Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag

Anbieter von "Angeboten zur Unterstützung im Alltag" (AnFöVO) benötigen eine Anerkennung durch den Kreis Soest, damit Patienten die Leistung mit der Pflegekasse abrechnen können. Die Angebote können erbracht werden zum Beispiel als Unterstützung im Haushalt, Begleitung zu Terminen, Unterstützung bei Behördengängen und Behördenkorrespondenz oder durch Einzelbetreuung in den eigenen vier Wänden.

Foto:© Robert Kneschke/Fotolia

Angebote zur Unterstützung im Alltag dienen der Anregung und Unterstützung von Pflegebedürftigen und der Entlastung der Angehörigen. Der hier vorliegende Text richtet sich an Anbieter von Angeboten.

Am 1. Januar 2017 wurde die alte Verordnung "HBPFVO" von der neuen Verordnung "AFöVO" abgelöst. Mit der neuen Verordnung haben sich einige Anforderungen verändert. In einigen Fällen müssen von bereits anerkannten Anbietern neue Anträge gestellt werden. Mehr Infos stehen weiter unten auf dieser Seite unter "Welche bereits anerkannten Anbieter müssen erneut einen Antrag stellen?".

Wer kann einen Antrag auf die Anerkennung stellen?

  • Zugelassene Pflegeeinrichtungen mit Versorgungsvertrag
  • Sonstige Anbieter mit sozialversicherungspflichtig oder geringfügig Beschäftigten
  • Einzelkräfte, die ihre Leistung im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit oder eines unmittelbaren Beschäftigungsverhältnisses mit der pflegebedürftigen Person erbringen
  • Gemeinnützige Träger, die ehrenamtlich tätige Personen einsetzen
  • Personen oder Einrichtungen, die eine Basisqualifizierung anbieten

Zu Konzeptfragen und für die Hilfestellung bei der Beantragung können Sie sich an das Demenz-Servicezentrum Region Münsterland wenden. Die Mitarbeiterin des Demenz-Servicezentrums Münsterland, Frau Steinbock, ist zuständig für den Kreis Soest. Sie ist unter der E-Mail-Adresse sonja.steinbock@demenz-service-muensterland.de oder direkt unter der Telefonnummer 0172 514 24 22 erreichbar.

Welche Voraussetzungen müssen die Anbieter erfüllen?

  • Das Angebot wird dauerhaft und regelmäßig angeboten
  • Zuverlässigkeit der leistungserbringenden Personen
  • Fachliche Qualifikation der leistungserbringenden Personen
  • Fachkraft mit Aufsichts- und Anleitungsfunktion
  • Ausreichender Versicherungsschutz
  • Geringer organisatorischer und finanzieller Aufwand für die Betroffenen
  • Keine körperbezogenen Pflegemaßnahmen

Die Anbieter müssen beim Kreis Soest ein Leistungskonzept einreichen, das Aussagen enthalten muss zu

  • Name- und Kontaktdaten der Anbieterin / des Anbieters
  • Zielgruppen und Inhalte des Leistungsangebots
  • Regelmäßigkeit und Qualitätssicherung
  • Bei Gruppenangeboten: Betreuungsschlüssel
  • Qualifikation der handelnden Personen
  • Sicherstellung einer fachlichen Anleitung sowie Schulungen
  • Bestehende Kooperationen
  • Regelung bei Abwesenheit und Krankheitsvertretung
  • Regelungen zum Beschwerdemanagement
  • Aufgaben der Fachkraft
  • Sicherstellung einer fachlichen Anleitung
  • Kontinuierliche fachliche Begleitung und Unterstützung der leistungserbringenden Person
  • Sicherstellung einer angemessenen Schulung und Fortbildung
  • Angebot und Sicherstellung von regelmäßigen Praxistreffen, Teambesprechungen und Supervisionsmöglichkeiten

Verlängerung von Übergangszeiträumen zum 1. Januar 2018

Anbieter von bereits anerkannten Betreuungsangeboten gemäß der alten Verordnung HBPFVO müssen keinen neuen Antrag stellen. Ihre Angebote bleiben weiterhin anerkannt. Für diese Anbieter gelten die Übergangsregelungen nach § 31 der AnFöVO.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen hat die in § 31 AnFöVO vorgesehenen Übergangszeiträume mit der Verordnung zur Änderung der Anerkennungs- und Förderverordnung AnFöVO) verlängert. Diese Änderungsverordnung ist am 1. Januar 2018 in Kraft getreten.

