#FitFürKrisen: Hausapotheke und Hygiene im Blick behalten

Wichtige Medikamente bevorraten – Sauberkeit auch ohne viel Wasser möglich

In einer Krise oder Katastrophe können Rettungsdienst, Krankenhäuser, Apotheken und Arztpraxen vorübergehend nicht verfügbar oder nur schwer erreichbar sein. Wer dann auf eine Hausapotheke zurückgreifen kann, ist für kleine medizinische Notfälle gut gerüstet. Aber auch die Hygiene sollte in Notsituationen nicht vernachlässigt werden, um Krankheiten vorzubeugen.

Hausapotheke
In einer Krise oder Katastrophe können Rettungsdienst, Krankenhäuser, Apotheken und Arztpraxen vorübergehend nicht verfügbar oder nur schwer erreichbar sein. Wer dann auf eine Hausapotheke zurückgreifen kann, ist für kleine medizinische Notfälle gut gerüstet. Foto: Susanne Schulte-Nölle/ Kreis Soest

„Sinnvolle Medikamente in einer Hausapotheke sind Schmerzmittel und Fiebersenker sowie Mittel gegen Erkältungsbeschwerden, Durchfall, Erbrechen und Übelkeit. Ebenso wichtig ist, auch die persönlichen Medikamente vorzuhalten“, erklärt Dr. Margitta Neufeld, Ärztliche Leiterin des Kreis-Gesundheitsamts. So lassen sich Zeiträume, in denen man das Zuhause nicht verlassen kann oder die medizinische Versorgung unterbrochen ist, entspannter überbrücken. Auch Verbandsmaterialien, Pflaster, ein Fieberthermometer, Einmalhandschuhe sowie Haut- und Wunddesinfektionsmittel sollten in der Hausapotheke nicht fehlen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat in seinem Notfall-Ratgeber eine Checkliste zur Planung der persönlichen Hausapotheke veröffentlicht. Der Ratgeber ist online unter www.bbk.bund.de zu finden (in der Suche „Ratgeber“ eingeben).

Die Medikamente sollten kühl und trocken und an einem für Kinder unzugänglichen Ort aufbewahrt werden. „Abgelaufene Arzneimittel können nicht nur ihre Wirkung verlieren, sondern auch gefährlich für die Gesundheit werden“, warnt Dr. Neufeld. Deshalb sollte in regelmäßigen Abständen das Haltbarkeitsdatum kontrolliert werden. Mittel, die das Haltbarkeitsdatum überschritten haben, sind im Hausmüll zu entsorgen.

Beim Blackout kann Wasserversorgung zusammenbrechen

Am besten ist es natürlich, wenn man die Hausapotheke gar nicht erst braucht. Voraussetzung dafür ist eine gute Gesundheit, und die hängt auch von der Hygiene ab. Duschen, Zähneputzen, Händewaschen: Was im Alltag selbstverständlich ist, wird im Krisenfall mitunter zur Herausforderung. So kann im Zuge eines flächendeckenden Blackouts die Versorgung mit Leitungswasser zusammenbrechen. Grund dafür ist, dass auch die Pumpen im Wasserwerk Strom benötigen.

Wasser sparen wird in einem solchen Fall also zum obersten Gebot. Dabei hilft Einweggeschirr und -besteck, das nicht gespült werden muss. Zum Reinigen der Hände können Feucht- oder Desinfektionstücher genutzt werden, zum Putzen Haushaltspapier oder feuchte Putztücher – dabei Haushaltshandschuhe nicht vergessen! Auch Trockenshampoo oder Handwaschpasten, die wenig oder kein Wasser benötigen, lassen sich im Notfall als Reinigungsmittel verwenden. Wer hat, nutzt die Campingtoilette. Das BBK weist zudem darauf hin, dass Brauchwasser mithilfe eines Entkeimungsmittels länger haltbar gemacht werden kann. Beratungen hierzu gibt es im Camping- und Outdoorhandel.

Gute Vorsorge hilft im Ernstfall der gesamten Gesellschaft

„Wer diese Produkte zusammen mit einigen weiteren wie Zahnbürste und -pasta, Seife, Müllbeutel, persönliche Hygieneartikel und Toilettenpapier in gewissen Mengen vorrätig hat, ist für den Ernstfall gut ausgestattet“, sagt der Abteilungsleiter Feuer- und Katastrophenschutz des Kreises Soest Sebastian Narten. Er betont: „Eine gute Vorsorge ist eine ganz wichtige Grundlage, um in einer Krise oder Katastrophe die Ruhe zu bewahren, für andere da zu sein, die Unterstützung benötigen, und die Rettungskräfte zu entlasten, die sich dann um diejenigen kümmern können, die sich selbst nicht helfen können. Eine gute Vorsorge hilft damit im Fall der Fälle der gesamten Gesellschaft.“

Gut zu wissen: Weil Hygiene im Einsatz auch für die Rettungskräfte wichtig ist, hat der Kreis Soest 2025 einen Gerätewagen Betreuung-Sanitär-Hygiene (B-S-H) angeschafft. Auf dem Sonderfahrzeug sind unter anderem eine Reinigungsstation mit Wasser, zwei mobile Toiletten, Ausrüstung, Verbrauchsmaterial, aber auch Tische und Bänke verladen. Durch die mobile Ausführung auf einem Gerätewagen mit Kofferaufbau können die enthaltenen Rollwagen flexibel an den Einsatzorten eingesetzt werden und sind somit eine wertvolle Ergänzung im Katastrophenschutz des Kreises. Der Gerätewagen B-S-H kann von den Feuerwehren im Kreis Soest oder im Rahmen des Katastrophenschutzes auch überörtlich angefordert werden.

Hintergrund: Kampagne #FitFürKrisen
Mit der Kampagne #FitFürKrisen informiert der Kreis Soest über verschiedene Schwerpunkte des Bevölkerungsschutzes und wichtige Maßnahmen zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen. Wie sieht ein sinnvoller Notvorrat aus? Was gehört zum Notgepäck? Wie schütze ich mich vor Starkregen- und Hochwasserschäden? Diese und weitere Themen werden auf den Social-Media-Kanälen des Kreises und in Pressemitteilungen aufgegriffen. Viele wertvolle Informationen, wie man sich auf mögliche Krisen und Katastrophen vorbereitet, sind auch auf der Seite www.kreis-soest.de/krisenfall zusammengefasst. Informationen in leichter Sprache gibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter www.bbk.bund.de (in der Suche „Leichte Sprache“ eingeben).