Steh-Paddler stören Fauna und Flora

Untere Naturschutzbehörde kritisiert Beeinträchtigungen in den Naturschutzgebieten der Lippeaue

Kreis Soest (kso.2022.07.07.385.mr/-rn) Stand-Up-Paddling (SUP) oder Stehpaddeln erfreut sich großer Beliebtheit, manche reden sogar von einem Massenphänomen. Denn diese Wassersportart, bei der ein Sportler aufrecht auf einem schwimmfähigen Board steht und sich mit einem Stechpaddel fortbewegt, trainiert vermeintlich den ganzen Körper. Leider tauchen immer mehr Steh-Paddlerinnen und Steh-Paddler auch auf der Lippe im Kreis Soest auf und stören oder beinträchtigen Fauna und Flora in den Naturschutzgebieten der Lippeaue.

Betretungsverbot respektieren
Auch Stand-Up-Paddlerinnen und Stand-Up-Paddler haben das Betretungsverbot in den Naturschutzgebieten der Lippeaue zu respektieren. Darauf weist die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Soest hin. Das Bild zeigt das Naturschutzgebiet Lusebredde auf dem Gebiet der Stadt Lippstadt. Foto: Kreis Soest

Insbesondere westlich von Lippstadt weist die Lippe eine sehr hohe Bedeutung für Brutvögel auf. Viele Stand-Up-Paddler beachten zum Leidwesen der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Soest das Betretungsverbot der Naturschutzgebiete trotz Naturschutzbeschilderung, Einzäunung und Beweidung der Flächen mit Rindern nicht.

 „Im Gegensatz zu den Kanus, die mit zeitlicher und örtlicher Beschränkung die Lippe befahren dürfen, ergeben sich durch die SUP-Sportler bedingt durch die aufrechte Haltung größere Scheuchwirkungen auf die empfindlichen Wasservögel“, beklagt UNB-Chefin Marianne Rennebaum. Die Untere Naturschutzbehörde appelliert daher an die jungen Sportlerinnen und Sportler sowie alle anderen Freizeitaktivistinnen und Freizeitaktivisten, die geschützten Bereiche zu achten und zu meiden, damit viele Menschen die naturnahen Entwicklungen der Lippe mit Abstand genießen können, ohne sie zu zerstören. Sie weist auf die ausgewiesene Beobachtungspunkte an der Lippe hin, die Möglichkeiten zum unschädlichen Erleben der Natur eröffnen. 

„Gerade westlich von Lippstadt weisen die Lippeauen Bestände von zahlreichen gefährdeten Pflanzen und Tieren auf“, betont Marianne Rennebaum. Die Auenrenaturierung im Bereich der Klostermersch und die ausgedehnten naturnahen Lippeabschnitte mit Unterwasservegetation und Altwässern seien ein wichtiges Brutgebiet zahlreicher Vogelarten. Rennebaum: „Im Sommer, wenn die Auen überwiegend ausgetrocknet sind, tummeln sich viele Rastvögel an den flachen Ufern der Lippe, wie zum Beispiel Flussuferläufer, Waldwasserläufer, Grünschenkel und viele andere Arten. Auf der langsam fließenden Lippe kommen größere Ansammlungen von rastenden und überwinternden Wasservogelarten vor, wie Zwergtaucher, Krickente, Schnatterente und Pfeifente.“