Freie Bahn für Fische am Enser See

Wasserwirtschaft des Kreises plant schrittweisen Rückbau der Möhne-Staustufe

Ökologische Durchgängigkeit im Visier
Noch staut eine Anlage die Möhne am Enser See. Das Sachgebiet Wasserwirtschaft des Kreises Soest plant den Rückbau, um so die ökologische Durchgängigkeit für die Fische wiederherzustellen. Foto: Markus Mihatsch/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 06.11.2018 10:00

Kreis Soest (kso.2018.11.06.468.mm/-rn). Die Fische sollen in naher Zukunft den Enser See ohne Hindernis passieren können. Um das und die anderen Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen, hat das Sachgebiet Wasserwirtschaft des Kreises Soest die Genehmigungsplanung zum schrittweisen Rückbau der dortigen Möhne-Staustufe in Auftrag gegeben. "Durch die Maßnahme soll erreicht werden, dass sich dort, wo heute noch der See ist, ein natürlicher Flusslauf entwickelt", erläutert Markus Mihatsch, Projektleiter in der Wasserwirtschaft.


In den vergangenen zwei Jahren haben Biologen des mit der Genehmigungsplanung beauftragten Büros WAGU aus Kassel bereits Umweltuntersuchungen am Enser See durchgeführt. Sie haben aufgelistet, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die angestrebte Entwicklung zum natürlichen Flusslauf anzustoßen, und welche Tiere und Pflanzen davon betroffen sein können.

Die Möhne und der Enser See sind in diesem Bereich Naturschutzgebiet. Nördlich des Sees sind die Möhne und das Umfeld zum Schutz von Pflanzen, Tieren und Lebensraumtypen nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie als FFH-Schutzgebiet  ausgewiesen. Die Entwicklung zum naturnahen Flusslauf entspricht sowohl den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie als auch den Entwicklungszielen der Naturschutzgebietsverordnung. „Aus vorliegenden Luftbildern aus dem Jahr 1945 lässt sich ableiten, dass nach dem Rückbau der Stauanlage ein Restsee verbleiben wird“, erläutert Markus Mihatsch.

Die Durchgängigkeit für Organismen ist Grundvoraussetzung dafür, das ökologische Potential der Möhne auszuschöpfen. Die Wasserwirtschaft, die zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet ist, schätzt die Gesamtkosten auf  500.000 Euro.


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