Breitbandausbau – schnelles Internet für unterversorgte Gebiete

Der Kreis Soest und seine 14 Kommunen möchten alle unterversorgten Gewerbe- und Ortslagen per Glasfaser an mindestens 100 Mbit pro Sekunde schnelles Internet anbinden. Der Bund unterstützt den Breitbandausbau mit einer Förderquote von 50 Prozent, über eine Kofinanzierung des Landes fließt eine weitere 40-prozentige finanzielle Unterstützung.

Jetzt beginnt der geförderte Breitbandausbau!

Nach fast zwei Jahren Vorbereitung in den politischen Gremien, Markterkundungs- und Interessen-bekundungsverfahren, vorläufigem Förderantrag, der Ausschreibung und dem endgültigen Förderantrag hat der Kreis Soest endlich die Fördermittel in unsere unterversorgte Region holen können. Nach der endgültigen Bewilligung der Mittel durch den Bund und das Land NRW hat sich die Firma Innogy TelNet GmbH aus Essen in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren durchgesetzt und hat nun mit der Feinplanungen für die einzelnen Bauabschnitte begonnen.

Wann beginnt der Ausbau in meiner Straße?

Derzeit laufen die Feinplanungen, in denen das Netz in Bauabschnitte aufgeteilt, die endgültigen Leitungstrassen festgelegt und die dazugehörigen Baugenehmigungen eingeholt werden. Wir bitten um Verständnis, dass die konkreten Ausbautermine für die Bauabschnitte erst nach Abschluss dieser Feinplanung endgültig feststehen. Sobald die Planung abgeschlossen ist, werden die Termine öffentlich bekannt gemacht! Wir bitten deshalb noch um etwas Geduld.

Wo liegen die Ausbaugebiete und wie ist der Projektstand?

Nachfolgende Karte zeigt die Ausbaugebiete des Förderverfahrens mit den jeweiligen Projektständen. Durch die Eingabe einer Adresse oder mit der Zoomfunktion können die Ausbaugebiete detailliert betrachtet werden. Die innogy wird jetzt in mehreren Bauabschnitten das Glasfasernetz in den "Boden bringen". Im Vorfeld der Bauarbeiten sind Außendienstmitarbeiter in den Siedlungen unterwegs und informieren zum Projekt. Bis zum Start der Bauarbeiten bleibt in den Ausbaugebieten Zeit, sich für den kostenlosen Glasfaser-Hausanschluss zu entscheiden.

Karte in großer Ansicht öffnen

Stand: 8. Juni 2018

Weitere häufig gestellte Fragen

Welche Gebiete sind förderfähig?

Förderfähig sind Gebiete, in denen folgende Bedingungen erfüllt sein müssen:

  • Gebiete mit einer aktuellen Versorgung von unter 30 Mbit/s im Download
  • Gebiete in denen kein privatwirtschaftlicher Eigenausbau angekündigt ist
  • Gebiete die nicht im Nahbereich der Hauptverteiler der Telekom liegen
  • Gebiete die nicht in einer Einzellage liegen 

Zur Klärung dieser Fragen gibt es ein vorgeschriebenes Verfahren, die sogenannte Markterkundung. Hier müssen die verschiedenen Telekommunikationsunternehmen Angaben zur bestehenden und zur geplanten Versorgung machen. Ein Ergebnis der Datenauswertung kann sein, dass die Grenze zwischen einem weißen Fleck und einem "versorgten" Haushalt genau zwischen zwei Nachbarn verläuft. Demnach gibt es im Kreisgebiet 110 weiße Flecken mit 10.071 unterversorgten Haushalten bzw. Gewerbebetrieben. Für den Anschluss aller Haushalte haben die Fördermittel von Bund und Land aufgrund der Siedlungsstruktur und der damit verbundenen immensen Investitionskosten nicht ausgereicht.

Förderfähige Gebiete im Kreis Soest (Stand: Förderantrag). Karte: Kreis Soest/Christoph Hellmann
Förderfähige Gebiete im Kreis Soest (Stand: Förderantrag). Karte: Kreis Soest/Christoph Hellmann

Welche Perspektive haben Gebiete ohne Förderung?

