Startschuss „Nachhaltigkeitsstrategie Kreis Soest 2030“

Auftaktveranstaltung im Tagungs- und Kongresszentrum Bad Sassendorf

Grundstein gelegt
Den Grundstein für eine Nachhaltigkeitsstrategie 2030 des Kreises Soest legten jetzt unter anderen im Tagungs- und Kongresszentrum Bad Sassendorf (v. l.) Oliver Haubner (Bertelsmann Stiftung), Dr. Dorothea Schostok (Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW) , Thomas Kubendorff (freier Berater), Dr. Jürgen Wutschka (Dezernent Kreis Soest), Landrätin Eva Irrgang, Bürgermeister Malte Dahlhoff (Gemeinde Bad Sassendorf) und Bürgermeister Remco van der Velden (Stadt Geseke). Foto: Susanne Bracht/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 02.06.2021 10:00

Kreis Soest (kso.2021.06.02.314.sb). Rund 100 engagierte Personen aus Verwaltung, Politik und vielen unterschiedlichen Institutionen legten jetzt den Grundstein für die Entwicklung einer "Nachhaltigkeitsstrategie Kreis Soest 2030". Im Tagungs- und Kongresszentrum Bad Sassendorf kamen Vertreter aus den verschiedensten Interessensgebieten zusammen, corona-bedingt im Rahmen einer hybriden Veranstaltung, das heißt knapp 70 Personen waren vor Ort, über 30 Personen waren online zugeschaltet.


Nach einer Begrüßungsrede durch Landrätin Eva Irrgang unterstrich Dr. Dorothea Schostok, Referatsleiterin aus dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen die Wichtigkeit der nachhaltigen Entwicklung des Kreises Soest für die Erreichung der weltweiten Nachhaltigkeitsziele, der sogenannten „Agenda 2030“ der Vereinten Nationen. Immer wieder betonte sie, dass wir uns jetzt auf den Weg machen müssen, um bis 2030 wirklich noch etwas erreichen zu können. „Der ökologische Fußabdruck, also die Fläche auf der Erde, die wir brauchen, um unseren Lebensstil zu ermöglichen, ist in NRW noch einmal größer als derjenige für ganz Deutschland“, verdeutlichte die Expertin. „Beide liegen deutlich über dem globalen Durchschnitt – und der liegt weit über einem nachhaltigen, vernünftigen Maß. Hätten alle Menschen weltweit solch einen Lebensstil wie wir in NRW bräuchte man 3,3 Erden.“ Die hätten wir nicht und daher müssten wir Menschen uns und unser Verhalten ändern. Es müsse eine Wohlstands- und Konsumwende, eine Energie- sowie eine Ressourcenwende geben. Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik dürften nicht mehr separat gesehen werden, sondern müssten ineinandergreifen. Generationengerechtigkeit als herausragender Punkt müsse immer wieder betont werden.

Dr. Schostok hatte auch Beispiele von Zielen mitgebracht, bei deren Erreichung der Kreis Soest mit in der Verantwortung ist. Dazu zählen beispielsweise die Erhöhung des Anteils des ökologischen Landbaus auf 20 Prozent, eine Steigerung des Anteils von Vätern beim Elterngeldbezug, die Senkung von Phosphor und Nitrat im Wasser, eine Erhöhung der installierten Leistung von Wind und Photovoltaik oder die Zunahme der Erwerbstätigen in der Umweltwirtschaft.  Zum Schluss ihrer engagierten Rede wünschte sie dem Kreis Soest viel Mut bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele.

Im Anschluss war Patrick Kunkel, Bürgermeister von Eltville am Rhein, digital zugeschaltet. Er konnte so mitreißend von seinem Engagement für Nachhaltigkeit berichten, dass jedem im Nachgang klar war, warum Eltville sich momentan „Deutschlands nachhaltigste Kleinstadt 2021“ nennen darf. Er sieht die Nachhaltigkeitsziele als so maßgebend an, dass er sein Wahlprogramm einzig darauf begründet hat. Wenn diese Ziele, die 196 Staaten im Jahr 2015 einvernehmlich verabschiedet haben, konsequent verfolgt werden, geht es einer Kommune automatisch gut, so sein Credo.

In sechs Workshops wurden im Anschluss Visionen und erste Ideen zu den Zielen des Kreises Soest erarbeitet. Dabei sind von Mobilitätsketten von Fahrzeugen mit klimaneutralen Antrieben oder einer Wasserstoffmodellregion über die Verbesserung von Energieeffizienz und Biodiversität bis zur Steigerung der Boden- und Wasserqualität viele bereits bekannte Themen enthalten. Da die Nachhaltigkeitskriterien aber ein sehr großes Spektrum abdecken, sind auch Ziele wie Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, Bildungsgerechtigkeit, eine ausreichende Gesundheitsversorgung, Digitalstrategien und eine Ausweitung des Fair Trade auf der Liste der Themen enthalten, die weiter diskutiert und im Kreis angegangen werden sollen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Oliver Haubner von der Bertelsmann Stiftung. Er berät und begleitet aufgrund seiner Expertise mit zahlreichen Kommunen den Kreis Soest bei der Entwicklung seiner Nachhaltigkeitsstrategie.

Diese Veranstaltung war der Auftakt zu weiteren Aktivitäten. Als nächstes ist eine Veranstaltung für Bürgerinnen und Bürger noch für Mitte des Jahres geplant: das Nachhaltigkeitscamp. Auch hier sollen Ziele und Visionen für das Jahr 2030 erarbeitet werden. Alle Ergebnisse fließen im Herbst in Themen-Workshops, in denen dann eine konkrete Strategie mit Maßnahmen und Indikatoren erarbeitet wird.


Vortrag Dr. Dorothea Schostok
Dr. Dorothea Schostok, Referatsleiterin aus dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, referierte über Nachhaltigkeitsziele und deren Erreichung. Foto: Susanne Bracht/ Kreis Soest
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