Salzbach verliert weitere Fesseln

Gewässer erhält östlich von Welver-Illingen vier neue Schlingen

Natürliche Strukturverbesserung
Eine Windhose warf 2016 einige Bäume am Ufer des Salzbaches um. Ihre Wurzelteller sind heute gute Unterstände für Fische. Foto: Annette Kühlmann/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 18.10.2019 10:00

Kreis Soest (kso.2019.10.410.ak/-rn). Die Wasserwirtschaft des Kreises verliert das Ziel, den Salzbach in den nächsten Jahren naturnah zu gestalten, nicht aus den Augen. Ein beauftragtes Unternehmen startet am Mittwoch, 23. Oktober 2019, erste Vorbereitungen, um den Bachlauf östlich von Welver-Illingen zu vier neuen Schlingen zu verhelfen und auf diese Weise um 280 Meter zu verlängern. Da, wo der Kreis Eigentümer der benachbarten Flächen ist, werden außerdem Steinschüttungen aus dem Ufer entfernt.


Auf diese Weise verliert der Salzbach auf einer Länge von rund einem Kilometer weitere Fesseln. „Wir wollen erreichen, dass der Salzbach sich in der Landschaft wieder frei verlagern kann. Im Jahr 1983 ist der Bach begradigt, beidseitig mit Steinschüttungen versehen und ihn somit in ein starres Bett gezwungen worden“, erläutert Annette Kühlmann, zuständige Landschaftsarchitektin beim Kreis Soest. „Die Entfernung der Uferbefestigung ist zum Teil nur möglich, wenn einzelne Bäume gerodet werden. Diese finden später aber als wertvolles Totholz und strukturgebendes Element im neu gestalteten Gewässerlauf Verwendung.“ Totholz sei eine wichtige Nahrungsgrundlage für Kleinstlebewesen und diene Fischen und anderen Gewässerorganismen als Unterstand. Eine Windhose habe vor Jahren einige Uferbäume umgeworfen, die mit ihren Wurzeltellern am Rand des Salzbaches liegen und dadurch bereits für eine Strukturverbesserung im Gewässer sorgen.

Die Baumaßnahme ist ein Baustein des Ahse-Projektes „Lebendige Bördebäche“, das der Kreis Soest gemeinsam mit der Stadt Hamm im gesamten Einzugsgebiet der Ahse umsetzt. Die Kosten der aktuellen Baumaßnahme sind auf 165.000 Euro einschließlich der Entsorgung des überschüssigen Bodens kalkuliert worden. Es fließt ein Landeszuschuss in Höhe von 80 Prozent. Das erforderliche Grundstück hatte die Kreisverwaltung mit Unterstützung der Flurbereinigungsbehörde vor einigen Jahren erworben.

Der neu gestaltete Gewässerlauf erhält die Form eines sogenannten Kastenprofils mit steilen Uferkanten und einer Einschnittstiefe von zweieinhalb bis drei Metern. Das ist für die lößlehmgeprägten Bäche der Bördelandschaft typisch ist. Der alte Bachlauf wird nach Fertigstellung der neuen Schlingen in fünf Teilbereichen auf je einer Länge von rund 20 Meter verfüllt. Zuvor werden dort die Fische abgefangen und an anderer Stelle im Gewässer wieder eingesetzt. Zwischen den neuen Salzbachschlingen soll sich auf natürliche Art und Weise (Sukzession) Wald entwickeln.

Hintergrund:

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) gibt vor, dass alle Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu bringen sind. Dieses Ziel soll bis spätestens 2027 erreicht sein. Für das gesamte Einzugsgebiet der Ahse haben der Kreis Soest und die Stadt Hamm hierzu das Ahse-Projekt „Lebendige Bördebäche“ ins Leben gerufen. In einem Umsetzungsfahrplan wurden alle Maßnahmen für die Ahse und ihre Zuflüsse zusammengefasst, die erforderlich sind, um den guten ökologischen Zustand für die Gewässer zu erreichen. Gleichzeitig werden Aussagen zur Priorität und zu den Umsetzungszeiträumen der einzelnen Maßnahmen gemacht. Der Umsetzungsfahrplan, der vom Büro Stelzig erarbeitet wurde, ist als flexibles Konzept gedacht. Die dort beschriebenen Maßnahmen können auch auf benachbarten Flächen umgesetzt werden. Ein entscheidendes Kriterium ist die Flächenverfügbarkeit. In dieser Hinsicht werden die Projektpartner durch die Flurbereinigungsbehörde, dem Dezernat 33 der Bezirksregierung Arnsberg unterstützt. Es wurde ein eigenes Flurbereinigungsverfahren „Bördebäche“ eingeleitet.

Weitere Informationen im Internet unter www.kreis-soest.de (Stichwort „Ahse-Projekt“ ins Suchfenster eingeben).


Wie an der Schnur gezogen
Bereits im Jahr 1983 ist der Salzbach begradigt worden. Bald soll er sich wieder naturnah durch die Landschaft schlängeln. Foto: Annette Kühlmann/ Kreis Soest
Starres Bett bald Vergangenheit
Die vorhanden Steinschüttungen am Ufer werden beseitigt, um den Salzbach weitere Fesseln zu nehmen. Foto: Annette Kühlmann/ Kreis Soest
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