Lauwarmes Wasser begünstigt Legionellen

Gesundheitsamt warnt: Nicht durch Energieeinsparung Gesundheit gefährden

Kreis Soest (kso.2022.08.05.408.-rn) Um Gas und Energie zu sparen, möchten viele Hausbesitzer derzeit die Warmwassertemperatur absenken. Doch dadurch steige die Legionellen-Gefahr, warnt das Kreis-Gesundheitsamt. Dr. Ute Gröblinghoff, für Trinkwasser- und Umwelthygiene zuständige Sachgebietsleiterin, rät: „Nicht an der falschen Stelle sparen, denn sonst geht es auf Kosten der Gesundheit.“ Ein umfangreiches Merkblatt gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Temperatur im Blick haben
Wenn das Wasser angenehm warm aus dem Duschkopf kommen soll, muss es im Versorgungssystem vorher auf mindestens 60 Grad erhitzt worden sein, um die Vermehrung von Legionellen zu verhindern. Foto: Wilhelm Müschenborn/ Kreis Soest

„Um sich vor Legionellen zu schützen, muss das Warmwasser im Warmwasserwärmer mindestens 60 Grad Celsius haben“, weiß Rüdiger Große, Trinkwasser-Experte im Gesundheitsamt. „Ideale Bedingungen für die Vermehrung von Legionellen herrschen bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad. Erst ab 55 Grad beginnt das Absterben. Bei 60 Grad sterben sie schnell. Daher ist es nicht sinnvoll, den Warmwasserboiler auf unter 60 Grad zu stellen, um Gas zu sparen. Das kann gefährlich sein.“
 
Vermehren sich die Legionellen im Wasser und werden dann etwa beim Duschen eingeatmet, kann es nach zwei bis zehn Tagen zu einer schweren Legionellose mit Lungenentzündung kommen – der so genannten Legionärskrankheit oder Legionellen-Pneumonie. Bei milderen Verläufen treten nach fünf Stunden bis drei Tagen Fieber und grippeähnliche Symptome auf.
 
Für Ein- und Zweifamilienhäuser rät Rüdiger Große: „Wenn das Wasser warm aus dem Hahn kommen soll, muss es vorher auf mindestens 60 Grad erhitzt worden sein. Für größere Wohnhäuser ist das sogar ein Muss.“ Energiespartipps hat er trotzdem: „Hausbesitzer sollten prüfen, ob es noch nicht isolierte Warmwasserrohre im Haus gibt und diese isolieren. Sinn macht es auch, generell warmes Wasser zu sparen. Zum Beispiel durch sparsame Armaturen. Auch eine effizient eingestellte und regelmäßig gewartete Heizung trägt zum Energiesparen bei.“
 
Diese und viele weitere Tipps sowie Informationen zur Absenkung der Warmwassertemperatur hat das Gesundheitsamt in einem Merkblatt zusammengestellt. Es ist zu finden unter www.kreis-soest.de/trinkwasserueberwachung.