mit all ihren Folgen. Er schildert, wie ihm professionelle Therapien halfen und wie er heute als engagierter Erfahrungsexperte und Mutlotse andere psychisch erkrankte Menschen begleitet. „Als Genesungsbegleiter begegne ich anderen Betroffenen auf Augenhöhe und kann anders mit ihnen sprechen als Fachkräfte es vielleicht tun würden“, so Clemens Sprey. „Wenn Menschen nach diesem Abend mit mehr Hoffnung, mehr Wissen und etwas mehr Zuversicht nach Hause gehen, dann hat die Lesung ihr Ziel erreicht.“
Nach der Lesung steht Clemens Sprey für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich auch an Angehörige, Selbsthilfegruppen und Institutionen. Denn psychische Erkrankungen betreffen immer auch das soziale Umfeld.
Die Veranstaltung dauert rund 90 Minuten und ist kostenfrei. Getränke können im Café Abspann erworben werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen erhalten Interessierte bei Dr. Astrid Schlüter per E-Mail an faseg@kreis-soest.de oder telefonisch unter der Rufnummer 02921/30-3897.