Kreisverwaltung sagt „Tschüss Fax“

Vielfältige Alternativen der sicheren digitalen Kommunikation bereits vorhanden

Kreis Soest (kso.2022.03.29.186.-rn) Wenn die Kreisverwaltung Soest Anfang 2023 das Fax abschafft, dürfte der 80er-Jahre-Technik niemand hinterhertrauern. Denn es gibt längst Alternativen. Online-Formulare, die persönliche DE-Mail, das besondere elektronische Behördenpostfach oder ein datenschutzkonformer Datenaustausch über Cloudspeicher sind sichere Wege, Dokumente digital zu übermitteln. Der Kreis Soest befindet sich übrigens in guter Gesellschaft. Denn auch der Bundestag deinstalliert in dieser Legislaturperiode die Faxgeräte.

Faxgeräte haben ausgedient
Die Kreisverwaltung Soest nimmt Ende des Jahres endgültig von ihren Faxgeräten Abschied. Sie setzt dann auf digitale Kommunikationsalternativen. Ohnehin gab es seit einigen Jahren in der Regel nur elektronische Fax-Postfächer. Foto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest

Bereits aktuell sind viele Faxnummern der Kreisverwaltung Vergangenheit. „Dem Fax ergeht es wie der Telegraphie und dem Morsen. Die Technik ist veraltet und wird sukzessive durch digitale Kommunikation ersetzt“, bringt es Kerstin Sander, Abteilungsleiterin IT und Verwaltungsdigitalisierung, auf den Punkt. Sie weist darauf hin, dass es auch gar nicht mehr nötig ist, per Fax Kontakt mit dem Kreis aufzunehmen. Anträge zu Verwaltungsleistungen, die das so genannte Onlinezugangsgesetz (OZG) verpflichtend für eine elektronische Abwicklung vorsieht, stehen zum Teil schon jetzt über das Service-Portal Kreis Soest (https://serviceportal.kreis-soest.de/) zur Verfügung oder werden bis spätestens Ende 2022 online gestellt. Der Relaunch der Homepage www.kreis-soest.de, der zurzeit umgesetzt wird und noch im Frühling online geht, stellt den nächsten großen Schritt in diese Richtung dar.

Weitere Dienste, die den Abschied vom Faxgerät möglich machen, gibt es schon seit einiger Zeit. Bürgerinnen und Bürger mit einem Internetzugang können Dokumente sehr einfach über ein Kontaktformular auf der Homepage (https://www.kreis-soest.de/start/startseite/kontakt/kontakt.php) als Anhang hochladen und so dem Kreis zur Verfügung stellen. Bürgerinnen und Bürgern, die über eine E-Mail-Adresse verfügen und häufiger im Austausch mit dem Kreis sind, kann ein separater Kanal eröffnet werden, über den Dokumente sicher ausgetauscht werden können. Die jeweils zuständige Sachbearbeiterin oder der zuständige Sachbearbeiter helfen weiter.

Ein Faxversand zwischen Behörden ist schon länger nicht mehr erforderlich, da über das Netz des Bundes ein unbedenklicher Übertragungsweg besteht. Auch mit den im Zweckverband der Südwestfalen IT verbundenen Kommunen ist ein geschützter E-Mail-Austausch möglich. Das besondere elektronische Behördenpostfach ist Anfang des Jahres gestartet. Es eröffnet den nordrhein-westfälischen Kommunen, den Behörden der unmittelbaren Landesverwaltung und juristischen Personen des öffentlichen Rechts die sichere elektronische Kommunikation mit Gerichten und anderen Behörden.

So fiel es den Verantwortlichen beim Kreis nicht schwer, „Tschüss Fax“ zu sagen, als Ende des vergangenen Jahres der Provider der Kreisverwaltung Soest ankündigte, die Dienstleistung „Fax“ ab Ende 2022 nicht mehr anzubieten. Sie trafen die Entscheidung, keinen neuen Anbieter zu suchen, sondern auf die digitale Zukunft zu setzen. Für Bürgerinnen und Bürger ohne Internetzugang oder E-Mail-Adresse bleibt die Möglichkeit, Dokumente per Post zu schicken.