Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit

Kreis und Garnisons-Club laden alle interessierten Bürger ein

Kreis Soest (kso.2022.09.16.470.fg) Landrätin Eva Irrgang lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger des Kreises Soest zu einer Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit am Montag, 3. Oktober 2022, 11 Uhr, in die Kulturscheune Hof Haulle in Bad Sassendorf ein. Veranstaltet wird die Feierstunde gemeinsam mit dem Internationalen Garnisons-Club Soest (IGCS). Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr das Thema „Was Ost und West noch trennt – Die östlichen Bundesländer zwischen Enttäuschung und Aufbruch“.

Vortragender Dr. Stefan Wolle
Zur Feierstunde anlässlich des Tages der Deutschen Einheit auf Hof Haulle in Bad Sassendorf hält der Historiker Dr. Stefan Wolle, Wissenschaftlicher Leiter DDR Museum Berlin, einen Vortrag. Foto: DDR Museum Berlin

Nach den Grußworten von Landrätin Eva Irrgang und Oberst d. R. Dirk Pälmer vom IGCS referiert Dr. Stefan Wolle, Wissenschaftlicher Leiter des DDR Museums Berlin, zu diesem Thema. Er beleuchtet nicht nur den Strukturwandel in Ostdeutschland seit der Wiedervereinigung, sondern auch aktuelle Herausforderungen, wie Flüchtlingswellen, Ukraine-Krieg, Energiekrise und Inflation und ihre dortigen Auswirkungen. Zudem geht er der Frage nach, welche Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West bestehen.

Dr. Stefan Wolle, 1950 in Halle an der Saale geboren, hat in Ost-Berlin Geschichte studiert und ist Historiker mit dem Schwerpunkt DDR-Forschung. Aus politischen Gründen wurde er 1972 von der Humboldt-Universität Berlin verwiesen und arbeitete als Hilfsarbeiter. Von 1973 bis 1976 setzte er schließlich sein Studium fort. Bis 1989 arbeitete er als Wissenschaftler an der Akademie der Wissenschaften der DDR.

Nach dem Fall der Mauer folgten neue Aufgaben. Er wurde Sachverständiger für die Stasi-Akten am Runden Tisch, arbeitete im Komitee für die Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit und des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR mit. Fristlos entlassen wurde er allerdings im März 1991 durch den Stasi-Sonderbeauftragten Joachim Gauck. Der Grund: Dr. Wolle veröffentlichte, dass seiner Auffassung nach die IM-Tätigkeit des letzten Ministerpräsidenten der DDR, Lothar de Maizière, erwiesen sei.

Den Unabhängigen Historikerverband, der sich gegen die etablierte Geschichtswissenschaft in der DDR richtete, gründete er Anfang 1990 gemeinsam mit Armin Mitter. Von 1991 bis 1997 war er als wissenschaftlicher Assistent an der Humboldt-Universität tätig, dann Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Bei der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur war Dr. Stefan Wolle von 1998 bis 2000 Referent. Seit 2002 ist er Mitarbeiter des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität Berlin. Die wissenschaftliche Leitung des DDR Museums in Berlin übernahm Dr. Wolle im Jahr 2005.

Die Moderation der Feierstunde obliegt Fregattenkapitän d. R. Jochen Siering. Den musikalischen Rahmen gestaltet das Trio Jassiko.