Schulbegleitung - Leistungen zur Teilhabe an Bildung

Kinder und Jugendliche mit drohenden oder schon vorhandenen körperlichen und geistigen Behinderungen haben das Recht auf gleichberechtigte Teilhabe an Bildung. Wenn diese Teilhabe jedoch wesentlich eingeschränkt ist, können Eltern gemäß Sozialgesetzbuch XII unterstützende "Hilfen zur Schulbildung" beantragen. Schülerinnen und Schülern können dann von einer Schulbegleitung unterstützt werden, um den Besuch der Schule und die Teilnahme am Unterricht zu ermöglichen.

Wortwolke mit Begriffen wie Unterstützung, Schulbegleitung und Teilhabe.  Foto: Kreis Soest/Abteilung Soziales
Foto: Kreis Soest/Abteilung Soziales

Der Kreis Soest kann Schulbegleitung als Eingliederungshilfe nur nachrangig zu allen schulischen Unterstützungsmaßnahmen und Hilfen anderer Leistungsträger, wie zum Beispiel Krankenkassen, gewähren.

Umfang und Dauer einer Schulbegleitung ist je nach schulischer Situation immer abhängig davon, ob ein individueller Bedarf beim Kind oder Jugendlichen festgestellt werden kann.

Wo kann ich mich beim Kreis Soest beraten lassen?

  • Bei Kindern und Jugendlichen mit drohenden oder schon vorhandenen körperlichen und geistigen Behinderungen gemäß Sozialgesetzbuch XII (SGB XII) können sich Eltern durch die Abteilung Soziales des Kreises Soest beraten lassen. Die Ansprechpersonen finden Sie am Ende dieser Seite.
  • Bei seelischen Behinderungen gemäß Sozialgesetzbuch VIII können sich Eltern beim zuständigen Jugendamt ihrer Stadt oder des Kreises beraten lassen.

Wichtig: Alle nachfolgenden Informationen beziehen sich ausschließlich auf die Beantragung von Schulbegleitung gemäß SGB XII.

Welche formalen Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Grundsätzlich müssen Kinder und Jugendliche bei Antragsstellung im Kreis Soest gemeldet sein, bei ihren leiblichen Eltern wohnen und die deutsche Staatsangehörigkeit oder einen dauerhaften Aufenthaltsstatus besitzen.

Wer kann einen Antrag stellen?

Antragsberechtigt - und auch leistungsberechtigt - ist ausschließlich der behinderte oder von der Behinderung bedrohte junge Mensch. Antragssteller sind in Vertretung ihrer minderjährigen Kinder die sorgeberechtigten Eltern.

Wie stelle ich einen Erstantrag?

Bitte füllen Sie den Erstantrag (siehe unter "Antragsformulare") online aus. Alle erforderlichen Unterlagen senden Sie bitte zusammen mit dem unterschriebenen Antrag

  • per Post an den Kreis Soest, Abteilung Soziales (Schulbegleitung), Hoher Weg 1-3, 59494 Soest
  • oder per Fax an die Nummer 02921 30-2389.

Bitte verwenden Sie ausschließlich die angebotenen Formulare, um die Antragsstellung zu erleichtern. Für Fragen können Sie sich an die unten genannten Ansprechpersonen wenden.

 Notwendige Unterlagen für die erstmalige Antragstellung einer Schulbegleitung:

  •  Erstantrag der Sorgeberechtigen (inklusive aller notwendigen Kopien/Nachweise)
  • Schweigepflichtsentbindung
  • ärztliche Stellungnahmen/Unterlagen zur Behinderung des Kindes (wenn möglich mit ICD-10 Diagnose(n) und Feststellung der Zugehörigkeit zum Personenkreis nach § 53 SGB XII)
    Hinweis: Diese Unterlagen sollen nicht älter als 12 Monate sein.
  • Erstbericht der Schule (bei Einschulung: zusätzlich Abschlussbericht der Kindertageseinrichtung)

Was passiert nach der Antragsstellung?

Nach Durchsicht der eingereichten Unterlagen prüft die Abteilung Soziales die Teilhabebeeinträchtigung Ihres Kindes durch eine Schulhospitation und gegebenenfalls in Gesprächen mit allen Beteiligten.

Ein Antrag auf Eingliederungshilfe wird abgelehnt, wenn

  • keine Behinderung nach § 53 SGB XII oder
  • keine Teilhabebeeinträchtigung in der Schule vorliegt oder
  • der Bedarf des jungen Menschen anderweitig gedeckt werden kann (Nachrangigkeit der Sozialhilfe). 

