"Gutachter im Auftrag des Gesetzes"

Amtsärztlicher Dienst: Dr. Ansgar Brockmann erklärt, was es damit auf sich hat

Amtsarzt Dr. Ansgar Brockmann
Dr. Ansgar Brockmann, Leiter des Amtsärztlichen Dienstes des Kreises Soest, erklärt, was sich alles in seinem Sachgebiet abspielt. Foto: Judith Wedderwille/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 09.08.2019 10:00

Kreis Soest (kso.2019.08.09.308.ab/jdw). Er ist einer der wichtigsten Bereiche des Kreisgesundheitsamtes, stellt im Jahr ca. 22.000 Gutachten und Stellungnahmen aus und hat ein weit größeres Aufgabenspektrum zu bieten, als manch einer vermuten würden: der Amtsärztliche Dienst. Amtsarzt Dr. Ansgar Brockmann erklärt, was sich alles in seinem Sachgebiet abspielt.


„Der Amtsärztliche Dienst des Kreisgesundheitsamtes ist der Gutachter im Auftrag des Gesetzes“, bringt es Dr. Brockmann auf den Punkt. Konkrete Auftraggeber sind dabei Behörden wie die Bezirksregierung, Gerichte sowie öffentlich-rechtliche Institutionen. Die rechtlichen Grundlagen der hoheitlichen Arbeit des Gesundheitsamtes liefern u.a. das Gesetz über den Öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes NRW, das Bundes- und Landesbeamtengesetz sowie verschiedene Sozialgesetzbücher. 

„Während das sehr abstrakt klingt, zeigt ein Blick in den Terminkalender unserer sechs Amtsärztinnen und -Ärzte, was damit praktisch verbunden ist“, so der Sachgebietsleiter. Lehrerinnen und Lehrer, die in das Beamtenverhältnis übernommen werden sollen, gehören beispielsweise zu den regelmäßigen Gästen in den Untersuchungsräumen im Soester Kreishauses sowie der Nebenstelle des Kreisgesundheitsamts in Lippstadt. „In den Gutachten enthalten“, erklärt Dr. Brockmann, „ist auch eine Prognose, ob eine vorliegende Erkrankung dazu führen könnte, dass die oder der Betroffene vor Erreichen des Ruhestandsalters dienstunfähig werden könnte.“

Auch nach der Verbeamtung bleibt der Amtsärztliche Dienst weiter Anlaufstelle für alle Beamten. Beispielsweise, wenn es um die Frage geht, ob eine Kur oder Rehabilitation notwendig ist, ob die Kosten für bestimmte Heilbehandlungen durch die Beihilfe übernommen werden können, oder wenn zu bewerten ist, ob eine Erkrankung das Versetzen in den vorzeitigen Ruhestand notwendig macht.

Um auf die Vielzahl von Fragen aussagekräftige Antworten liefern zu können, ist das Kreisgesundheitsamt mit verschiedenen Fachärztinnen und Fachärzten unterschiedlicher Fachrichtungen besetzt, vom Allgemeinmediziner bis hin zum Pneumologen. Dieses Wissen wird auch vom Jobcenter des Kreises genutzt. „Wenn Menschen, die Hartz IV erhalten, beispielsweise gesundheitliche Probleme haben, dann klärt der Amtsärztliche Dienst, ob sie arbeiten können und welche Tätigkeiten für sie infrage kommen“, erläutert Dr. Brockmann. Für Gerichte und Staatsanwaltschaften würden darüber hinaus regelmäßig Gutachten zur Frage der Haft- oder Verhandlungsfähigkeit abgegeben. Insgesamt werden jährlich etwa 1.500 amtsärztliche Gutachten für verschiedene Auftraggeber erstellt, hinzukommen circa 12.000 gutachterliche Stellungnahmen zur Einstufung des Grades der Behinderung nach Schwerbehindertenrecht, die unter anderem von Honorarärzten ausgestellt werden.

Ein ganz anderes Betätigungsfeld des Amtsärztlichen Dienstes bietet das Bestattungsgesetz in NRW. Feuerbestattungen oder Überführungen ins Ausland sind ohne uns nicht möglich“, so Dr. Brockmann.  In diesen Fällen verlangt das Gesetz nämlich eine zweite Leichenschau. Dabei lautet der Auftrag für die Amtsärzte: Kontrollieren, ob es Anhaltspunkte für einen nicht natürlichen Tod gibt. Im Jahr werden hierzu etwa 8.500 Leichenschauen durchgeführt und Stellungnahmen angefertigt. Jeder Totenschein, der im Kreis Soest ausgestellt wird, wird übrigens vom Amtsärztlichen Dienst gelesen und auf Plausibilität geprüft.

Die Ärztinnen und Ärzte des Kreisgesundheitsamtes untersuchen aber nicht nur, sie sind auch Prüfungsvorsitzende bei Examensprüfungen zum Gesundheits- und Krankenpfleger, Rettungssanitäter, Physio- oder Ergotherapeuten. Darüber hinaus betreibt der amtsärztliche Dienst auch Öffentlichkeitsarbeit: „Presseinformationen zu gesundheitlichen Gefahren beispielsweise bei der Sommerhitze, zu gesundem Reisen oder zur Grippeschutzimpfung gehören auch dazu. Nicht vergessen werden sollte auch die allgemeine Impfberatung, die das Gesundheitsamt macht“, erklärt Dr. Ansgar Brockmann.

Weiter Informationen zu den Dienstleistungen des Amtsärztlichen Dienstes, gibt es auf den Internetseiten des Kreises Soest unter www.kreis-soest.de. Einfach in der Suche oben recht „Amtsärztlicher Dienst“ eingeben und auf das Ergebnis klicken.


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