Leben mit Parkinson

Betroffenengruppe stellt sich aus Anlass des Gedenktags am 11. April vor

Schleichender Beginn
Man kennt es: Beim Absetzen einer vollen Kaffeetasse oder auch beim Einschenken mit zittriger Hand landet die Hälfte auf der Untertasse. Was bei dem einen Unachtsamkeit sein mag, signalisiert bei vielen Älteren oft den schleichenden Beginn der neurologischen Erkrankung „Parkinson“. Foto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 09.04.2019 10:00

Kreis Soest (kso.2019.04.09.149.-rn). Der Welt-Parkinson-Tag gedenkt am 11. April der so benannten langsam fortschreitenden neurologischen Erkrankung. Die Soester Betroffenengruppe "Parkinson und Beruf" nimmt das Datum zum Anlass, mit der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen im Gesundheitsamt des Kreises auf ihre Aktivitäten aufmerksam zu machen. Die Frauen und Männer kommen aus ganz unterschiedlichen Berufen, haben entweder noch etliche Berufsjahre vor sich oder stehen am Eintritt ins Rentenalter.


Man kennt es: Beim Absetzen einer vollen Kaffeetasse oder auch beim Einschenken mit zittriger Hand landet die Hälfte auf der Untertasse. Was bei dem einen Unachtsamkeit sein mag, signalisiert bei vielen Älteren oft den schleichenden Beginn einer chronischen Erkrankung. Zusammen mit Symptomen wie eckigen Bewegungsmustern oder Bewegungsarmut mit kleinschrittigem Gang weist das auf die Diagnose Morbus Parkinson oder kurz „Parkinson“ hin. Bis zu 400.000 Menschen sind bundesweit betroffen, jährlich kommen 12.500 hinzu. Die ersten Symptome treten meist im sechsten oder siebten Lebensjahrzehnt auf. Die Erkrankung beruht auf dem Untergang von Zellen in gewissen Hirnarealen der Bewegungssteuerung. Heilbar ist sie bislang nicht, der weitere Verlauf ist geprägt durch zunehmende Immobilität.

Mit steigender Lebenserwartung wird auch die Zahl der Parkinson-Patienten ansteigen, das Problemfeld „Parkinson und Beruf“ an Bedeutung zunehmen. Es gibt langsamere und akutere Verläufe, etliche Betroffene sehen sich gezwungen, vorzeitig aus dem Berufsleben auszuscheiden. „Wohl jeder ist nach der Diagnose verunsichert und braucht Halt. Hier hilft die Gruppe“, erläutert Barbara Burges von der Kontaktstelle im Gesundheitsamt. „Bei den Treffen werden auch medizinische Informationen und Erfahrungen mit verschiedenen  Therapien ausgetauscht.“ 

Bei Parkinson ist neben den Medikamenten eine intensive krankengymnastische Begleittherapie enorm wichtig. Die Gruppe thematisiert aber auch die Schwierigkeiten beim Umgang mit dieser Erkrankung im privaten und beruflichen Alltag und das problematische „Outing“ („Ich habe Parkinson“). „Wir wollen keine Spezialisten für die Krankheit heranbilden, sondern das Leben mit Parkinson lebbar machen“, bringt es Gruppensprecher Alfons Tubes auf den Punkt. „Neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen spüren, dass sie keine neue krankheitsbedingte Pflichtveranstaltung absolvieren, sondern Rückhalt und Ratschläge erhalten. Wie ist ein vielleicht noch mehrjähriges Berufsleben zu gestalten? Wie kann es gelingen, noch etliche schöne Jahre vor sich zu haben? Auch Freizeitaktivitäten werden besprochen und geplant, aber nichts ist verpflichtend.“ 

Einige Gruppenmitglieder stellen sich am Mittwoch, 22. Mai 2019, von 17 bis 19 Uhr  gemeinsam mit anderen Selbsthilfegruppen im Foyer des Soester Klinikums vor. Die regelmäßigen Treffen finden an jedem zweiten Montag im Monat um 19.30 Uhr im Kneipp-Zentrum am Schwarzen Weg in Soest statt. Wer sich für die Gruppe interessiert, kann sich wenden an Alfons Tubes, Telefon 02921/84201, oder Barbara Burges, Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen, E-Mail barbara.burges@kreis-soest.de.


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