In sieben Lebenswelten abholen

Personalverantwortliche interessiert Frage „Wie ticken Jugendliche?“

Kompetente Referentin
Die Organisatoren der Fachtagung zur Sinus-Jugendstudie begrüßten als kompetente Referentin Dr. Gabriele Schambach (links in der Mitte). Foto: Simone Musial/ Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe
Pressemeldung vom 30.10.2019 15:00

Kreis Soest (kso.2019.10.30.425.ab/-rn). Die heimische Wirtschaft hat einen hohen Bedarf an Nachwuchskräften. Das belegt auch die gute Resonanz auf die Fachtagung über die Ergebnisse der Sinus-Jugendstudie "Wie ticken Jugendliche?". Über 50 Interessierte, überwiegend Personalverantwortliche aus Wirtschaft und Verwaltung, folgten am 28. Oktober der Einladung der Regionalagentur Hellweg-Hochsauerland und der Kommunalen Koordinierungsstelle "Übergang Schule-Beruf" in die Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe in Soest.


Referentin Dr. Gabriele Schambach, seit 2012 Lehrbeauftragte an der Universität St. Gallen, Schweiz, stellte die von der Sinus-Jugendstudie 2016 ausgemachten Lebenswelten von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren in Deutschland vor. Insgesamt sieben hat die Untersuchung identifiziert und die Heranwachsenden in entsprechende Kategorien eingeteilt. Sinus definiert konservativ-bürgerliche Bodenständige, adaptiv-pragmatische Anpassungsbereite, prekäre um Teilhabe Bemühte, materialistische bzw. freizeitorientierte Hedonisten, experimentalistische bzw. nonkonformistische Hedonisten, sozialökologische bzw. an Nachhaltigkeit und Gemeinwohl Orientierte sowie expeditive bzw. erfolgs- und lifestyle-orientierte Networker. Anhand der Ergebnisse einer IHK-Analyse zur Jugend gab Dr. Schambach zu jeder Lebenswelt Handlungsempfehlungen im Hinblick auf das Berufswahlverhalten der Jugendlichen und außerdem Tipps zur gezielten Ansprache der Jugendlichen durch Ausbildungsbetriebe.

Das anschließende World-Café bot an vier Tischen Antworten zu Fragen wie „Welche Werte der Unternehmen und Betriebe decken sich mit den unterschiedlichen Werten der jeweiligen jugendlichen Lebenswelten?“ „Wie erreichen wir die unterschiedlichen Jugendlichen mit unseren Angeboten?“ „Welche beruflichen Potenziale liegen in den jeweiligen jugendlichen Lebenswelten?“ „Wie können wir die Jugendlichen gemäß ihrer Lebenswelten ansprechen?“. In lebhaften Diskussionen und im abschließenden Fazit gab es unterschiedliche Anregungen, wie Betriebe und Behörden auf Schülerinnen und Schüler zugehen können, um ihr Angebot attraktiv darzustellen, welche sozialen Medien eingesetzt werden können, um möglichst niedrige Hürden für die Bewerber zu setzen, und welche Voraussetzungen auch Betriebe schaffen sollten, wenn sie in Zukunft Jugendliche für eine Ausbildung gewinnen wollen.

Zu Beginn hatten Detlef Schönberger, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe, als Hausherr und Dieter Hesse, Abteilungsleiter Schulangelegenheiten beim Kreis, die Gäste begrüßt. Finanzielle Unterstützung durch den Europäischen Sozialfonds und das NRW-Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales machte die Veranstaltung möglich.


Der Kreis Soest auf FacebookDer Kreis Soest auf TwitterDer Kreis Soest auf YoutubeDer Kreis Soest auf Instagram

Schnellzugriff

Der Kreis Soest von A-Z