Im Spannungsfeld zwischen Eltern- und Kinderrechten

Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit bot Fortbildung an – Kindeswohlgefährdung im Blick

Juristische Hinweise
Prof. Dr. Brigitta Goldberg klärte die Fachkräfte der Schulsozialarbeit des Kreises Soest über die rechtliche Seite der Beratung von Kindern und Jugendlichen in der Schule auf. Foto: Violetta Stuchlik
Pressemeldung vom 18.06.2021 10:00

Kreis Soest (kso.2021.06.18.349.bt). Wem gegenüber habe ich in der Schulsozialarbeit eine Schweigepflicht? Wann muss ich ein mir anvertrautes Geheimnis offenbaren? Was bedeutet Kindeswohlgefährdung und welche Schritte sind dann zu gehen? Diese und viele weitere Fragen wurden den Fachkräften der Schulsozialarbeit des Kreises Soest jetzt durch Experten im Rahmen eines Fortbildungspaketes beantwortet. Organisiert hat die beiden Fortbildungen die Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit des Kreises Soest.


Beratung von Schülerinnen und Schülern ist die Hauptaufgabe der Schulsozialarbeit. Neben Fähigkeiten der Beratung und Netzwerkwissen ist das sichere Auftreten in Bezug auf den rechtlichen Rahmen hierbei besonders wichtig. Deshalb beleuchtete Prof. Dr. Brigitta Goldberg, Professorin der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum, das Thema „Beratung von Kindern und Jugendlichen in der Schule – Möglichkeiten und Grenzen aus rechtlicher Sicht“. So arbeitete sie mit Blick auf die Kinderrechtskonventionen das Spannungsverhältnis zwischen dem Elternrecht auf Information und dem Kinderrecht auf Beteiligung und Autonomie auf. Beim Thema Schweigepflicht, das bei den so genannten Berufsgeheimnisträgern der Schulsozialarbeit sehr eng ausgelegt ist, wurde deutlich, wie sehr die Schulsozialarbeit als Einrichtung der Jugendhilfe mit Sitz in der Schule zwischen zwei verschiedenen Systemen arbeitet. „Ein Stück Frau Goldberg würde ich mir gerne in meinen Arbeitsalltag mitnehmen. Das wäre in vielen Situationen sehr hilfreich“, kommentierte eine Teilnehmerin der Fortbildung.

Am zweiten Tag wurde das Thema Kinderschutzrechte noch einmal konkreter bearbeitet. Unter dem Titel „Der Umgang mit Kindeswohlgefährdung durch die Schulsozialarbeit im Kreis Soest“ stellten die vier Fachbeauftragen für Kinderschutz der vier hiesigen Jugendämter (Kreis Soest sowie Städte Soest, Lippstadt, Warstein) ihre Arbeit und die Schnittstelle mit der Schulsozialarbeit vor. Dabei wurde deutlich, dass Kindeswohlgefährdung nicht nur körperliche und sexuelle Gewalt bedeutet, sondern auch in anderen Formen wie Vernachlässigung, seelischer Misshandlung oder dem Miterleben von häuslicher Gewalt auftreten kann. „Es ist wichtig, dass die Fachkräfte der Schulsozialarbeit Kindeswohlgefährdung erkennen und dann die richtigen Schritte einleiten“, betont Kerstin Werner vom Jugendamt Lippstadt. „Wir als Fachbeauftrage für Kinderschutz bieten hierfür eine anonyme Beratung an und überlegen gemeinsam mit den Fachkräften, was zu tun ist.“

Deutlich wurde, dass der Bedarf und der Wunsch nach Information und Konzeptentwicklung an den Schulen zum Thema Kinderschutz und Kindeswohlgefährdung groß sind. „Schulsozialarbeit stellt durch ihr niedrigschwelliges Angebot eine wichtige Schnittstelle zwischen Schule und Jugendamt dar. Ziel ist es, diese Schnittstelle weiter auszubauen“, kündigt Britta Thulfaut von der Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit an.


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