Spielend Deutsch lernen

Integrationszentrum ermöglichte Sprachferien an Erwitter Grundschule

Aufgaben aus dem Materialkoffer
Bei den zweiwöchigen Sprachferien, die das Kommunale Integrationszentrum an der Erich-Kästner-Grundschule ermöglicht hatte, suchten sich die Kinder aus dem Materialkoffer die Aufgaben aus, an denen sie arbeiten wollten. Foto: Hella Ruhrmann/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 23.08.2021 12:00

Kreis Soest (kso.2021.08.23.475.hr/-rn). "Leicht wie eine Feder oder schwer wie ein Stein?" Mit dieser Frage zur persönlichen Stimmung begann jeden Morgen die Begrüßungsrunde der zweiwöchigen Sprachferien an der Erwitter Erich-Kästner-Grundschule, die vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises ermöglicht und finanziert worden waren. Dieses trug neben den Kosten für den Unterricht auch den Bus, der die Kinder täglich zur Grundschule beförderte. 20 Kinder hatten sich zu diesem Intensivkurs Deutsch in den Sommerferien angemeldet.


Zum Teil sind die Kinder erst ein paar Monate in Deutschland und haben die ersten deutschen Wörter gelernt. Andere Kinder leben zwar schon länger hier, haben aber Angst davor, Fehler zu machen, und melden sich kaum im Unterricht. Hier setzt das Programm „Sprachferien“ an: Ziel war es, das Sprachverständnis und die Ausdrucksfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Eingeübt wurden zudem eine wertschätzende Kommunikation und der respektvolle Umgang miteinander. Unterstützt wurden die Kinder dabei von drei Lehramtsstudierenden, die über besondere Kenntnisse im Bereich „Deutsch als Zielsprache“ verfügen.

Eine feste Tagesstruktur schafft Sicherheit: Jeder Tag begann mit dem obligatorischen Händewaschen und einem Corona-Test. Anschließend wurden die Schülerinnen und Schüler von der Schulleiterin Eike Buttermann und ihrem Team begrüßt. Im geschützten Raum des Stuhlkreises spielten und sprachen die Kinder täglich mehrmals. „Hier sieht man nach zwei Wochen die Entwicklung: jetzt trauen sich die Kinder, erste Wörter und kleine Sätze über sich zu sagen.“ Das beobachteten die Lehramtsstudierenden, die täglich vier Stunden mit den Kindern das Deutschlernen gestalteten.

Danach ging es in die Arbeitsphase: aus dem Materialkoffer suchten sich die Kinder Aufgaben aus, an denen sie arbeiten wollten. Neben Übungs- und Rechtschreibheften wurde auch mithilfe moderner Lern-Apps und Sprechstift-Büchern gelernt. Bei Schwierigkeiten standen die Lehramtsstudierenden unterstützend zur Seite, gemeinsame Pausen boten Raum für Spiel und Bewegung und Erfahrungen im Miteinander. „Neu zugewanderten Kindern fehlt hier auch der Kindergarten oder der Schulbesuch, sie haben nicht gelernt, wie Kinder miteinander spielen“, berichtet Eike Buttermann. „Kinder in Deutschland spielen vielfältig – in ärmeren Ländern ist es nicht möglich, sich gemeinsam einfach aus einer Spielzeugkiste zu bedienen und zusammen loszulegen.“ In der Abschlussrunde wurde der Tag reflektiert und die Kinder erhielten die Möglichkeit, ihren Lernfortschritt zu teilen.

Die Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, Sina Mittmann, freut sich über die Realisierung des Projektes: „Pandemiebedingt hatten neuzugewanderte Schülerinnen und Schüler bisher zu wenig Möglichkeiten, die deutsche Sprache zu erlernen und einzuüben. Bei anderen hat der monatelange Distanz- und Wechselunterricht die Sprachschwierigkeiten vergrößert. Daher sind wir froh, gemeinsam mit der Stadt Erwitte sowie Schulleiterin Buttermann und ihrem Team ein Hilfsangebot geschaffen zu haben.“


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