26. Juni: „Weltdrogentag“

Alkohol, Tabak und Cannabis im Fokus

Wichtiges Arbeitsmittel
Der Methodenkoffer zur Cannabisprävention ist ein wichtiges Arbeitsmittel für Alexa Krause, Suchtprophylaxefachkraft im Gesundheitsamt der Kreisverwaltung, und Ulrich Brauckmann, Leiter der Suchtberatungsstellen der Diakonie im Kreis Soest. Symbolfoto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 22.06.2020 10:00

Kreis Soest (kso.2020.06.22.358.ak). Zum diesjährigen Weltdrogentag machen Alexa Krause, Fachkraft für Suchtprävention beim Kreisgesundheitsamt und Ulrich Brauckmann, Leiter der Suchtberatungsstellen der Diakonie Ruhr-Hellweg, auf die drei populärsten Drogen aufmerksam: Alkohol, Tabak und Cannabis. Im Dezember 1987 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 26. Juni als Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr, kurz auch "Weltdrogentag", festgelegt.


Alexa Krause und Ulrich Brauckmann arbeiten eng zusammen: in regelmäßigen Sitzungen des Arbeitskreises „Prävention im Team“ (PiT) mit unterschiedlichen Kooperationspartnern zum Thema Prävention von riskantem Konsum, bei Veranstaltungen wie zum Beispiel dem ALK-Parcours in Schulen oder auch bei „HaLT – Hart am Limit“ ein kommunales Präventionsprogramm für Kinder und Jugendliche. Ihr Ziel ist die Aufklärung und der Erwerb von Risikokompetenz beim Konsum. „Unsere Botschaft ist nicht Abstinenz – das wäre unglaubwürdig und nicht realistisch, schließlich ist Deutschland ein Hochkonsumland in Bezug auf Alkohol.“

Alexa Krause: „Alkohol wird oft gar nicht als Droge angesehen. Dabei ist es ein Zellgift, was Schäden im Körper anrichtet. Der Konsum ist gesellschaftlich jedoch so angesehen, dass Alkohol als die einzige Droge gilt, für deren Nicht-Konsum man sich rechtfertigen muss – ein einfaches nein reicht oftmals nicht.“ Internationale Empfehlungen, die nachweislich wirksam sind um den hohen Konsum zu senken, wie Verkaufsbeschränkungen oder Preiserhöhungen, werden in Deutschland nicht umgesetzt.

Ulrich Brauckmann: „Cannabis ist die mit Abstand am meisten konsumierte illegale Droge. Das spiegelt sich auch in unseren und den bundesweiten Zahlen wider. In den letzten 25 Jahren zeigt der Cannabiskonsum eine leicht steigende Tendenz. Cannabis wird nicht selten als Ersatzmedikation für psychische Problemlagen und im Falle psychiatrischer Erkrankungen genutzt.“

Die Gefährdung der Verkehrssicherheit durch drogenbeeinflusste Kraftfahrer hat seit den 1990er Jahren zugenommen. Durch gesetzliche Änderungen und eine verbesserte Drogenerkennung der Polizei werden deutlich mehr Delikte aufgedeckt und sanktioniert. Der Cannabis-Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) kann noch über einen längeren Zeitraum nachgewiesen werden. Das geringere Abhängigkeitspotential im Vergleich zu anderen illegalen Drogen sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der langfristige Konsum von THC insbesondere durch Heranwachsende mit sozialen und psychischen Problemen und Beeinträchtigungen einhergehen kann. Der Konsum ist umso problematischer für Heranwachsende, da der THC-Anteil im Cannabis sehr unterschiedlich sein kann, also eben auch sehr hoch sein kann. Um es mit Forrest Gump zu sagen: „Man weiß nie, was man kriegt.“

Am Beispiel Tabak lässt sich sehr gut darstellen, wie gut Verkaufsbeschränkungen, Preiserhöhungen und weitere verhältnispräventive Maßnahmen Wirkung zeigen: Wir sind an einem historischen Tiefstand angelangt, was das Rauchen bei Jugendlichen angeht. Alexa Krause: „Tabakprävention wird mit dem Argument ‚Da haben wir aber ganz andere Probleme‘ leider oft vernachlässigt. Abgesehen von den gesundheitlichen Schäden, wirkt sich das Rauchen von Zigaretten sehr nachteilig auf den Einstieg in den Cannabiskonsum aus, da die Konsumierenden das Inhalieren von Rauch bereits gewöhnt sind.“


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