Mit dem zum 19. Mal vergebenen „Pflegestern“ geehrt wurden: Maria Ehlers (Anröchte), Ingrid Engels, Andrea Schäfer (beide Geseke), Renate Bronder, Frank Plagge (beide Lippetal), Claus-Ulrich Ahl, Karin Hense, Wilfried Heppe (alle Lippstadt), Olaf Karsten und Rita Teuber (beide Soest). Neben dem „Pflegestern“ erhielten die Geehrten auch eine Urkunde und einen Gutschein.
Landrat Heinrich Frieling hob hervor, wie viele Menschen sich in beachtlicher Weise in der häuslichen Pflege engagieren: „Im Kreis Soest leben rund 21.350 pflegebedürftige Menschen. Etwa 18.200 von ihnen werden zu Hause versorgt. Diese Zahlen untermauern: Der größte Pflegedienst, das sind die Angehörigen.“ Stellvertretend für diese würden mit dem Pflegestern nun zehn Menschen ausgezeichnet, die deutlich machen, welch wertvolle Arbeit sie nicht nur für die Pflegebedürftigen, sondern für die gesamte Gesellschaft leisten.
Sozialdezernent Sascha Kudella beschrieb, wie schwierig die Entscheidung sei, wenn ein Pflegefall eintrete und es darum gehe, wo die Pflegeperson am besten aufgehoben sei. „Dabei denken Sie nicht nur an die Bedürfnisse Ihrer Angehörigen, sondern stellen Ihre eigenen oft hinten an. Dafür gebührt Ihnen unser aufrichtiger Dank und unsere Anerkennung“, richtete er sich an die Preisträgerinnen und Preisträger.
Landrat Frieling und Dezernent Kudella sprachen den pflegenden Angehörigen für ihre Leistung Dank und Anerkennung aus. Die musikalische Gestaltung der Pflegestern-Verleihung übernahmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Abteilung Soziales Katharina Plog, Michaela Schlummer, Thomas Klassen und Daniel Utzel mit Gesang, an Gitarre und Percussion.
Im Einzelnen geehrt wurden:
Maria Ehlers (Anröchte)
Ihre schwer an Demenz erkrankte Mutter pflegt Maria Ehlers bei Tag und Nacht. Um dies leisten zu können, reduzierte die Anröchterin den Umfang ihrer eigenen Berufstätigkeit und betreut ihre Mutter mit großer Herzlichkeit. Die Integration der pflegebedürftigen Mutter in den eigenen, normalen Familienablauf ist dabei selbstverständlich.
Ingrid Engels (Geseke)
Seit fast 50 Jahren pflegt Ingrid Engels, die zwei weitere Kinder hat, ihre Tochter mit Down-Syndrom. Da ihr Ehemann während seiner eigenen Berufstätigkeit viel und lange arbeiten musste, war das soziale Leben der Gesekerin durch die Erziehung ihrer drei Kinder und die zusätzliche Pflege eingeschränkt. Als ihr Ehemann an Krebs erkrankte, pflegte sie auch ihn – für sie eine Selbstverständlichkeit.
Andrea Schäfer (Geseke)
Ununterbrochen an der Seite ihres Ehemanns ist Andrea Schäfer aus Geseke. Seit einem Unfall im Jahr 1994 ist ihr Mann pflegebedürftig. Auch als sie im Jahr 2015 selbst an Krebs erkrankte, war die Pflege selbstverständlich. Von 2021 bis zum Tod ihrer Patentante 2024 übernahm die Gesekerin auch die schwere physische und psychische Pflegeaufgabe der an Demenz erkrankten Patentante.
Renate Bronder (Lippetal)
Renate Bronder musste erleben, dass ihr Ehemann, ein studierter Ingenieur, nach einem Schlaganfall, auf den eine Demenz folgte, pflegebedürftig wurde. Neben ihrem Ehemann pflegt die Lippetalerin auch ihre Tochter, die an starkem Rheuma leidet.
Frank Plagge (Lippetal)
Zusätzlich zu seinem Beruf pflegt Frank Plagge seinen elfjährigen Sohn, der an Rheuma erkrankt und zudem durch eine Augenerkrankung auf einem Auge blind ist. Darüber hinaus ist die Ehefrau des Lippetalers an Multipler Sklerose erkrankt und leidet an einer Amnesie, was das tägliche Leben ohne Unterstützung unmöglich macht. Alle Arbeiten übernimmt daher Frank Plagge.
Claus-Ulrich Ahl (Lippstadt)
Selbst 81 Jahre alt, leistet Claus-Ulrich Ahl seit 25 Jahren die Pflege seiner Ehefrau. Aufgrund verschiedener Erkrankungen und schwerer Operationen braucht sie bei allen Dingen des Lebens Unterstützung. Dies reicht vom Ankleiden bis hin zu jedem Gang zum Arzt. Wie selbstverständlich führt der Lippstädter auch den Haushalt.
Karin Hense (Lippstadt)
Neben der Pflege ihres Mannes kümmert sich Karin Hense um den Haushalt, organisiert Termine mit Therapeuten, kommuniziert mit Ärzten, vereinbart Hausbesuche, besorgt Pflegemittel, stellt Anträge und besorgt Medikamente. Ihr eigenes Privatleben hat die Lippstädterin nahezu komplett zurückgefahren.
Wilfried Heppe (Lippstadt)
Seit einem schweren Schlaganfall im Jahr 2008 pflegt Wilfried Heppe seine Ehefrau, damit sie weiter im gemeinsamen Eigenheim leben können. Im Jahr 2012 hat er aufgrund der hohen Pflegebelastung sogar seinen Beruf aufgegeben, um seine Ehefrau in Vollzeit pflegen zu können. Dabei ist es für ihn selbstverständlich, die körperliche und psychische Belastung durch die Pflege seiner Frau in Kauf zu nehmen, um ihr ein besseres Leben zu ermöglichen.
Olaf Karsten (Soest)
Als alleinerziehender Vater pflegt Olaf Karsten seinen Sohn, bei dem Autismus und ADHS diagnostiziert wurden. Dazu kümmert sich der Soester noch um seine Eltern, welche nach ihrer Scheidung an verschiedenen Orten leben. Der Vater ist demenzerkrankt und die Frau des Vaters durch den grünen Star fast blind. Seine Mutter benötigt ebenfalls Unterstützung, die Olaf Karsten leistet.
Rita Teuber (Soest)
Bis zu ihrem Renteneintritt im vergangenen Jahr hat Rita Teuber die Pflege ihrer Eltern neben ihrem Beruf ausgeübt. Insgesamt kümmert sich die Soesterin seit mehr als zehn Jahren intensiv um ihre Eltern – zunächst ging es dabei um ihren schwerstkranken Vater, welcher im Jahr 2018 verstorben ist, und seitdem um ihre Mutter. Um rund um die Uhr da zu sein, zog sie bei ihren Eltern ein.
Wilfried Heppe und Rita Teuber konnten den Pflegestern aus persönlichen Gründen in der Feierstunde nicht persönlich entgegennehmen. Stellvertretend für Wilfried Heppe war dessen Tochter anwesend. Bei Rita Teuber wird die Ehrung zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.











