Abstrichaktion in Flüchtlingsunterkunft

265 Tests in ZUE Wickede-Wimbern durchgeführt - Fünf davon positiv

Pressemeldung vom 15.06.2020 11:00

Kreis Soest (kso.2020.06.15.343.jdw). Da eine Bewohnerin der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) der Bezirksregierung Arnsberg in Wickede-Wimbern positiv auf das Coronavirus getestet worden war, veranlasste am 12. Juni 2020 das Kreisgesundheitsamt in Absprache mit der Bezirksregierung und der Gemeinde Wickede eine breit angelegte Abstrichaktion. Insgesamt wurden 265 Abstriche entnommen. "260 Tests waren negativ, fünf Personen wurden positiv auf das Virus getestet", teilt Kreisgesundheitsamtsleiterin Dr. Andrea Gernun mit.


Das Kreisgesundheitsamt war aufgrund der Bewohner- und Mitarbeiterlisten zunächst von ca. 350 Personen ausgegangen, bei denen ein Abstrich erfolgen sollte. Zu der Abstrichaktion am vergangenen Freitag erschienen neben den gemeldeten Mitarbeitern nur die Bewohner, die sich tatsächlich in der Einrichtung aufhielten. So wurden am 12. Juni 2020 in der Flüchtlingsunterkunft bei 177 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 88 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Abstrichuntersuchungen durch ein Team des Rettungsdienstes vorgenommen. Bei Kindern unter zwei Jahren wurde auf einen Abstrich verzichtet, da davon auszugehen ist, dass diese, sollten die Eltern positiv getestet werden, durch den engen Kontakt ebenfalls infiziert wären und zusammen mit ihren Eltern zu separieren sind.

Das Ergebnis der Abstrichaktion: Bei fünf weiteren Bewohnerinnen und Bewohnern der ZUE Wickede-Wimbern wurde das neuartige Coronavirus nachgewiesen. „Von den positiv getesteten Personen sind vier asymptomatisch, eine Person ist leicht symptomatisch. Es geht ihnen gut und sie befinden sich in Quarantäne. Um eine weitere Ansteckung zu vermeiden, wurden die positiv getesteten Personen und deren enge Kontaktpersonen isoliert und für alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeiterschaft, die sich in der Einrichtung aufhalten, Quarantäne angeordnet. Die Quarantäne dauert 14 Tage ab Testungsdatum, also bis zum 26. Juni 2020“, erklärt Kreisgesundheitsamtsleiterin Dr. Gernun. Bei einigen Personen, die am Freitagmorgen kurzfristig nicht erreicht wurden und somit an der Testung nicht teilnehmen konnten, werden gesonderte Abstrich-Untersuchungen stattfinden.

Kreisdirektor Dirk Lönnecke ergänzt als Leiter des Krisenstabs des Kreises Soest: „Bei einer solch großen Einrichtung ist es ratsam, eine Quarantäne für das ganze Haus auszusprechen, damit die Infektionsketten möglichst kurz gehalten werden können und sich das Virus nicht weiter verbreitet. Der Krisenstab des Kreises Soest hat sich daher in Absprache mit der Bezirksregierung Arnsberg und der Gemeinde Wickede für dieses Vorgehen entschieden.“

Ford-Nyoh David als Leiter der Flüchtlingsunterkunft erklärte: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Betreuungsdienstleisters und des Sicherheitsdienstes leisten gute Arbeit. Es liegt aber auch daran, dass wir bei der Umsetzung der Hygienemaßnahmen, der Kohorten-Bildungen, dem Einhalten des Mindestabstands von 1,5 Meter sowie dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz unsere Hausaufgaben gemacht haben. Dennoch ist es nur ein Etappensieg. Die Pandemie ist noch immer allgegenwärtig, sodass weiterhin höchste Achtsamkeit geboten ist. Wir werden eng vom Gesundheitsamt begleitet und fühlen uns gut aufgehoben.“ Auch Wickedes Bürgermeister Dr. Martin Michalzik ist froh über die Abstrichaktion und das Testergebnis: „Für die Gemeinde Wickede (Ruhr) begrüße ich, dass die Testung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Beschäftigten in der ZUE Wickede-Wimbern einen Überblick zur Corona-Infektion dort möglich macht. Das ist objektiv nötig und sicher auch Wunsch vieler Menschen in unserer Gemeinde. Die aktuell geringe Fallzahl unterstützt meinen bisherigen Eindruck, dass das Pandemiemanagement in der ZUE-Flüchtlingsbetreuung durch Bezirksregierung und Malteser-Hilfswerk während der letzten 12 Wochen seit Beginn der Auflagen insgesamt funktioniert.“

Bereits am 08.06.2020 hatte das Kreisgesundheitsamt für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie für die Mitarbeiterschaft eine Quarantäne angeordnet, die am Samstag, 13. Juni 2020, verlängert wurde.


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