Für die übrig gebliebenen unterversorgten Gebiete mit vier Prozent der Haushalte verfolgt der Kreis Soest zwei Ansätze, um auch hier die Situation zu verbessern:

  • Privatwirtschaftlichen Ausbau forcieren - Der Kreis hat Gespräche mit innogy geführt, wie nach dem jetzt anlaufenden Ausbau weitere Haushalte an das Glasfasernetz angebunden werden können. Aber auch mit anderen Anbietern ist der Kreis im Gespräch. Eine Endscheidung zum Bau obliegt den privaten Unternehmen.
  • Aktuelle Förderlandschaft beobachten - die neue Bundesregierung hat jetzt weitere Förderprogramme auf den Weg gebracht, mit deren Hilfe genau diese Einzellagen im Kreis Soest angeschlossen werden können. Die dafür notwendige Markterkundung ist angestoßen. Nach der Datenauswertung wird der Kreis Soest das Ergebnis den Kommunen vorstellen und geht davon aus, dass wir uns anschließend wieder mit einem gemeinsamen kreisweiten Antrag am Förderverfahren beteiligen.

Entstehen Kosten für den Endverbraucher?

  • Der Glasfaser-Hausanschluss wird bis zum Anschlusspunkt kostenlos ins Haus gelegt, wenn Sie sich vor Beginn der Bauphase (Stichtag wird jeweils kommuniziert) für einen Glasfaser-Hausanschluss entscheiden. Einzige Voraussetzung für die Errichtung ist die Zustimmung des Grundstückseigentümers.(Nutzungsvereinbarung bei Innogy herunterladen). Diese ist unabhängig von einer Produktbestellung.
  • Bei späterer Entscheidung ist der Glasfaser-Hausanschluss kostenpflichtig, weil damit ein nachträglicher zusätzlicher Aufwand verbunden ist. Bei einer Rohrgrabenlänge bis 30 Meter fällt ein Baukostenzuschuss von 1.243,55 Euro an. Bei einer Länge bis 50 Meter beträgt dieser 1.547 Euro. Hinzu kommt eine Aktivierungsgebühr in Höhe von 398,65 Euro.
Bauzeitplan am Beispiel eines Bauabschnittes

Wie ist das Netz für den Kunden nutzbar?

Im ersten Schritt muss der Ausbau erfolgt sein. Um den eingerichteten Glasfaser-Hausanschluss anschließend vollumfänglich nutzen zu können, muss ein Vertrag mit einem Telekommunikationsunternehmen geschlossen werden - dies kann innogy sein, aber auch jedes andere Unternehmen, das die Leitungen der innogy anmieten möchte. Die Förderregularien verlangen, dass das gebaute Glasfasernetz für andere Anbieter offen ist. Interessierte Telekommunikationsunternehmen müssen dazu mit innogy als Netzbetreiber das Gespräch suchen und entsprechende Vereinbarungen abschließen.

Gibt es noch Infoveranstaltungen?

Ja, es wird Infoveranstaltungen geben. Die genauen Termine werden abhängig vom Baufortschritt noch bekannt gegeben.

Open Access – offener und diskriminierungsfreier Netzzugang

Mittels eines europaweiten Breitband-Ausschreibungsverfahrens hat der Kreis Soest die innogy TelNet GmbH ausgewählt, ein Glasfasernetz in den förderfähigen Bereichen zu errichten. Die innogy TelNet baut im Kreis Soest mit seinem Tochterunternehmen Westnetz GmbH das geförderte Glasfasernetz auf. Dieses Glasfasernetz ist diskriminierungsfrei - das heißt, dass jeder Anbieter, der auf dem Netz anbieten möchte, dies auch tun kann, wenn er mit der innogy TelNet die notwendigen vertraglichen und prozessualen Voraussetzungen dafür geschaffen hat. Der Fachbegriff dafür lautet "Open Access" und ist eine Bedingung bei staatlich geförderten Ausbauprojekten.

