„Grenzenlose“ Glenne

Wasserwirtschaft des Kreises beseitigt für ökologische Durchgängigkeit Staustufen

Staustufen verschwinden
Diese und eine weitere Staustufe werden beseitigt, um die Glenne für Fische und Kleinlebewesen wieder frei passierbar zu machen. Foto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 20.12.2018 10:00

Kreis Soest (kso.2018.12.20.547.st). Der Unterlauf der Glenne bildet nördlich der Ortslage Suttrop die Grenze zwischen Rüthen und Warstein. Genau an dieser Stelle, jeweils etwa einen Kilometer entfernt von der Einmündung in die Möhne und vom Schloss Körtlinghausen, soll das Gewässer "grenzenlos" werden. Denn die Wasserwirtschaft des Kreises will zwei alte Stauanlagen entfernen, um die ökologische Durchgängigkeit wiederherzustellen. Will heißen, die Glenne soll für Fische und Kleinlebewesen wieder frei passierbar werden.


So genannte Raue Rampen mit einem Gefälle von 1,6 Prozent ersetzen die Stauanlagen und überwinden den vorhandenen Höhenunterschied von jeweils 2,4 und 0,6 Metern. Sie bilden für die Fischfauna kein Hindernis. Die Rampen werden durch eine Aufschüttung von Steinmaterial und das Setzen von Steinriegeln mit 0,4 Meter breiten Schlitzen hergestellt. Sie verlaufen mäandrierend in einer Ersatzaue, die angelegt wird.

Weitere Maßnahmen ergänzen diese Arbeiten. „Es werden außerdem zwei Überfahrten über Betonrohre beseitigt und durch Furten ersetzt sowie ein Nebengewässer angebunden“, erläutert Diplom-Ingenieur Philipp Büngeler, beim dem als Projektleiter die Fäden zusammenlaufen. „Zur weiteren Strukturverbesserung legen wir oberhalb anschließend Mäander an, die den Gewässerlauf verlängern, und bauen an verschiedenen Stellen Totholz ein.“ Zum Schutz der Fische erfolge im Vorfeld eine Elektrobefischung. Die kurzfristig „betäubten“ und gefangenen Tiere würden in benachbarte Bachstrecken umgesetzt.

Wenn das Wetter diesmal mitspielt, soll der ursprünglich schon für Anfang Dezember geplante Baustart in der zweiten Januarwoche 2019 erfolgen. Das Land NRW fördert das Projekt im Rahmen der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu 80 Prozent. Die reinen Baukosten betragen rund 150.000 Euro. Nach öffentlicher Ausschreibung wurde Firma Redeker aus Erwitte-Völlinghausen mit den Tiefbauarbeiten beauftragt. Ingenieurleistungen, Gutachten und Deponiegebühren erhöhen die Gesamtkosten des Projekts auf 200.000 Euro. Die örtliche Bauleitung nimmt das Ingenieurbüro Klein aus Warstein-Allagen wahr.


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