„Lesen Schlüssel zur Integration“

80 pädagogische Fachkräfte besuchen KI-Fachtagung „Interkulturelle Leseförderung“

Workshop
Welche Bücher können wie zur interkulturellen Leseförderung eingesetzt werden? Dieser Frage widmeten sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung in einem Workshop. Foto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 07.12.2018 10:00

Kreis Soest (kso.2018.12.07.519.sm/-rn). Interkulturelle Leseförderung ist ein neues Feld. Sich damit zu beschäftigen, wird aber angesichts der großen Anzahl an neu zugewanderten Kinder und Jugendlichen immer wichtiger. Das haben Kitas und Schulen im Kreis Soest erkannt und bei einer Umfrage des Kommunalen Integrationszentrums (KI) großen Bedarf angemeldet. So folgten 80 pädagogische Fachkräfte der Einladung zur KI-Fachtagung "Interkulturelle Leseförderung entlang der Bildungskette" im Tagungs- und Kongresszentrum Bad Sassendorf.


Maria Schulte-Kellinghaus, Kreis-Dezernentin für Jugend, Schule und Gesundheit, betonte in ihrer Begrüßung, die Veranstaltung sei lediglich ein erster Schritt zur Förderung einer durchgängigen, interkulturellen Leseförderung. „Die Inhalte der Leseförderung sind umfangreich und komplex, weitere Qualifizierungsmaßnahmen sind ebenso notwendig wie eine intensive Zusammenarbeit aller Protagonisten“, appellierte Dezernentin Schulte-Kellinghaus.

Professor Dr. Timm Albers von der Universität Paderborn sieht Lesen als Schlüssel zur Integration und als Grundlage für die Bildungschancen von Kinder und Jugendlichen. Deshalb sei Leseförderung so wichtig bei der Arbeit mit geflüchteten Familien, stellte er in seinem Vortrag heraus. Für den Erfolg in der Schule und den Zugang zum Arbeitsmarkt, für die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben, für die Meinungsbildung und den selbstbestimmten Umgang mit Medien sei sie unverzichtbar. Bettina Twrsnick vom Bundesverband Leseförderung betonte, dass Leseförderung zwar viel Arbeit bedeute, diese aber durchaus lohne, da deutliche Fortschritte in der Lesekompetenz von zugewanderten Kindern und Jugendlichen erreicht würden. Als wichtige Faktoren des Gelingens nannte Bettina Twrsnick unter anderem das Arbeiten auf Augenhöhe, die Berücksichtigung von Chancengleichheit sowie Empathie gegenüber den Lernenden. 

Verschiedene Workshops vermittelten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Wissen über diversitätsbewusste Bücher und ihren Einsatz bei einer interkulturellen Leseförderung. Ebenso behandelt wurden Leseverstehen und Lesestrategien sowie das Schaffen von Schreibanlässen mit Blick auf die Mehrsprachigkeit.


Kompetente Referenten
Referenten und Veranstalter auf einen Blick (v. l.): Monika Socha (Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache), Dieter Hesse (Kreis Soest), Bettina Twrsnick (Bundesverband Leseförderung), Ina-Maria Maahs (Mercator-Institut), Professor Dr. Timm Albers (Universität Paderborn), Sina Mittmann (Kommunales Integrationszentrum Kreis Soest), Livia Daveri (Landesweite Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszenten NRW), Maria Schulte-Kellinghaus (Kreis Soest). Foto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest
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