Sofern diese Voraussetzungen gegeben sind, können verschiedene Anbieter ihre Glasfaser-Internetprodukte über dieses Netz vertreiben. Der Endkunde kann dann zwischen den verschiedenen Anbietern, die sich für dieses Glasfaser-Netz haben freischalten lassen, frei wählen. 

Aktuelle Anbieter:

Sobald neue Anbieter auf das Netz kommen, wird die Liste hier vervollständigt.

Zukunftsfähige Glasfaser

Der Kreis Soest hat stellvertretend und in Kooperation mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden beim geförderten Breitband-Ausbau auf zukunftsfähige Glasfaser gesetzt und ist damit Pilotregion für Südwestfalen. Hierbei wird die Glasfaser durchgängig bis in jedes Haus verlegt. Die Technologie nennt sich FTTB (Fiber to the Building). Solche Glasfasernetze gelten trotz höherer Baukosten langfristig als die langlebigste, leistungsfähigste und volkswirtschaftlich vernünftigste Variante eines nachhaltigen Netzausbaus. Zum Bau dieses zukunftssicheren Glasfasernetzes werden umfangreiche Tiefbaumaßnahmen vorgenommen und rund 625 Kilometer Glasfaserkabel in neuen oder vorhandenen Trassen verlegt. Weiterhin werden rund 200 Verteiler neu aufgestellt. Nach Abschluss der Arbeiten werden 10.071 Haushalte mehr im Kreis Soest einen schnellen Internetanschluss haben.

Erklärvideo: Wie wird die Glasfaser verlegt?

Etwa 90 Prozent der Hausanschlüsse werden mit dem sogenannten Erdverdrängungsverfahren gelegt. Dabei werden lediglich zwei kleine Löcher benötigt - eins an der Straße und eins direkt am Haus. Durch das Loch an der Straße wird anschließend mit einer "Erdrakete" ein Schacht bis zum Loch am Haus gebohrt. Beete und gepflasterte Wege bleiben dabei erhalten. Anschließend wird am Haus (im Keller oder im Erdgeschoss) ein Loch gebohrt, durch das ein Glasfaserkabel ins Gebäude gelegt werden kann. Zum Schluss wird das Loch ordnungsgemäß verdichtet und die Löcher an der Straße und am Haus wieder verschlossen. Nur wenn das Erdverdrängungsverfahren wegen Hindernissen im Weg (z.B. Fremdleitungen) nicht möglich ist, muss in offener Bauweise gearbeitet werden. Das kommt aber sehr selten vor.

Bestehendes Vertragsverhältnis mit einem anderen Anbieter

Sollten Sie einen Vertrag bei einem einem anderen Anbieter haben, können Sie sich dennoch einen Glasfaser-Internettarif bestellen. Der Anschluss wird erst dann aktiv, wenn die Vertragslaufzeit beim bestehenden Anbieter ausgelaufen ist. Erst dann beziehen Sie das neue Glasfaser-Produkt. Es fallen also keine doppelten monatlichen Kosten an. Voraussetzung hierfür ist ein ausgefüllter Anbieterwechselauftrag.

Gemeinsamer Antrag

Um einen gemeinsamen Förderantrag unter Federführung des Kreises beim Bund stellen zu können, hatten die 14 Kommunen und die Kreisverwaltung im Juni 2016 eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. In einem komplexen Wettbewerbsverfahren setzte sich der Kreis dann im März 2017 mit einem zukunftsfähigen und auf Glasfasertechnologie bauenden Antrag durch.

Der Breitbandausbau wird vom Breitbandkoordinator des Kreises, Christoph Hellmann, zentral koordiniert.

Ansprechperson

Christoph Hellmann 02921 30-3494 christoph.hellmann@kreis-soest.de Adresse | Öffnungszeiten | Details
Der Kreis Soest auf FacebookDer Kreis Soest auf TwitterDer Kreis Soest auf Youtube

Schnellzugriff

Der Kreis Soest von A-Z