#FitFürKrisen: Mit guter Vorsorge stark im Stromausfall

Schon kleine Vorkehrungen helfen, die erste Zeit des Blackouts gut zu meistern

Grundsätzlich ist das Stromnetz in Deutschland sehr stabil. Dennoch ist ein länger anhaltender Stromausfall nicht auszuschließen. Wie gravierend die Folgen eines solchen Blackouts sind, haben Anfang des Jahres zigtausende Menschen in Berlin erleben müssen. Aber auch der Stromausfall im Wickeder Ortsteil Echthausen am Wochenende 25. und 26. Oktober 2025 mit Folgeausfall am 4. November hat gezeigt, wie wichtig eine gute Vorsorge ist.

Gut vorgesorgt
Bereits 2019 hat der Katastrophenschutz des Kreises Soest einen Abrollbehälter Strom beschafft. Die mobile Containereinheit beherbergt vier leistungsstarke transportable Notstromaggregate, die sich bei Bedarf zu einem großen Aggregat verbinden lassen. Die Gesamtleistung des Abrollbehälters Strom von 400 kVA ist geeignet, um vorübergehend eine Notstromversorgung für ein Krankenhaus, ein Pflegeheim oder ein Rechenzentrum sicherzustellen. Foto: Judith Wederwille/ Kreis Soest

„Bei einem Blackout werden die Abläufe unseres Alltags empfindlich gestört. Licht, Kühlschrank, Herd, Heizung, Computer – all das funktioniert nicht mehr“, macht der Abteilungsleiter Feuer- und Katastrophenschutz Sebastian Narten deutlich. Elektrische Jalousien bleiben an ihrer Stelle, Garagentore mitunter zu. Nach einer gewissen Zeit kommt auch kein Wasser mehr aus der Leitung und Internet und Mobilfunk sind gestört. Geldautomaten und Kartenzahlungen können ebenfalls ausfallen. Die gute Nachricht: „Schon kleine Vorbereitungen können im Ernstfall den Druck aus der Situation nehmen und helfen, die erste Zeit des Stromausfalls gut zu meistern.“

Dazu gehört neben dem Aufbau eines Notvorrats und dem Zusammenstellen eines Notgepäcks mit wichtigen Dokumenten, persönlichen Medikamenten und etwas Bargeld, alternative Lichtquellen wie Taschenlampen inklusive Batterien, wiederaufladbare Lampen und Kerzen griffbereit vorrätig zu haben. Über den Rundfunk können Behörden auch dann wichtige Informationen verbreiten, wenn digitale Kommunikationswege nicht mehr zuverlässig funktionieren. Deshalb ist es wichtig, auch ohne Strom empfangsbereit zu bleiben, etwa mithilfe eines batteriebetriebenen Radios oder eines Kurbelradios. Aufgeladene Powerbanks und solarbetriebene Ladegeräte für Batterien halten elektronische Geräte länger betriebsbereit.

Warme Mahlzeiten auch ohne Elektroherd zubereiten

Fallen Gefrier- und Kühlschränke aus, sollten verderbliche Lebensmittel am kühlsten Ort im Haus gelagert und möglichst schnell verbraucht oder entsorgt werden. Mit einem Gasherd, Campingkocher oder Grill können warme Mahlzeiten auch ohne Elektroherd zubereitet werden. Aber Achtung: Viele dieser Geräte dürfen nur draußen verwendet werden, in Innenräumen besteht Erstickungsgefahr!

Auch Heizungen funktionieren ohne Strom nicht. Ein Vorrat an Decken, warmer Kleidung und Schlafsäcken hilft, bei einem Stromausfall im Winter die Körperwärme zu halten. Ein Gasheizer, Ethanolkamin oder Petroleumofen sorgt für angenehme Temperaturen. Wichtig ist, dass die Geräte für die Nutzung in Innenräumen zugelassen sind, um keinen Brand oder eine Kohlenmonoxidvergiftung zu riskieren.

In der Krise greifen Notfallpläne

Gut zu wissen: Bei einem Blackout wird im Kreis Soest das Leuchtturm-Konzept aktiviert. Die Städte und Gemeinden richten dann vor Ort Zentral-Leuchttürme, Leuchttürme und Meldestellen ein, an denen die Bürgerinnen und Bürger aktuelle Informationen erhalten und im Bedarfsfall auch einen Notruf absetzen können. Unter www.kreis-soest.de/leuchttuerme gibt es für jede Kommune eine Karte mit den Anlaufstellen zum Herunterladen. Sebastian Narten rät: „Drucken Sie sich die Karte für Ihren Heimatort aus und legen Sie sie zu Ihren anderen wichtigen Dokumenten.“ Im neuen Flyer „Der Kreis Soest macht sich #FitFürKrisen“ sind weitere Informationen zur Vorbereitung auf und Verhalten im Stromausfall zusammengefasst. Zu finden ist er unter www.kreis-soest.de/krisenfall.

Der Kreis Soest und die Feuerwehren im Kreis unterstützen das Projekt Bürgernotfunk. Es soll helfen, dass Bürgerinnen und Bürger auch bei einem flächendeckenden Stromausfall den Notruf absetzen können, wenn sie ein ernstes Gesundheitsproblem haben oder in einer Gefahrensituation Hilfe brauchen. Freiwillige mit geeigneten Funkgeräten stellen eine Funkverbindung zum nächsten Leuchtturm her und rufen Unterstützung. In einem der nächsten Teile der Kampagne #FitFürKrisen wird dieses Konzept näher erläutert.

Der Kreis Soest bereitet sich seit Jahren intensiv auf mögliche Krisenszenarien vor, hat Notfallpläne erarbeitet und übt in regelmäßigen Abständen zentrale Abläufe im Krisenfall. Bereits 2019 hat der Katastrophenschutz des Kreises einen Abrollbehälter Strom beschafft. Die mobile Containereinheit beherbergt vier leistungsstarke transportable Notstromaggregate, die sich bei Bedarf zu einem großen Aggregat verbinden lassen. Die Gesamtleistung des Abrollbehälters Strom von 400 kVA ist geeignet, um vorübergehend eine Notstromversorgung für ein Krankenhaus, ein Pflegeheim oder ein Rechenzentrum sicherzustellen.

Hintergrund: Kampagne #FitFürKrisen
Mit der Kampagne #FitFürKrisen informiert der Kreis Soest über verschiedene Schwerpunkte des Bevölkerungsschutzes und wichtige Maßnahmen zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen. Wie sieht ein sinnvoller Notvorrat aus? Was gehört zum Notgepäck? Wie schütze ich mich vor Starkregen- und Hochwasserschäden? Diese und weitere Themen werden auf den Social-Media-Kanälen des Kreises und in Pressemitteilungen aufgegriffen. Viele wertvolle Informationen, wie man sich auf mögliche Krisen und Katastrophen vorbereitet, sind auch auf der Seite www.kreis-soest.de/krisenfall zusammengefasst. Informationen in leichter Sprache gibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter www.bbk.bund.de (in der Suche „Leichte Sprache“ eingeben).