Verbraucher stellen Fragen zur Krankenversicherung

Infostand der Verbraucherzentrale NRW Soest gut besucht

Alles klar mit der Krankenkasse?
An einem Infostand im Kreishaus beantwortete Andrea Birkenhauer, Verbraucherberaterin der Verbraucherzentrale NRW Soest, viele Fragen zum Thema Krankenversicherung. Foto: Mathias Keller/Kreis Soest
Pressemeldung vom 14.09.2018 11:00

Kreis Soest (kso.2018.09.14.375.ab/mk). Unter dem Motto "Alles klar mit der Krankenkasse?" entschlüsselte die Verbraucherzentrale NRW im Kreis Soest an einem Infostand am 13. September 2018 im Kreishausfoyer die wichtigsten Knackpunkte rund um die eigene Krankenversicherung. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher nutzten die Gelegenheiten, um Fragen zu stellen.


Besonders häufig beantwortete Andrea Birkenhauer, Verbraucherberaterin der Verbraucherzentrale im Kreis Soest, die Frage, ob sich ein Anbieterwechsel innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung lohnt. „Der Großteil der Leistungen ist gesetzlich vorgeschrieben und deshalb bei allen Krankenkassen identisch. Es lohnt sich aber ein Blick auf den Beitragssatz und die freiwilligen Leistungen. Die Anbieter spezialisieren sich zunehmend, zum Beispiel auf einen besonders niedrigen Beitragssatz, Naturheilkunde oder Osteopathie", rät Birkenhauer. 

Viele zukünftige Rentnerinnen und Rentner sorgten sich um ihre Krankenversicherung im Alter: privat, pflichtversichert oder freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse? Hier rät Birkenhauer, sich frühzeitig die persönliche Situation ganz genau in einem Termin bei der Verbraucherberatung anzuschauen. Wer eine Rente bezieht und zu 90 Prozent in der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens gesetzlich versichert war, wird bei seiner gesetzlichen Krankenkasse als Pflichtversicherter geführt. Hierzu werden Rentnern seit August letzten Jahres für jedes Kind pauschal drei Jahre Versicherungszeit mehr angerechnet. Die Neuregelung gilt auch für alle, die schon in Rente sind. Versicherte, die in Renten gehen oder sind, sollten auf alle Fälle ihren Status von ihrer Krankenkasse prüfen und gegebenenfalls zu ihrem Vorteil ändern lassen.

Besserverdiener, die mehr als 5.000 Euro im Monat brutto an Einnahmen erzielen, haben eine größere Wahlfreiheit: Sie können sich gesetzlich oder privat krankenversichern. Wer in einer gesetzlichen Kasse bleibt, gilt fortan als freiwillig versichert. Versicherte zahlen ihre Beiträge dann nicht nur von ihrem Verdienst, sondern müssen auf sonstige Einkünfte ebenfalls anteilig Beiträge zahlen. Doch auch Geringverdiener können freiwillig versichert sein, zum Beispiel Rentner oder Familienangehörige, die die Voraussetzungen für eine Pflichtversicherung nicht mehr erfüllen. Der Nachteil: Sie müssen dann meist höhere Beiträge zahlen als Pflichtversicherte. Freiwillig Versicherte sollten deshalb bei jeder Änderung ihrer persönlichen Lebenssituation prüfen, ob und zu welchen Bedingungen sie in die günstigere Pflichtversicherung wechseln können.

Privatversicherte: Gutverdiener und Selbstständige können sich statt gesetzlich auch privat krankenversichern und profitieren zunächst von günstigen Beiträgen. Nachteilig ist, dass die private Krankenversicherung nicht auf weitere Familienmitglieder ausgedehnt werden kann und die Versicherungsbeiträge im Laufe des Lebens steigen. Eine Rückkehr in die gesetzliche Kasse ist meist ausgeschlossen. Privat Krankenversicherte sollten deshalb von Anfang an Geld für die kontinuierlichen Beitragssteigerungen beiseitelegen.

Besonderheit bei Ehepaaren: Bei Verheirateten entscheidet die Art der Krankenversicherung oftmals mit über die Beitragshöhe. Sind beide gesetzlich krankenversichert, richten sich die monatlichen Zahlungen nach den jeweiligen eigenen Einnahmen. Ist ein Partner jedoch freiwillig gesetzlich und der andere privat versichert, kann die gesetzliche Kasse das Einkommen des privat abgesicherten Ehegatten zur Beitragsberechnung des gesetzlich versicherten Partners heranziehen. Wer Kinder hat, kann Freibeträge geltend machen.

Familien: Die gesetzliche Krankenversicherung macht’s möglich, dass Ehepartner und Kinder beitragsfrei über das zahlende Mitglied mitversichert werden. Vorausgesetzt, ihre Einnahmen betragen monatlich nicht mehr als 435 Euro. Oder sie verdienen pro Monat nicht mehr als 450 Euro in einem Minijob. Diese Regel gilt auch für Rentner, die nicht pflichtversichert sind.

Weitere Infos zu den Beitragsregeln der Krankenversicherung gibt es im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/krankenkassenbeitraege. Bei Problemen mit der Krankenkasse bietet die Verbraucherzentrale im Kreis Soest eine Rechtsberatung für 9 Euro an. Kontakt unter: Beratungsstelle Lippstadt, Woldemei 36/38, 59555 Lippstadt, Tel. 02941/948820 und Beratungsstelle Soest, Nottebohmweg 2-8, 59494 Soest, Tel. 02921/910870.


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