Der Antrag auf Eingliederungshilfe wird bewilligt, wenn

  • beim jungen Menschen eine Behinderung nach § 53 SGB XII vorliegt und
  • für diese/n ein erheblicher Unterstützungsbedarf im Schulalltag festgestellt wird, der nicht mit schulischen Ressourcen gedeckt werden kann.

Was ist ein "Gesamtplan"?

  • Nach Feststellung des individuellen Bedarfs beim Kind oder Jugendlichen wird ein Gesamtplan der Leistungen mit Umfang und Zielen aufgestellt.
  • Die im Gesamtplan festgelegten Zielvereinbarungen werden gemeinsam regelmäßig überprüft.
  • Der Kreis Soest erlässt auf Grundlage des Gesamtplans einen rechtsmittelfähigen Bescheid über die Schulbegleitung.

Wo finde ich eine Schulbegleitung für mein Kind?

Bei der Suche nach einem geeigneten Anbieter für Schulbegleitungen können sich Eltern vom Kreis Soest beraten lassen. Kontaktdaten finden Sie am Ende dieser Seite.

Gibt es Unterstützung bei schulischen Veranstaltungen?

Ja, eine Schulbegleitung ist auch bei sonstigen Aktivitäten im Rahmen der Schulpflicht, die über den regulären Unterricht laut Stundenplan hinausgehen, möglich. Dies gilt zum Beispiel für Ausflüge, Projekte, Tage der offenen Tür oder Praktika. 

Wichtig: Diese zusätzlichen Stunden müssen im Vorfeld beim Kreis Soest zur Überprüfung gemeldet werden. Ein gesonderter Antrag ist für schulische Pflichtveranstaltungen somit nicht erforderlich.

Gibt es Unterstützung bei Klassenfahrten?

Ja, die sozialhilferechtlich angemessenen und notwendigen Kosten der Schulbegleitung bei innerdeutschen Klassenfahrten werden finanziert. Dazu zählen die Kosten für Fahrt, Unterkunft und gegebenenfalls Eintrittsgelder, nicht aber für Verpflegung. Kosten für Verpflegung müssen von der Schulbegleitung selbst getragen werden. Ein vorhandener Schwerbehindertenausweis sollte auf Klassenfahrt immer mitgeführt werden, da Ermäßigungen für eine Begleitperson vorrangig auszuschöpfen sind.

Wichtig: Klassenfahrten müssen im Vorfeld beim Kreis Soest zur Überprüfung gemeldet werden. 

Für den Anreisetag und die Folgetage werden maximal zwölf Stunden pro Tag zum jeweiligen Stundensatz der eingesetzten Kraft abgerechnet.  Am Abreisetag werden die Betreuungsstunden von 7.00 Uhr bis zur tatsächlichen Rückkehr abgegolten - oder bis zum Ende des regulären Schulunterrichtes, wenn dieser im Anschluss an die Rückkehr noch stattfindet. Der Kreis Soest rechnet die Kosten direkt mit dem Anbieter der Schulbegleitung ab. 

Klassenfahrten ins Ausland werden beim Kreis Soest gesondert geprüft.

Wie stelle ich einen Folgeantrag auf Weiterbewilligung?

Bitte füllen Sie den Folgeantrag (siehe unter "Antragsformulare") online aus. Alle erforderlichen Unterlagen senden Sie bitte zusammen mit dem unterschriebenen Antrag

  • per Post an den Kreis Soest, Abteilung Soziales (Schulbegleitung), Hoher Weg 1 -3 59494 Soest oder
  • per Fax an die Nummer 02921 30-2389. 

Bitte verwenden Sie ausschließlich die angebotenen Formulare, um die Antragsstellung zu erleichtern. Für Fragen können Sie sich an die unten genannten Ansprechpersonen wenden.

Notwendige Unterlagen für den Folgeantrag einer Schulbegleitung:

  • Folgeantrag der Sorgeberechtigten (inklusive aller notwendigen Kopien/Nachweise)
  • Folgebericht der Schule

Merkblatt

Bearbeitungszeit

Auskunft zur Bearbeitungszeit geben die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Kosten

An den Kosten einer Schulbegleitung müssen sich Eltern gemäß den gesetzlichen Bestimmungen nicht beteiligen.

Rechtsgrundlagen

SGB I, SGB IX und SGB XII.

Ihre Ansprechpersonen

Antragsstellung und Abrechnung

Björn Burger 02921 30-2914 bjoern.burger@kreis-soest.de Adresse | Öffnungszeiten | Details

Gesamtplanung

Katrin Deppe 02921 30-3827 katrin.deppe@kreis-soest.de Adresse | Öffnungszeiten | Details
Corinna Kickelbick 02921 30-2856 corinna.kickelbick@kreis-soest.de Adresse | Öffnungszeiten | Details
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