2030 fahren 25.000 E-Autos im Kreis

Hochschule Hamm-Lippstadt legt Zwischenstand für Elektromobilitätskonzept vor

Erste Prognosen
Professor Dr. Ing. Uwe Neumann von der Hochschule Hamm-Lippstadt, hier bei der Auftaktveranstaltung am 18. Oktober 2017, hat einen Zwischenstand für das kreisweite Elektromobilitätskonzept mit ersten Prognosen vorgelegt. Foto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 19.07.2018 10:00

Kreis Soest (kso.2018.07.19.316.fh/-rn). Der Kreis Soest erstellt über die Hochschule Hamm-Lippstadt in Zusammenarbeit mit den 14 kreisangehörigen Städten und Gemeinden ein kreisweites Elektromobilitätskonzept, damit die Ladeinfrastruktur im Kreisgebiet bis zum Jahr 2030 bedarfsgerecht ausgebaut werden kann. Ein erster Zwischenbericht zeigt die Perspektiven auf. Er geht bis 2030 kreisweit von einer Zunahme auf über 25.000 elektrisch betriebene Kraftfahrzeuge aus.


Professor Dr. Ing. Uwe Neumann von der Hochschule Hamm-Lippstadt, Lehrgebiete Elektrische Energieversorgung und Smart Grids, erläutert, warum ein solcher Blick in die Zukunft wichtig ist: „Das Elektromobilitätskonzept soll eine Verbindung zwischen der Entwicklung der Elektromobilität und dem notwendigen Ausbau der Ladeinfrastruktur herstellen, um aus technischer und kundenorientierter Sicht planen zu können.“

Die aktuellen Zahlen erreichen noch lange nicht die Prognose des Wissenschaftlers, die sich sowohl auf rein batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge als auch auf Plug-In-Hybride bezieht. Aber eine grundsätzlich positive Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland spiegelt sich auch im Kreis Soest wider. „Ende Januar 2018 waren kreisweit 419 Kraftfahrzeuge mit elektrischer Lademöglichkeit zugelassen. Diese Zahl stieg bis Ende Juni auf 515 Fahrzeuge an. Das ist eine Steigerung von rund 23 Prozent in nur einem halben Jahr“, freut  sich Frank Hockelmann, Klimaschutzmanager beim Kreis.

Bis 2030 seien angesichts der vorausgesagten Marktentwicklung im Kreisgebiet rund 1.700 Normalladepunkte bis 22 Kilowatt Ladeleistung notwendig, hat Professor Neumann berechnet. 176 Ladepunkte für die Schnellladung von Fahrzeugen entlang der Hauptverkehrsachsen kämen hinzu. Zurzeit beschäftigt sich Neumann mit den konkreten Standorten. „Wir führen gerade netztechnische Berechnungen bei unterschiedlichen Szenarien durch“, berichtet der Wissenschaftler.

Der Auftakt für die Konzepterstellung, die das Bundesverkehrsministerium mit 59.440 Euro fördert, erfolgte bereits am 18. Oktober 2017 während einer Veranstaltung bei der AEG Power Solutions in Warstein-Belecke. Abgeschlossen werden soll die Arbeit bis Ende 2018. „Städte, Gemeinden, Verteilnetzbetreiber sowie wichtige regionale Partner haben bereits wichtige Daten für das Konzept geliefert. Das ist ein gutes Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit“, betont Kreisdirektor Dirk Lönnecke.

Warstein war aus gutem Grund für den offiziellen Startschuss ausgewählt worden. Die Wästerstadt nimmt durch die hohe Dichte von E-Ladepunkten im Verhältnis zur Bevölkerungszahl bundesweit eine Führungsposition ein. Für ihr Engagement beim Ausbau der Ladeinfrastruktur bei knapper Haushaltslage ist sie von der Agentur für Erneuerbare Energien als Energie-Kommune ausgezeichnet worden. Auch der erste Südwestfälische Elektromobilitätstag fand in Warstein statt. Gastgeber war die Infineon Technologies AG, die wichtige Komponenten für Elektrofahrzeuge herstellt und somit eine Schlüsselposition für die weitere Entwicklung der Elektromobilität einnimmt.


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