„Wir wollen die Zusammenarbeit von Kreis und Kommunen im Krisenfall stärken und die Städte und Gemeinden in ihren eigenen Krisenstrukturen unterstützen“, benennt Landrat Heinrich Frieling die Zielsetzung der Veranstaltung.
Gefahren- und Schadenslagen können sich derart zuspitzen, dass die alltäglichen Maßnahmen und Mittel, um Schäden zu vermeiden oder zu reduzieren, nicht mehr ausreichen. Dann übernimmt der Kreis Koordinierung und Leitung der Lage. Um die rechtliche Grundlage dafür zu schaffen, ruft der Landrat die Großeinsatzlage aus und der Krisenstab der Kreisverwaltung nimmt seine Arbeit auf. So ist es im Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) geregelt.
Funktionsfähig sein und bleiben
Der Krisenstab leitet und koordiniert alle im Zusammenhang mit dem Schadensereignis stehenden und zur Gefahrenabwehr erforderlichen administrativ-organisatorischen Maßnahmen. Parallel dazu zeichnet der Einsatzstab für die operativ-taktische Komponente verantwortlich. Er besteht aus Führungskräften der Feuerwehren sowie Fachberatern von beispielsweise Hilfsorganisationen und THW. Verbindungspersonen gewährleisten den Informationsaustausch zwischen Krisen- und Einsatzstab.
Im Falle des Falles kommt es jedoch gerade bei großen Ereignissen maßgeblich auch darauf an, dass die Kommunen vor Ort gut aufgestellte und somit effektive Krisenstrukturen vorhalten, um funktionsfähig zu sein und zu bleiben. Das Ministerium für Inneres und Kommunales empfiehlt dafür die Einrichtung sogenannter Stäbe für außergewöhnliche Ereignisse (SAE). In einer Großeinsatzlage arbeiten diese mit dem Krisenstab des Kreises zusammen.
Kreis unterstützt und berät
„Die Kommunen sind unmittelbar vor Ort bei den Menschen und wir bauen auf die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden“, sagt Ricarda Oberreuter, beim Kreis Soest Dezernentin für Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr.
Die Kreisverwaltung berät und unterstützt die Städte und Gemeinden bei der Etablierung ihrer SAE-Strukturen. Darüber hinaus soll die in der Vergangenheit vielfach bewiesene gute Zusammenarbeit zwischen Kreis und Kommunen auch in Großeinsatzlagen weiter ausgebaut werden. Das Zusammenspiel von SAE und Krisenstab des Kreises bildete deshalb einen Schwerpunkt im Rahmen des Seminars auf Haus Düsse.
Stabsmanagerin Sabine Saatmann aus der Kreisverwaltung erläuterte den Vertreterinnen und Vertretern der 14 Kommunen das Kommunikationskonzept im Krisenfall. Wie Warnungen und Verhaltensregeln über das Handy-Warnsystem Cell Broadcast und Warn-Apps wie „NINA“ an die Bevölkerung geschickt werden, erklärte Sebastian Narten als Leiter der Abteilung Feuer- und Katastrophenschutz beim Kreis. Kreisbrandmeister Thomas Wienecke und sein Stellvertreter Meinhard Reinecke gaben Einblicke in die Arbeit des Einsatzstabs.
Stark als kommunale Familie
Geleitet wurde das Seminar von Ansgar Stening, Leiter der Berufsfeuerwehr Gelsenkirchen. Mit ihm hat der Kreis bereits in der Vergangenheit sehr gut im Bereich der Krisenstabs-Arbeit zusammengearbeitet. Für Tag zwei hatte Stening eine praktische Übung vorbereitet, um die theoretischen Inhalte des ersten Tages direkt in die Umsetzung bringen zu können. Bei einem Brand-Szenario in einem Störfallbetrieb bewiesen die Kommunen die Leistungsfähigkeit ihrer Stäbe für außergewöhnliche Ereignisse.
„Nur als kommunale Familie haben wir die Stärke, unsere Bürgerinnen und Bürger in Großschadenslagen und Katastrophen verlässlich zu schützen und erfolgreich Schadensminimierung zu betreiben. Deshalb werden wir auch in Zukunft Workshops anbieten, um das gemeinsame Krisenmanagement weiterzuentwickeln“, sagt Landrat Heinrich Frieling.