Kinder beim Übergang in Grundschule stärken

Neues Aufnahmeverfahren bezieht Eltern und Erzieher stärker mit ein

Infoveranstaltung
Ein neues „Kooperatives Aufnahmeverfahren“ soll Kindern den Übergang von der Kita in die Grundschule erleichtern. Wie das genau funktioniert, ließen sich jetzt die Leitungen aller Kitas und Grundschulen in Geseke vorstellen. Foto: Achim Schmacks/Kreis Soest
Pressemeldung vom 26.03.2019 10:00

Kreis Soest (kso.2019.03.26.133.mk). Wie lässt sich für Kinder im Kreis Soest der Übergang von der Kindertagesstätte (Kita) in die Grundschule möglichst erfolgreich gestalten? Eine Schlüsselrolle soll dabei ein neues "Kooperatives Aufnahmeverfahren" einnehmen, das derzeit drei Grundschulen im Kreis Soest in einer Pilotphase testen. Die Leitungen aller Kitas und Grundschulen in Geseke ließen sich jetzt die neue Methode und erste Erfahrungen vorstellen.


Der Einladung des Regionalen Bildungsbüros und des Schulamtes für den Kreis Soest zur Infoveranstaltung am 18. März 2019 im Ratssaal in Geseke folgten 34 Vertreterinnen und Vertreter von Schulen, Kitas, Kitaträgern, Kinder-und Jugendärztlichem Dienst (KJÄD), Schulträgern und Stadtverwaltung. 

Kernelement des neuen Verfahrens ist ein sogenanntes kooperatives Aufnahmegespräch. Nachdem Eltern ihr Kind an der Grundschule angemeldet haben, lädt die Grundschulleitung Eltern und Erzieher dazu ein, in einem Gespräch Interessen, Stärken und weitere individuelle Unterstützungs- und Förderbedarfe zu ermitteln. Bei einem amtsärztlich festgestellten Förderbedarf nimmt auch der Kinder- und Jugendärztliche Dienst des Kreises teil. 

"Im Sinne einer echten Erziehungspartnerschaft holen wir also die Menschen mit an einen Tisch, die sich am besten mit den Kindern auskennen – ihre Eltern, Erzieherinnen und Erzieher. Eltern und Erzieher haben viele Jahre Erfahrungen mit ihren Schützlingen gesammelt. Ihre Einschätzungen zu den Fähigkeiten ihres Kindes sind deshalb in der Regel aussagekräftiger als die aktuellen Tests in Schulen, die immer nur Momentaufnahmen sein können", erklärt Anja Besse, Mitarbeiterin des Regionalen Bildungsbüros. Falls sich einige Monate nach der Einschulung aus Sicht der Beteiligten Probleme auftun, ist ein weiteres gemeinsames "Reflexionsgespräch" vorgesehen, wie die Entwicklung besser unterstützt werden kann. Bei Kindern mit festgestelltem Förder- und Unterstützungsbedarf sieht das Aufnahmeverfahren außerdem ein weiteres gemeinsames "Übergabegespräch" vor den Sommerferien vor. 

In der Praxis würden sich viele weitere Vorteile ergeben: "Auf Tests in Schulen wird dann verzichtet", erklärt Achim Schmacks, Mitarbeiter des Regionalen Bildungsbüros. "Außerdem lassen sich viele Missverständnisse durch das direkte Gespräch zwischen allen Beteiligten vermeiden. Widersprüche und offene Fragen lassen sich leichter klären", so Schmacks weiter. 

Das Pilotprojekt soll nun ab Herbst 2019 für den Einschulungsjahrgang 2020 auf ganz Geseke ausgeweitet werden. Bis Mitte Mai möchten die Schulleitungen das Verfahren intern vorstellen und über eine Teilnahme entscheiden.


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