#FitFürKrisen: Bei Gefahr erfolgt Warnung über mehrere Kanäle

Bundesweiter Probealarm am 10. September – Funktionstest für Sirenen, Warn-Apps und Cell Broadcast

Ob Naturkatastrophen, ein Großbrand oder ein Chemieunfall: In einer akuten Gefahrenlage muss die Bevölkerung schnell und effizient gewarnt werden. Deshalb werden die Warnmittel jährlich am zweiten Donnerstag im März und September auf ihre Funktion geprüft. Nächster Termin ist der 10. September. Ausgelöst werden dann nicht nur die Sirenen im Kreisgebiet. Über Warn-Apps und die Technologie Cell Broadcast werden auch die Mobilfunkgeräte in den Testlauf einbezogen.

Funktionstest
Im Kreis Soest und bundesweit heulen beim Warntag am Donnerstag, 10. September, die Sirenen. Um 11 Uhr werden in der Leitstelle des Kreises Soest die 187 Sirenen im Kreisgebiet ausgelöst. Foto: Birgit Kalle/ Kreis Soest

Sirenen gibt es flächendeckend in allen 14 Städten und Gemeinden im Kreisgebiet. Insgesamt sind es 187, die am bundesweiten Warntag um Punkt 11 Uhr aktiviert werden. Angesteuert werden sie direkt aus der Leitstelle im Kreisrettungszentrum in Soest.

Der Probealarm setzt sich aus einer festen Kombination von Tönen zusammen. Eingeleitet wird er von einem einminütigen Dauerton, der im Ernstfall „Entwarnung“ bedeutet. Darauf folgen ein auf- und abschwellender Heulton, der „Gefahr“ signalisiert, abschließend ist noch einmal der durchgehende „Entwarnungs“-Ton zu hören. Hörproben der Sirenentöne gibt es auf der Internetseite des NRW-Innenministeriums unter www.im.nrw.de (in der Suche „Sirenentöne“ eingeben).

Die jährlichen Warntage haben einen ernsten Hintergrund: „In einem echten Katastrophenfall zählt jede Minute. Dann ist es wichtig, dass die Menschen wissen, was zu tun ist, wenn sie die Sirenen hören“, macht der Abteilungsleiter Feuer- und Katastrophenschutz des Kreises Soest Sebastian Narten deutlich. Heulen sie eine Minute lang im auf- und abschwellenden Ton, sind geschlossene Räume aufzusuchen, Fenster und Türen zu schließen und Klima- sowie Lüftungsanlagen auszuschalten. „Bitte informieren Sie auch Ihre Nachbarn, sollten diese den Alarm nicht mitbekommen haben“, appelliert Narten.

Sirenenalarm richtet sich immer an Bevölkerung

Wichtig zu wissen: Die Alarmierung der Feuerwehren über die Warnsirenen wurde 2023 abgeschafft. „Jeder Alarm richtet sich also explizit an die Bevölkerung und ist ernst zu nehmen.“

Der Sirenenton selbst sagt derweil noch nichts darüber, um welchen Notfall es sich handelt. Deshalb sollten Radio und TV-Geräte eingeschaltet werden und das Handy in Reichweite bleiben. Je nach Lage gibt es auch Lautsprecherdurchsagen von Polizei oder Feuerwehr.

Warn-Apps wie NINA und KATWARN geben nicht nur Infos zur Lage, sondern vermitteln auch wichtige Verhaltenshinweise. Diese Apps werden am 10. September ebenfalls beprobt. Um 11 Uhr wird dazu eine Probewarnung in Form eines Warntextes rausgeschickt. Sie geht an alle am Modularen Warnsystem (MoWaS) des Bundes angeschlossenen Warnmultiplikatoren. Dazu zählen ebenfalls Rundfunk- und Fernsehsender sowie der Mobilfunkdienst Cell Broadcast.

Cell Broadcast funktioniert ohne App

Mit Cell Broadcast können Warnnachrichten direkt und ohne spezielle App auf das Handy oder Smartphone geschickt werden. Damit das funktioniert, gibt es aber einige Voraussetzungen:

  • Ein Betriebssystem-Update für Android (Google) ab Version 11 oder iOS (Apple) ab Version 16.1 ist installiert.
  • Handy oder Smartphone ist eingeschaltet.
  • Handy oder Smartphone befindet sich nicht im Flugmodus.

Geht der Warntext ein, ertönt ein lauter Warnton. „Ist das am 10. September um 11 Uhr nicht der Fall, sollte man in den Einstellungen seines Geräts nachschauen, ob die Option „Cell Broadcast Warnungen oder Alerts“ (iOS) oder „Notfallbenachrichtigungen für Mobilgeräte“ (Android) aktiviert ist“, rät Sebastian Narten.

Übrigens: Die Übersendung von Warnmeldungen über Cell Broadcast ist anonym. Der Mobilfunkdienst nutzt die Empfangsbereitschaft des jeweiligen Mobilfunkendgeräts in einer Funkzelle des Mobilfunknetzes. Damit ist die Technologie datenschutzkonform und gewährleitet außerdem, dass Warnungen gezielt nur dort ausgespielt werden, wo sie benötigt werden.

Smartphones garantieren schnelle Erreichbarkeit

Ricarda Oberreuter, Dezernentin für Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr des Kreises Soest, betont die Bedeutung niedrigschwelliger Informationen über Warn-Apps und mobile Dienste: „Mit Cell Broadcast und Warn-Apps wie NINA und KATWARN ist sichergestellt, dass offizielle Warnungen und wichtige Hinweise die Menschen im Gefahren- oder Katastrophenfall schnell erreichen. Handy und Smartphone sind zu etablierten Alltagsbegleitern geworden, die wir in der Regel stets griffbereit haben.“

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) führt im Nachgang zum bundesweiten Warntag eine Bevölkerungsumfrage durch. Eine Teilnahme ist zwischen dem 10. und 17. September unter dem Link www.warntag-umfrage.de möglich. Dort sind auch die Umfrageergebnisse aus den vergangenen Jahren zu finden.

Hintergrund: Kampagne #FitFürKrisen
Mit der Kampagne #FitFürKrisen informiert der Kreis Soest über verschiedene Schwerpunkte des Bevölkerungsschutzes und wichtige Maßnahmen zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen. Wie sieht ein sinnvoller Notvorrat aus? Was gehört zum Notgepäck? Wie schütze ich mich vor Starkregen- und Hochwasserschäden? Diese und weitere Themen werden auf den Social-Media-Kanälen des Kreises und in Pressemitteilungen aufgegriffen. Viele wertvolle Informationen, wie man sich auf mögliche Krisen und Katastrophen vorbereitet, sind auch auf der Seite www.kreis-soest.de/krisenfall zusammengefasst. Informationen in leichter Sprache gibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter www.bbk.bund.de (in der Suche „Leichte Sprache“ eingeben).