Wildschweine im Garten – Was nun?

Wildschweine breiten sich zunehmend auch im Kreis Soest aus und dringen vermehrt in Siedlungen ein, zerwühlen Felder, Gärten und Friedhöfe. Grund für die massive Zunahme sind nicht zuletzt die milden Winter der vergangenen Jahre. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat Tipps zusammengestellt, wie Mensch und Grundstück geschützt werden können.

Wildschwein. Foto: Thomas Weinstock/Kreis Soest
Foto: Thomas Weinstock/Kreis Soest

Wildschweine leben gesellig in Rotten und sind sehr lernfähig. Sie sind in der Lage, bei gutem Fraßangebot und Ruhe schnell neue Lebensräume zu erobern. Daher haben es einige Wildschweine gelernt, dass der menschliche Siedlungsraum mit Friedhöfen und Gärten, Grünanlagen und Parks Nahrung im Überfluss und auch Zufluchtsmöglichkeiten bietet. Sie nutzen sogar kleinste Plätze an stark belebten Straßen als Ruheplatz. Wegen der milden Winter leiden die Tiere zudem nicht mehr unter Nahrungsknappheit oder eisigen Temperaturen. Deshalb sinkt die Frischlingssterblichkeit.

Wie schütze ich mein Grundstück?

Folgende Maßnahmen haben sich bewährt:

  • Die sachgerechte Entsorgung von Abfällen in kippsicheren Mülltonnen ist besonders wichtig. Mülltonnen lassen sich auch in einfache Verblendungen aus Holz schieben, so dass sie nicht umkippen.
  • Die Komposthaufen sollte so angelegt werden, dass sie für Wildschweine nicht frei zugänglich sind.
  • Wildschweine dürfen niemals im Garten gefüttert werden! Die Tiere verlieren dadurch sehr schnell die Scheu vor dem Menschen und können aufdringlich werden. Dies gilt auch für die Frischlinge.
  • Ein Garten unterscheidet sich vom Feld durch seine Einfriedung! Wer wald- oder feldnah wohnt, zäunt den Garten am besten mit einem stabilen Festzaun ein. Bei großen Gärten kommen auch mobile Elektrozäune in Frage.
  • Biotopgestaltung ist wichtig für die Tierwelt! Verwilderte Gärten, Weinberge und Grundstücke in Gemengelage mit genutzten Gärten sind jedoch ein Eldorado für Wildschweine. In diesen Fällen ist eine Auflichtung von Gesträuch und Gebüsch ratsam.
  • Ungenutzte naturnahe Grundstücke verschärften die Problematik. Sie sollten gemäht oder gemulcht werden.
  • Wichtig ist der Austausch mit den Nachbarn in Straße und Siedlung: Es gibt immer wieder Fälle, bei denen einige Anwohner sich über die Wildschweine freuen und sie eher noch anlocken, während die Nachbarn unter den Wildschäden leiden.

Was mache ich, wenn ein Wildschwein vor mir steht?

Wildschweine ergreifen vor den Menschen normalerweise die Flucht und sind nur dann aggressiv, wenn sie bedrängt werden oder wenn sie ihre jungen Frischlinge in Gefahr sehen. Auch einen noch so "süßen Frischling" darf man im Garten nicht anfassen. Die Muttersau ist sicher nicht weit weg! Sollten Wildschweine nicht flüchten, oder ein Wildschwein Scheinangriffe durchführen, hilft nur der zügige Rückzug, um die Tiere wieder zu beruhigen. Haushunde sollte man zurückhalten, da sie den Umgang mit Wildschweinen nicht kennen und leicht verletzt werden können.

Nicht füttern!

Die Fütterung von Wildschweinen ist ein absolutes Tabu! Die Wildschweine verlieren dadurch ihre natürlich Scheu vor den Menschen und sehen den Bereich schnell als ihr Revier an. Sie lassen sich dann kaum noch vertreiben.

Wo erhalte ich Hilfe?

Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung:

Bei Anfragen wird gebeten, stets den persönlichen Namen, Gemeinde, Landkreis und Angaben zur Situation mitzusenden.

Quelle: Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung

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