Radikalisierungsprozesse in der Schule

Input und Austausch für Fachkräfte der Schulsozialarbeit

Benjamin Fischer
Benjamin Fischer ist Mitarbeiter der SystEx-Beratung der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises Soest. Das Land Nordrhein-Westfalen hat extra Stellen für die Beratung im Bereich der Extremismusprävention eingerichtet. Foto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 30.09.2021 12:00

Kreis Soest (kso.2021.09.30.572.bt) . Schule ist mehr als ein Bildungsort, sondern ein Lebensraum für Kinder und Jugendliche, in dem diese viel Zeit verbringen. So kommen verschiedene Lebensweisen und kulturell und politisch geprägte Einstellungen zusammen, die es durch das Personal an Schule in guter Form zusammenzuführen gilt. Um hierfür gestärkt zu werden, haben die Schulpsychologische Beratungsstelle und die Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit des Kreises ein "Digitales Häppchen" für Fachkräfte der Schulsozialarbeit angeboten.


Unter dem Titel „Grundlagen der Radikalisierungsprozesse als Chance für Prävention und Intervention“ erhielten die Fachkräfte Informationen über die Entstehung von Radikalisierungsverhalten und welche Verantwortung hierbei Schule übernimmt. „Wichtig ist, die Situation mit klarem und ruhigem Kopf zu beurteilen. Denn nicht jedes provokante Verhalten hat gleich etwas mit Radikalisierung zu tun. Aber für jeden Fall gilt, dass wir Erwachsenen auf die betreffenden Jugendliche zugehen und gemeinsam Dinge hinterfragen müssen,“ erklärt Benjamin Fischer von der SystEx-Beratung der Schulpsychologischen Beratungsstelle. SystEx steht für Systemberatung Extremismusprävention, für die das Land Nordrhein-Westfalen extra Stellen eingerichtet hat.

Der Ursprung von Radikalisierung ist bereits in früheren Entwicklungsprozessen zu finden. Kommt es hier zu familiären Konflikten, unsicheren Zukunftsperspektiven, bleibt eine positive Wertevermittlung durch das Umfeld aus oder besteht eine problematische Persönlichkeitsentwicklung, können dies Beispiele für Risikofaktoren sein, die die ersten Schritte in die Radikalisierung ebnen. Hiergegen stehen im Sinne der Schutzfaktoren unter anderem eine positive Grundhaltung zur Gesellschaft und deren politischen Werte wie Demokratie sowie Empathiefähigkeit und eine gute Bindung zu Familien, Freunden und Schule.

Dennis Herkelmann von der Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit freut sich über die gute Kooperation mit der Schulpsychologie: „Die Fachkräfte der Schulsozialarbeit sind im guten Austausch mit den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften. Hier können schnell Dinge wie ein verändertes Verhalten aufgrund von akuten Krisen oder Konflikten erkannt werden. Deshalb ist dieser Input sehr wertvoll für die Arbeit an den Schulen.“

Die SystEx-Beratung bietet den Schulen eine bedarfsorientierte Unterstützung zum Thema Extremismus und legt hierbei ihren Schwerpunkt auf die Präventionsarbeit im Sinne der Demokratieförderung. Bei Fragen und Kooperationswünschen ist Benjamin Fischer unter Benjamin.Fischer@Kreis-Soest.de zu erreichen.

 


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