Anbieter von Bestandsangeboten haben nunmehr bis zum 31. März 2019 Zeit die erforderlichen Qualifizierungen und Fachkraftbegleitungen nachzuweisen. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Änderungen:

  • die Pflicht zur Abgabe von Erklärungen gemäß § 18 Absatz 1 AnFöVO wurde auf den 31. März 2019 hinausgeschoben. Damit entfällt die Pflicht zur Vorlage des Tätigkeitsberichts für das Berichtsjahr 2017. Der nächste Bericht ist für das Jahr 2018 zu erstellen.
    Ein entsprechendes Formular wird über das Datenverarbeitungssystem zur Verfügung gestellt werden. Darin müssen unter anderem die Zahl der eingesetzten Kräfte sowie Fortbildungs- und Schulungsmaßnahmen aufgelistet werden. Darüber hinaus ist eine Dokumentation über die fachliche Anleitung und Begleitung durch die Fachkraft vorgesehen. Alle Daten für 2016 und 2017 sollten vorsorglich vorgehalten werden. 
    Erhebliche Änderungen müssen nach wie vor unverzüglich mitgeteilt werden (zum Beispiel inhaltliche Änderung des Angebotes,  Erhöhung oder Verringerung des eingesetzten Personals). Einen reiner Mitarbeiterwechsel muss hingegen nicht angezeigt werden, dieser muss im Tätigkeitsbericht dokumentiert werden.
    • Die Frist zur Erbringung des nach § 31 Absatz 5 AnFöVO geforderten Nachweises einer zielgruppengerechten Qualifizierung für Einzelkräfte wurde auf den 31. März 2019 hinausgeschoben.Außerdem müssen diese Einzelkräfte bis zum 31. Dezember 2018 gegenüber der zuständigen Behörde einen Nachweis erbringen, dass sie über eine Qualifikation gemäß der Betreuungskräfte-Richtlinie (Richtlinie auf Grundlage § 87b -jetzt § 53c SGBXI) oder eine von den Bezirksregierungen als mit dieser Qualifizierung vergleichbar anerkannte Qualifikation verfügen. Sollten sie über eine solche Qualifikation noch nicht verfügen, müssten sie diese noch absolvieren oder eine Qualifikation, die Inhalt und Umfang der § 53 c-Qualifizierung entspricht (160 Stunden, 2-wöchiges Praktikum) anerkennen lassen.
    • Die Frist zu Schließung einer Kooperationsvereinbarung mit einer Fachkraft oder zur Einstellung einer Fachkraft nach § 31 Absatz 6 AnFöVO wurde auf den 31. März 2019 hinausgeschoben. Einzelkräfte im Sinne des Paragraph 5 Abs. 3 AnFöVO beschäftigen im Rahmen ihrer selbstständigen Tätigkeit selbst keine leistungserbringenden Personen, sondern erbringen die angebotene Leistung selbst. Einzelkräfte, die selbst aber nicht über die nötige Fachkraftqualifikation verfügen, müssen die fachliche Anleitung und Begleitung durch eine Kooperationsvereinbarung mit einer Fachkraft sicherstellen. Dies ist gegenüber der zuständigen Behörde spätestens bis zum 31. März 2019 nachzuweisen.
    • Bereits anerkannte Anbieter können auf der Seite www.pfaduia.nrw.de selbst überprüfen, ob sie für die Ausübung Ihres anerkannten Angebots Besonderheiten (Übergangsregelungen) zu beachten haben.

Kosten

Gebühren werden erhoben für:

  • Antrag auf Anerkennung der Basisqualifikation
  • Antrag auf Anerkennung der Koordinierungsstelle (Bearbeitung des Erstantrags und Überprüfung der Dokumentation)
  • Bearbeitung der Anerkennungsanträge (Erstantrag und Änderungsantrag)
  • Antrag auf Ruhen/Widerruf der Anerkennung
  • Antrag auf Wiederaufnahme nach Wegfall des Hinderungsgrunds
  • Überprüfung der jährlichen Erklärungen
  • Überprüfung der Qualitätsanforderungen
  • Ablehnung eines Antrags

Die Höhe der Gebühren hängen vom Einzelfall ab. Auch für die Rücknahme eines Antrags können Gebühren erhoben werden.

Rechtsgrundlagen

  • Verordnung über die Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag und Förderung der Weiterentwicklung der Versorgungsstruktur in Nordrhein-Westfalen" (AnFöVO).

Ihre Ansprechpersonen

Carolin Kretschmer 02921 30-2936 carolin.kretschmer@kreis-soest.de Adresse | Öffnungszeiten | Details
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