Neues Bett für den Soestbach

Informationsveranstaltung am Montag, 14. Januar, in der Gemeinschaftshalle Hattrop

Unnatürlich gerade
Auch die bunten Deko-Vögel, die vor Jahren über dem Soestbach hingen, können nicht darüber hinwegtäuschen: Das Gewässer fließt in einem unnatürlich geraden Bett und kann sich wegen seiner Uferbefestigungen nicht wünschenswert entwickeln. Foto: Annette Kühlmann/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 08.01.2019 13:00

Kreis Soest (kso.2019.01.09.008.ak/-rn). Der Soestbach soll südlich der Klärteiche Hattrop ein neues Bett erhalten. Denn die Wasserwirtschaft des Kreises möchte mit einer Renaturierung den ökologischen Zustand des Gewässers verbessern, um den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) nachzukommen. Zur Informationsveranstaltung über die Planungen und den Ablauf der Bauarbeiten sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger am Montag, 14. Januar 2019, 19 Uhr, in die Gemeinschaftshalle in Soest-Hattrop eingeladen.


Der Soestbach ist 1966/1967 auf seiner gesamten Länge ausgebaut worden. Damals wurde er begradigt, seine Ufer mit Steinschüttungen befestigt. Dieses hat dazu geführt, dass der ökologische Zustand des Baches als schlecht einzuordnen ist. Künftig soll der Soestbach wieder einen mäandrierenden Verlauf aufweisen. Insgesamt verlängert sich der Bachlauf so um rund 220 Meter. Der neue Gewässerlauf erhält sowohl flache als auch steile Uferbereiche. Als wichtiges Strukturelement soll Totholz in den neuen Soestbach eingebaut werden. „Totholz dient Fischen als Unterstand und die hier vorkommenden Kleinlebewesen sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für Fische“, erläutert Landschaftsarchitektin Annette Kühlmann, Projektleiterin im Sachgebiet Wasserwirtschaft. „Um die eigendynamische Entwicklung des Gewässers zu fördern, wird auf einer Länge von rund 950 Metern die Uferbefestigung entnommen.“

Für die Renaturierung stehen dem Kreis Soest zwei Flächen zur Verfügung. Die eine Fläche befindet sich nördlich des Soestbaches im Naturschutzgebiet und ist Eigentum der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Soest. Die zweite Fläche liegt südlich und konnte durch die Flurbereinigungsbehörde erworben werden. Ein Teil dieser Fläche wurde eingetauscht und mit Hilfe der Bodenordnung als Gewässerrandstreifen an den Soestbach westlich der Ortschaft Hattrop gelegt. 

Hintergrund:

Die EU-WRRL gibt vor, dass alle Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu bringen sind. Dieses Ziel soll bis spätestens 2027 erreicht sein. Für das gesamte Einzugsgebiet der Ahse haben der Kreis Soest und die Stadt Hamm hierzu das Ahse-Projekt „Lebendige Bördebäche“ ins Leben gerufen. In einem Umsetzungsfahrplan wurden alle Maßnahmen für die Ahse und ihre Zuflüsse zusammengefasst, die erforderlich sind, um den guten ökologischen Zustand für die Gewässer zu erreichen. Gleichzeitig werden Aussagen zur Priorität und zu den Umsetzungszeiträumen der einzelnen Maßnahmen gemacht. Der Umsetzungsfahrplan, der vom Büro Stelzig (Soest) erarbeitet wurde, ist als flexibles Konzept zu sehen. Die dort beschriebenen Maßnahmen können auch auf benachbarten Flächen umgesetzt werden. Ein entscheidendes Kriterium ist die Flächenverfügbarkeit. Weitere Informationen im Internet unter www.kreis-soest.de („Ahse“ ins Suchfenster eingeben).


Vorbild Salzbach
Den Salzbach in Welver hat die Wasserwirtschaft des Kreises bereits renaturiert. Solche Mäander sollen auch im Verlauf des Soestbaches angelegt werden. Foto: Annette Kühlmann/ Kreis Soest
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