Zukunft des Eissportzentrums im Gespräch

Kreis und EVB holen Gemeinde Möhnesee, Stadt Soest und Vereine an einen Tisch

2023 hatte der Kreistag den Weiterbetrieb des Eissportzentrums Möhnesee zunächst für weitere drei Jahre beschlossen – und zwar mit der Maßgabe, die Rahmenbedingungen für den weiteren Betrieb zu evaluieren. Im vergangenen Jahr folgte eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem Betreiber, zunächst bis zum 31. Juli 2027. Damit sollte Planungssicherheit für die Saison geschaffen werden.

Eissportzentrum Möhnesee
Zukunft des Eissportzentrums im Gespräch. Foto: Birgit Kalle/ Kreis Soest

Um alle Beteiligten frühzeitig über mögliche, sich im Sommer 2027 ergebende Szenarien ins Bild zu setzen, fand nun ein Gespräch im Kreishaus statt.

Der Kreis und die Eigentümerin des Eissportzentrums Möhnesee, die Eissport-, Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft des Kreises Soest mbH (EVB), holten dafür neben den Bürgermeistern aus Möhnesee, Wolf Blesken, und Soest, Marcus Schiffer, auch Vertreterinnen und Vertreter der nutzenden Vereine an einen Tisch. „Wir haben großen Respekt vor den sportlichen Leistungen, dem immensen ehrenamtlichen Engagement und der erfolgreichen Jugendarbeit der vergangenen Jahrzehnte“, betonte Landrat Heinrich Frieling, auf dessen Initiative das Treffen vor dem Hintergrund des bald auslaufenden Vertrags mit dem Betreiber, der Deutschen Sportstättenbetriebs- und Planungsgesellschaft mbH & Co. KG (DSBG), stattfand.

Landrat Heinrich Frieling und EVB-Geschäftsführer Holger Hellemeier tauschten sich mit den Teilnehmern des Gesprächs unter anderem über den baulichen Zustand der Eishalle aus. Thema war auch die Betriebskostenentwicklung. Denn soviel ist klar: Der Betrieb des Zentrums ist ein Zuschussgeschäft. Die EVB schoss zuletzt rund 190.000 Euro im Jahr für die Betriebskosten zu. Hinzu kommt ein jährlicher Wartungs- und Erhaltungsaufwand von rund 60.000, sodass der gesamte Zuschussbedarf bei ca. 250.000 Euro jährlich liegt – Tendenz steigend.

In naher Zukunft wird mit weiteren Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe an der über 70 Jahre alten Eishalle zu rechnen sein. Sanierungsbedarf besteht nicht nur im energetischen Bereich, sondern vor allem an der Kälteanlage und am Dach, sodass von Kosten in Höhe von zwölf bis 15 Millionen Euro ausgegangen wird, um den Eissport in Echtrop längerfristig sicherzustellen. Bemühungen um Fördermittel, wie der Versuch der Gemeinde Möhnesee mit Unterstützung des Kreises, Gelder aus der Sportmilliarde für die Halle zu generieren, waren bisher erfolglos. Landrat und beide Bürgermeister waren übereinstimmend der Ansicht, dass Investitionen und Betriebskosten in dieser Höhe angesichts der stark beanspruchten kommunalen Haushalte auch gemeinsam nicht zu stemmen seien. Man binde daher die Vereine frühzeitig mit ein, da gute Ideen für eine tragfähige Lösung willkommen, aber auch notwendig seien. „Die Tür für Gespräche steht offen“, sagte Landrat Heinrich Frieling.

Eine neuerliche Vertragsverlängerung mit der Deutschen Sportstättenbetriebs- und Planungsgesellschaft mbH & Co. KG kommt noch in diesem Jahr auf die politische Tagesordnung des Kreistags.

Hintergrund: Eissportzentrum Möhnesee
Seine Ursprünge hat das Eissportzentrum Möhnesee 1954, das damals von den kanadischen Streitkräften betrieben wurde. Als diese 1970 abzogen, wurde die Kreisverwaltung aktiv: Zunächst mietete der Kreis die Eishalle vom Bund an, 1977 wurde sie käuflich erworben. Eine umfassende Renovierung fand 1984 noch unter der Regie des Kreises statt. Mit der Übertragung des Eissportzentrums 1997 an die Eissport-, Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft des Kreises Soest mbH (EVB) wurde eine weitere Grundsanierung fällig. Die EVB, eine 100-prozentige Kreis-Tochter, investierte rund drei Millionen D-Mark unter anderem in eine neue Kälteanlage, Betonpiste und Kunststoffbande. Seit Mitte 2008 wird der Betrieb der Eissporthalle durch die Deutsche Sportstättenbetriebs- und Planungsgesellschaft mbH & Co. KG (DSBG) als Pächterin durchgeführt.