Förderpaket „Feldvogelinseln im Acker“

Artenschutz: Untere Naturschutzbehörde nimmt Anträge entgegen

Kreis Soest (kso.2022.02.03.129.bika) Kiebitz und Feldlerche sind typische Bewohner der Feldfluren entlang des Hellwegs. Diese und weitere Brutvogelarten sind besonders gefährdet. Deshalb hat das NRW-Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz für 2022 ein einjähriges Naturschutzförderpaket „Feldvogelinseln im Acker“ aufgelegt. Darauf weisen die Untere Naturschutzbehörde beim Kreis Soest und die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest e.V. (ABU) sowie die Landwirtschaftskammer hin.

Feldvogelinseln im Acker errichten
Besonders für den Kiebitz können Feldvogelinseln im Acker angelegt werden. Im Gegenzug bekommen Landwirte, die sich an dem Programm beteiligen, Fördermittel. Foto: Birgit Beckers/ ABU

Bereits seit 2017 werden für Kiebitz & Co. im Rahmen des Kiebitz-Gelegeschutzes Feldvogelinseln angelegt und gute Erfahrungen beim Bruterfolg gemacht.

Das aktuelle Förderpaket ist nicht allein auf den Kiebitz beschränkt: Landwirtinnen und Landwirte können auf Äckern mit bestimmten gefiederten Bewohnern Feldvogelinseln anlegen und brach liegen lassen. Für den ausfallenden Ertrag gibt es Fördermittel. „Das Gute an der Förderung“, erklärt Andreas Kemper von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: „Die Maßnahmen können auch spontan angelegt und gefördert werden.“ Unterstützt wird das Programm von der Landwirtschaftskammer NRW. Anträge auf die finanzielle Unterstützung nimmt die Untere Naturschutzbehörde beim Kreis Soest an.

„Diese Schutzmaßnahme hilft nicht nur den Vögeln, es profitiert eine ganze Artengemeinschaft davon“,  unterstreicht die in der Kreisverwaltung zuständige Sachgebietsleiterin Marianne Rennebaum. „Wildblumen können sich in den Feldvogelinseln gut vermehren und bieten Insekten einen Lebensraum. Und diese sind nicht nur für die Natur gut und nützlich, sondern dienen wiederum den Feldvögeln als Nahrung. Ein ganzer Kreislauf entsteht.“

Beim Kiebitz wird der Erfolg sichtbar: Auf Flächen mit Feldvogelinseln werden im Schnitt fünf Mal mehr Küken flügge als ohne. Christian Härting von der ABU: „Die Feldvogelinseln sind wahre Kiebitz-Oasen, hier gibt es Insekten als Nahrung und ausreichend lückige Strukturen für die Kiebitzküken.“

Um von dem Förderpaket profitieren zu können, müssen die Landwirte bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Pro Fläche (0,5 bis 1 Hektar) müssen beispielsweise mindestens drei Reviere ausgewählter Feldvögel nachgewiesen werden. Auch müssen gewisse räumliche Kriterien (z.B. Abstand zu Gehölzen) eingehalten werden. Feuchte und nasse Stellen auf dem Acker bieten sich besonders gut an, sowohl aus Sicht der Natur als auch aus Sicht des Landwirts.

Weitere Informationen gibt es bei Lena Loerbroks von der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis Soest (Telefon 02921/30-2544) sowie Christian Härting (Telefon 02921/969878-41) und Natalia Jaworski (Telefon 02921/969878-93) von der ABU und Andreas Kemper (Telefon 02945/989-580) von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.