Verbesserung der personellen Situation vorrangig

„Örtliche Planung für Alter und Pflege 2019/20“ online

Autorin stellt Bericht vor
Martina Krick hat den Bericht „Örtliche Planung für Pflege und Alter 2019/20“ verfasst. Er ist ab sofort auf der Internetseite des Kreises Soest unter www.kreis-soest.de/pflegeatlas abrufbar. Thomas Weinstock/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 21.06.2019 10:00

Kreis Soest (kso.2019.06.21.254.mk). Die Verbesserung der personellen Situation in der Pflege ist vorrangig. Dies stellt der Bericht "Örtliche Planung für Pflege und Alter 2019/20" fest. Martina Krick vom Sachgebiet Pflegeplanung und Alter der Kreisverwaltung hat ihn jüngst im Sozialausschuss vorgestellt. Er ist jetzt unter www.kreis-soest.de/pflegeatlas auch online abrufbar oder "Örtliche Planung für Alter und Pflege" im Suchfeld eingeben.


Im Jahr 2017 waren im Kreis Soest einschließlich der Pflegegeldempfänger rund 12.084 Menschen pflegebedürftig. Das ist eine Quote von 4.005 auf 100.000 Einwohner (landesweit 4.294 je 100.000). Es handelt sich nur um Personen mit einem Pflegegrad. 29 Prozent der Pflegebedürftigen kreisweit werden stationär gepflegt, 71 von Hundert  zu Hause. Von letzteren nehmen 25 Prozent die ambulante Pflege in Anspruch, 46 von Hundert  sind reine Pflegegeldempfänger, die ihre Pflege selbst organisieren, zum Beispiel mit Hilfe von Angehörigen.

Die „Örtliche Planung“ gibt viele konkrete Empfehlungen. Allen voran gestellt werden soll die Verbesserung der personellen Situation. Hierzu hat die auf Initiative der Konferenz für Alter und Pflege eingerichtete Arbeitsgruppe Pflege einen Maßnahmenplan aufgestellt, der zum Beispiel die Entwicklung von ausbildungsbegleitenden Hilfen beinhaltet. Dieser Plan soll umgesetzt und um weitere Handlungsempfehlungen ergänzt werden. Ambulante Pflege soll quartiersbezogen und in Trägervielfalt angeboten werden, um ausreichende Wahlmöglichkeiten zu eröffnen. In der Tagespflege wird der Bedarf für einen weiteren Ausbau nur bei besserer räumlicher Verteilung und Trägervielfalt gesehen, um eine wohnortnahe Versorgung und ausreichende Wahlmöglichkeiten zu gewährleisten.

Wer nach einem Krankenhausaufenthalt noch nicht unmittelbar in die eigene Wohnung zurückkehren kann, soll versorgt werden. Deshalb wird Bedarf für den Ausbau der separaten Kurzzeitpflege gesehen, unter anderem in Anbindung an Krankenhäuser. Empfohlen wird die Ausweisung von Bauland und die Entwicklung von Bauplänen für den Ausbau der ambulant betreuten Wohnformen, zum Beispiel Wohngemeinschaften mit Betreuungsleistungen, für kleine betreute Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen sowie für kleine, bezahlbare und barrierefreie Wohnungen für Menschen mit Behinderung, Sozialhilfeempfänger und Senioren.

„Das Alten- und Pflegegesetz NRW betont die Teilhabe, das ehrenamtliche Engagement und die Quartiersentwicklung“, erläutert Martina Krick. „Deshalb ist es ein weiteres Ziel, das ehrenamtliche Engagement von und für Senioren weiter zu fördern.“  Seniorinnen und Senioren könnten zum Beispiel mögliche Unterstützerinnen und Unterstützer  für die Auszubildenden in der Pflege sein, wenn es um die Organisation rund um das Lernen geht.


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