Bauschutt verwerten

Beim Abbruch von Gebäuden und Anlagen fallen große Mengen an Bauschutt an. Dieser kann bei ordnungsgemäßem Einsatz wiederverwendet werden. Der Vorteil: es fällt weniger Abfall an und natürliche Gesteinsvorkommen werden geschont. Allerdings besteht bei der Wiederverwendung dieser Materialien auch die Gefahr, dass Schadstoffe enthalten sind, die Boden und Grundwasser beeinträchtigen. Deshalb schreibt der Gesetzgeber bei der Verwertung von Bauschutt eine behördliche Vorprüfung vor.
Bauschutt in einem Container. Foto: Wilhelm Müschenborn/Kreis Soest
Foto: Wilhelm Müschenborn/Kreis Soest

Für eine Verwertung von Bauschutt - Experten sprechen exakt von mineralischen Stoffen aus Bautätigkeit - muss deshalb vorher bei der Unteren Wasserbehörde des Kreises Soest eine wasserrechtliche Erlaubnis eingeholt werden. Die Untere Wasserbehörde prüft dann anhand einer Laboruntersuchung, die vorgelegt werden muss, ob Bauschutt bestimmte Grenzwerte nicht überschreitet und der Standort für die Verwertung geeignet ist.

Auf die Laboruntersuchung kann verzichtet werden, wenn sich der Lieferant von RCL-Material einer anerkannten regelmäßigen Güteüberwachung unterzieht und darüber ein aktueller Nachweis vorgelegt wird.

RCL I-Material und RCL II-Material

Recyclingbaustoff zur Wiederverwendung - also von unerwünschten Stoffen wie Isoliermaterial, Kabeln und ölverunreinigten Fußböden bereinigter Bauschutt - wird in eine bessere Qualität ("RCL I-Material") und eine schlechtere Qualität ("RCL II-Material") eingestuft. An die Wiederverwendung von "RCL II" werden daher höhere Anforderungen gestellt als an "RCL I". Weitere Ausschlussgründe können zum Beispiel die Lage des Verwertungsstandortes in einem Wasserschutz- oder Überschwemmungsgebiet oder die Nähe zu einem Gewässer sein.

Was passiert, wenn keine Erlaubnis vorliegt?

Wer Bauschutt ohne Erlaubnis wiederverwendet, muss mit einem Bußgeld oder einem Strafverfahren rechnen. Außerdem kann der Ausbau des bereits eingebauten Materials verlangt werden.

Notwendige Unterlagen

  • Antrag wasserrechtliche Erlaubnis,
  • Übersichtsplan,
  • Lageplan mit Darstellung der Einbaufläche,
  • Schnittzeichnung (bei Bedarf, zum Beispiel bei einem Lärmschutzwall),
  • Nachweis der Güteüberwachung bzw. Ergebnis der Einzelfalluntersuchung.

Anträge und Anlagen müssen in dreifacher Ausfertigung vorgelegt werden.

Kosten

Die Gebühr richtet sich nach der Einbaufläche und beträgt mindestens 200 Euro.

Zahlungsarten

Es werden gesonderte Gebührenbescheide mit Angabe der Konten und des Kassenzeichens für die Überweisung ausgestellt.

Rechtsgrundlagen

Erlass "Güteüberwachung von mineralischen Stoffen im Straßen- und Erdbau" des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWMEV) und des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNLV) vom 9. Dezember 2001.

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