Herkulesstauden-Bekämpfung wird fortgesetzt

Vorkommen von Riesenbärenklau im Kreisgebiet online melden

Junger Bestand
Das Foto zeigt einen jungen Bestand der Herkulesstaude, wie er momentan in den Wäldern an der Heve anzutreffen ist. In diesem Stadium ist die Pflanze noch gut manuell zu bekämpfen. Foto: Annette Kühlmann/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 10.05.2022 10:00

Kreis Soest (kso.2022.05.10.267.ak). Mit dem Beginn des Frühjahres fangen auch die Herkulesstauden wieder an zu wachsen. Im Moment haben die Pflanzen erst etwa zwei bis drei Blätter. Seit über zehn Jahren bekämpft der Kreis Soest die Pflanzen an den Gewässern und in den Naturschutzgebieten mit dem Ergebnis, dass die einzelnen Bestände schon deutlich kleiner geworden sind. Auch in diesem Jahr wurden wieder Aufträge für die Bekämpfung des Riesenbärenklaus an der Möhne und an verschiedenen Gewässern im Einzugsgebiet der Ahse vergeben.


Entlang der Möhne werden die Pflanzen auf der gesamten Strecke vom Vorstaubecken in Möhnesee-Völlinghausen bis zur Kreisgrenze nach Brilon bekämpft. Im Einzugsgebiet der Ahse sind es Standorte an verschiedenen Gewässern, die sich aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre ergeben haben. Die schwimmfähigen Samen der Herkulesstauden verbreiten sich besonders gut an den Gewässern, an denen die gewaltigen Pflanzen die heimische Vegetation verdrängen. Die besondere Gefährdung liegt allerdings in der Giftigkeit der Pflanze. Photosensibilisierende Substanzen (Furanocumarine) sind in der Pflanze enthalten. Diese können bei Hautkontakt insbesondere in Kombination mit Sonnenlicht phototoxische Reaktionen hervorrufen. Die Folge sind Rötungen, Hautentzündungen, Reizungen. Sie können bis zu Verbrennungen zweiten Grades führen. Auch Fieber, Schweißausbrüche und Kreislaufschocks können die Folge des Umgangs mit den Pflanzen sein. Daher ist es besonders wichtig, der Ausbreitung des Riesenbärenklaus Einhalt zu bieten.

An der Meldung von Bärenklau-Vorkommen ist das Sachgebiet Wasserwirtschaft des Kreises Soest auch in diesem Jahr wieder sehr interessiert. Mit einer eigens dafür bereit gestellten digitalen Anwendung soll die Beschreibung und Auffindbarkeit des Standortes erleichtert werden. Zu finden ist das Meldeportal auf der Internetseite des Kreises Soest unter folgendem Link: https://www.kreis-soest.de/herkulesstaude2022.

Ist die digitale Meldung von Standorten der Herkulesstaude nicht möglich, können gesichtete Bestände telefonisch bei Annette Kühlmann unter der Telefonnummer 02921/302213 oder der Mail-Adresse annette.kuehlmann@kreis-soest.de gemeldet werden. Herkulesstauden, die auf öffentlichen Flächen außerhalb von Gewässern stehen, können auch direkt beim örtlichen Bauhof angezeigt werden.

Die Bekämpfung der Herkulesstaude ist schwierig. An jeder der verblühten Pflanzen hängen bis zu 50.000 Samen, die darauf warten, vom nächsten Hochwasser oder dem Wind verbreitet zu werden. Mähen ist zwecklos, da die Pflanze immer wieder aus einer kräftigen Rübe austreibt und das Mähen lediglich zu einer Verzögerung der Blüte führt. Eine wirksame Methode ist das Durchstechen der Wurzelrübe rund 10 bis 15 Zentimeter unter der Bodenoberfläche mit einem Spaten. Blütendolden, die bereits reife Samen besitzen sollten in Folien verpackt und vernichtet werden, um eine weitere Verbreitung der acht bis zehn Jahre keimfähigen Samen zu verhindern. Alle Arbeiten sollten nur mit entsprechender Schutzkleidung (vollständige Bekleidung, Handschuhe und eine Schutzbrille mit seitlichem Schutz) durchgeführt werden, um Verbrennungen der menschlichen Haut zu vermeiden.

Weitere Informationen zur Herkulesstaude und Bekämpfungsmöglichkeiten sind auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer NRW zu finden (www.landwirtschaftskammer.de).


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