Schutzausrüstung einfacher bestellen und pflegen

Synergien geschaffen: Interkommunales PSA-Konzept für Feuerwehren wird umgesetzt

Kreis Soest (kso.2022.06.08.342.jdw) Für die Feuerwehren im Kreisgebiet ist es jetzt etwas leichter neue Schutzausrüstung zu bestellen und für die Reinigung sowie Pflege zu sorgen. Der Grund: Seit März 2022 wird die Vereinbarung für die persönliche Schutzausrüstung im Bereich der Gefahrenabwehr, kurz PSA-Konzept, komplett umgesetzt. Im Herbst 2021 hatte der Kreis Soest diese mit seinen 14 Kommunen geschlossen. Einen „symbolischen Startschuss“ für diese Zusammenarbeit erfolgte am Dienstag, 7. Juni 2022, am Rettungszentrum.

"Symbolischer Startschuss" für PSA-Konzept
Seit März 2022 wird die Vereinbarung für die persönliche Schutzausrüstung im Bereich der Gefahrenabwehr, kurz PSA-Konzept, im Kreis Soest komplett umgesetzt. Jetzt erfolgte der "symbolische Startschuss" für diese interkommunale Zusammenarbeit (v.l.): Malte Dahlhoff, Bürgermeister von Bad Sassendorf, Meinhard Reinecke, Stellvertretender Kreisbrandmeister, Timo Zimmermann, Kreistagsmitglied, Thomas Wienecke, Kreisbrandmeister, Ricarda Oberreuter, Dezernentin für Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr vom Kreis Soest, Marco Enge, Leiter der Kreisfeuerwehrzentrale, Michael Luig, Vorsitzender des Ausschusses für Ordnungsangelegenheiten und Rettungswesen, Dennis Pingel, Stabsstelle Feuer- und Katastrophenschutz Kreis Soest. Foto: Mathias Keller/ Kreis Soest

„Da die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und den Kommunen bereits im Rahmen des Atemschutzverbundes so gut funktioniert hat, wollten wir weitere mögliche Synergien schaffen. Daher habe wir uns mit den Leitern der Feuerwehren und den Ordnungsamtsleitungen zusammengesetzt und gemeinsam das PSA-Konzept erarbeitet“, erklärte Kreisbrandmeister Thomas Wienecke.

Das Konzept besteht aus drei Modulen: Sicherheit, Einkaufsgemeinschaft und Bevorratung PSA. Das erste Modul „Sicherheit“ dient der Optimierung der Reinigung, Pflege und Überprüfung der Schutzausrüstung. Der Kreis Soest hat hierfür für alle Kommunen einen Rahmenvertrag mit einer spezialisierten Reinigungsfirma abgeschlossen, den die Kommunen nutzen können.

Beim zweiten Modul „Einkaufsgemeinschaft“ handelt es sich um eine Online-Beschaffungsplattform, auf der persönliche Schutzausrüstung, Dienstkleidung und das Zubehör für die Einsatzkräfte im Kreis Soest zentral bestellt werden kann. „Die einzelnen Kommunen können die Plattform nutzen und die benötigten Artikel bestellen. Das Besondere ist, dass es für die wichtige Schutzausrüstung vordefinierte und kurze Lieferzeiten gibt. In der Vergangenheit kam es aufgrund von zu langen Lieferzeiten schon zu Problemen. Zudem reduziert sich der Verwaltungsaufwand für die Kommunen“, erläuterte Ricarda Oberreuter, Dezernentin für Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr beim Kreis Soest. Die Kosten für die Artikel tragen die Kommune selbst, wie zuvor auch. „Es ist eine praktische Lösung“, ergänzte Kreisbrandmeister Wienecke, „bedenkt man, dass wir im Kreis Soest über 3.500 aktive Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden haben, deren zentrales Element ihre persönliche Schutzausrüstung ist. Die Kleidung muss den rechtlichen und allgemeinen Leistungsanforderungen entsprechen. Dazu zählen Hitzeschutz, Abriebeigenschaften, gute Sichtbarkeit, Tragekomfort und Atmungsaktivität. Durch Brand- und Rauchgase entsteht ein erhebliches Kontaminationsrisiko für die Angehörigen der Feuerwehren. Wenn alle zentral bestellen, ist das eine große Erleichterung – für die Feuerwehren und die Verwaltungen.“

Das dritte Modul „Bevorratung PSA“ umfasst die Beschaffung und Vorhaltung von Reserveeinsatzkleidung. 80 Schutzkleidungs-Sätze wurden vom Kreis Soest bestellt und liegen nun im Rettungszentrum bereit, falls nach einem größeren Feuerwehreinsatz Ersatzkleidung benötigt wird. Die Kosten hierfür haben sich alle 14 Kommunen im Kreis Soest geteilt. 

Direkt nach der Genehmigung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung durch die Bezirksregierung Arnsberg hatte der Kreis Soest die Ausschreibungen durchgeführt und die Aufträge vergeben. Anfang März wurden die Kommunen in den neuen Abläufen geschult. „Wir freuen uns sehr, dass das Konzept auf so viel Zustimmung gestoßen ist und wir unsere Kommunen in dieser Hinsicht unterstützen können“, so Dezernentin Oberreuter. „Ein weiterer Baustein in der bewährten guten Zusammenarbeit mit unseren kreisangehörigen Kommunen in den Bereichen Feuer- und Katastrophenschutz.“