Zerstörte Ameisenhügel: Bußgeld droht

Nach Ortstermin leiten Forst- und Naturschutzbehörde rechtliche Schritte ein

Fassungslos
Andreas Ernst vom Rüthener Regionalforstamt Soest-Sauerland und Jutta Münstermann, in der Abteilung Umwelt des Kreises zuständig für das betroffene Landschaftsschutzgebiet im Arnsberger Wald, waren angesichts des Ausmaßes der Zerstörung an den Ameisenhügeln fassungslos. Foto: Dino Blaß/ Regionalforstamt Soest-Sauerland
Pressemeldung vom 10.10.2018 13:00

Kreis Soest (kso.2018.10.10.435.-rn). Aufmerksame Spaziergänger haben die Zerstörung mehrerer Ameisenhügel der besonders geschützten kleinen roten Waldameise (Formica polyctena) im Warsteiner Wald gemeldet. Bei einem eiligst anberaumten Ortstermin haben Forst- und Naturschutzbehörde den offensichtlich von einem Unternehmen bei der Holzernte begangenen Umweltfrevel begutachtet. Es handelt sich um einen Verstoß gegen die Bundesartenschutzverordnung und eine Verletzung des Forstrechts, so dass rechtliche Schritte eingeleitet wurden.


„Das ist keine Lappalie, sondern ein grob fahrlässiges Verhalten und ein schwerwiegender Eingriff in das Ökosystem“, zeigten sich Andreas Ernst vom Rüthener Regionalforstamt Soest-Sauerland und Jutta Münstermann, in der Abteilung Umwelt des Kreises zuständig für das betroffene Landschaftsschutzgebiet im Arnsberger Wald, entsetzt über das Ausmaß. „Der Wald hat in diesem Jahr durch Sturm und Dürre ohnehin schon genug gelitten.“ Sie verweisen darauf, dass die Tötung der Ameisen und die Zerstörung ihrer Lebens- und Fortpflanzungsstätte nach Paragraph 69 Bundesnaturschutzgesetz mit bis zu 50.000 Euro Bußgeld geahndet werden können. Eine derartige Verletzung von Recht und Natur könne nicht hingenommen werden. Deshalb seien die eingeleiteten rechtlichen Schritte verpflichtend.

Damit verbunden sei auch eine deutliche Botschaft an alle Waldbesucher, sich umweltbewusst zu verhalten. Das sei unabhängig davon, ob diese den Wald zur Erholung oder im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit aufsuchen. „Der Wald ist eines unserer wichtigsten Ökosysteme und verdient eine dementsprechend respektvolle Behandlung“, betonen Andreas Ernst und Jutta Münstermann. Ausdrücklich loben sie die Bürgerinnen und Bürger, die den Umweltfrevel öffentlich gemacht haben.  

Eine Handvoll Ameisenhügel sind weitestgehend zerstört worden. Darunter ein mannshoher Insektenbau, der schon jahrzehntealt ist. Weitere Ameisenhügel wurden schwer beschädigt.


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