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Sexualisierte Gewalt unter Kindern und Jugendlichen ein sensibles Thema

Sabine Erhard
Sabine Erhard von der Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen des Kinderschutzbundes klärte zum Thema sexualisierte Gewalt auf. Foto: Kinderschutzbundn
Pressemeldung vom 11.05.2022 10:00

Kreis Soest (kso.2022.05.11.278.bt). In Kooperation mit der "Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen" des Kinderschutzbundes hat die Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit für die (sozial-) pädagogischen Fachkräfte an den Schulen im Kreis Soest am Montag, 9. Mai, ein weiteres Digitales Häppchen angeboten. In den 90 Minuten erhielten 19 Teilnehmende einen fachlichen Input zum Thema sexualisierte Gewalt unter Kindern und Jugendlichen.


Sabine Erhard und Steffi Frey von der Fachberatungsstelle führten durch das Thema und gingen anschließend über ihre Erfahrungen in ihrem Schulalltag hierzu in den Austausch mit den Teilnehmenden. Hierbei wurde deutlich, dass sexualisierte Gewalt unter Kindern und Jugendlichen ein sehr sensibles Thema ist, das eine „Kultur des Hinsehens“ braucht. „Die Fachkräfte vor Ort müssen einschätzen können, welches Verhalten von Schülerinnen und Schülern ein Eingreifen durch Erwachsene erfordert und welches als ein Teil des natürlichen Sozialisierungsprozesses zählt“, erläuterte Sabine Erhard. Hierzu wurde aufgeklärt, was sexualisierte Gewalt umfasst, welche rechtlichen Rahmenbedingungen vorherrschen und welche Handlungsmöglichkeiten in einem Verdachtsmoment bestehen.

„Das scheinbar zufällige Berühren sensibler Körperregionen beim Vorbeigehen, das nicht gewollte Zeigen von pornografischem Material oder das Erzählen von obszönen Witzen, um Gleichaltrige in eine unangenehme Situation zu bringen, sind Vorfälle, die durch die Fachkräfte an den Schulen bearbeitet werden“, berichtete Britta Thulfaut von der Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit. Hier gilt es, gemeinsam als Schulgemeinschaft hinzuschauen und solche Taten nicht als Kavaliersdelikte abzutun. „Es geht um das Recht der sexuellen Selbstbestimmung, das wir den Kindern und Jugendlichen zusprechen und vor allem auch erläutern müssen. Beide Seiten brauchen im Falle von sexualisierter Gewalt Hilfe“, ergänzte Sabine Erhard. „Denn wenn ein Jugendlicher, eine Jugendliche sexuell grenzverletzendes Verhalten zeigt, benötigt auch er, sie Unterstützung. In der Fachberatungsstelle kann nach Ursachen gesucht werden, welches eigene Gewalterfahrungen sein können und wie dem Jugendlichen, der Jugendlichen alternative Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden können.“

Im Fall von sexualisierter Gewalt unter Kindern und Jugendlichen oder deren Verdachtsfällen erhalten Ratsuchende Hilfe bei der Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt unter der Nummer 02921/6721856.


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