Tablets statt schwerer Bücher

Bildungsgänge am Börde-Berufskollegs setzen auf mobile Endgeräte

Startklar für digitales Lernen
Schülerinnen und Schüler des Bildungsgangs „Bäckereifachverkäuferin/ Bäckereifachverkäufer“ des Börde-Berufskollegs sowie Koordinatorin Dr. Rita Brand (4. v. r.), Sachgebietsleiter Hendrik Henneböhl (5. v. r.) und Lehrerin Birgit Specht (6. v. r.) zeigen die eingesetzten Tablets vor dem „ActiveBoard“ und dem Tablet-Wagen. Foto: Jan-Peter Quiska/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 05.11.2019 10:00

Kreis Soest (kso.2019.11.05.429.hh/-rn). Drei Bildungsgänge des kreiseigenen Börde-Berufskollegs sind zum Beginn des Schuljahres als "Mobile-Device-Bildungsgänge" gestartet. Will heißen, im Unterricht kommen Tablets als mobile Endgeräte statt schwerer Bücher zum Einsatz. Entweder nutzen die Schülerinnen und Schüler eigene Rechner oder sie greifen in bestimmten Unterrichtsphasen auf Klassensätze zurück. Nach den ersten Wochen praktischer Erfahrung ziehen Schule und Schulträger ein durchaus positives Fazit.


Die insgesamt 105 angeschafften Tablets (iPads) finden Verwendung in den Bildungsgängen „Bäckereifachverkäuferin/ Bäckereifachverkäufer“ und „Systemgastronomen“ sowie im beruflichen Gymnasium („Freizeitsportleiter“). „Die in den vergangenen Jahre bereits gesammelten Erfahrungen des Börde-Berufskollegs waren die Basis, auf die wir aufbauen konnten“, berichtet Dr. Rita Brand als Projektkoordinatorin der Schule. Zwar habe es beim Einpflegen der Managementsoftware in einem der Bildungsgänge zu Beginn „geruckelt“. Die Probleme seien aber mittlerweile behoben.

So fällt das Feedback der Schülerinnen und Schüler zum Tablet-gestützten Unterricht positiv aus. „Es macht Spaß, direkt und mobil im Internet recherchieren zu können, die Inhalte dann direkt zu verarbeiten, mit anderen zu teilen und die Ergebnisse dann darstellen zu können“, lautete der Tenor eines resümierenden Gespräches. Für den Start zum Schuljahresbeginn 2019/20 waren umfangreiche Planungen, Tests und Arbeiten durch eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Schule und Schulträger notwendig. „Ein einfacher Einsatz von Tablets ohne Verankerung in das pädagogische Konzept und in die pädagogische Arbeit sowie eine fehlende Einbindung in das schulische Netz und eine entsprechend digitale Lernumgebung im Klassenraum ist nicht zielführend“, betont Hendrik Henneböhl, Sachgebietsleiter Schulverwaltung Berufskollegs der Kreisverwaltung. 

Die Schule schaffte mit einem Medienkonzept, pädagogischen Vorarbeiten und Schulungen den Rahmen für die Einbindung in den Unterricht. Der Kreis Soest als Schulträger baute in mehreren Räumen eine digitale Infrastruktur auf. Dazu gehören WLAN-Verbindung, digitale Darstellungsflächen und Präsentationsmittel. Schließlich wurden die mobilen Endgeräte für die Arbeit im Klassenraum beschafft und eine Support- und Managementoberfläche für die Geräte eingerichtet. Alles in allem beträgt die Investition des Kreises Soest als Schulträger rund 26.000 Euro. 

Die Nutzung von Tageslichtprojektor und Dokumentenkamera ist durch den Einsatz von speziellen Halterungssystemen für die Klassenraum-Tablets abgelöst. Die Kamerasysteme der Tablets in Kombination mit den Apps und einer Streamingbox schaffen neue Möglichkeiten der Darstellung und des digitalen Bearbeitens von Unterrichtsinhalten im Klassenverband. Die Steuerung der Endgeräte erfolgt durch eine Klassenraummanagement-App der Lehrkraft.

Die Anbindung an die pädagogische Netzoberfläche der Schule macht den Austausch von Daten für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler unabhängig vom aktuellen Aufenthaltsort möglich. So können die am Tablet recherchierten und entsprechend aufgearbeitete Inhalte direkt abgelegt und am nächsten Tag in der Schule abgerufen, genutzt und präsentiert werden.


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