Hilfsbereit in vielen Sprachen

Team der Soester Impfstelle ist international - Impf-Aufklärung wird großgeschrieben

Kreis Soest (kso.2022.03.10.119.bika) So oft wie in den vergangenen Monaten haben ihn bisher wenige in der Hand gehabt: den Impfpass. Das kleine gelbe Heft ist für die meisten Menschen wichtiger Begleiter geworden. Und es ist noch viel mehr - ein internationales Dokument der Weltgesundheitsorganisation (WHO), das in den meisten Ländern dieser Erde verstanden wird. Alle wichtigen Infos sind in Deutsch, Englisch und Französisch enthalten. Genauso international wie der Impfpass ist das Team der Impfstelle des Kreises Soest unterwegs.

Impfunterlagen: Mehrere Sprachen
Philip Burch zeigt Impfunterlagen in mehreren Sprachen. In rund 30 Sprachen können sie vor Ort ausgedruckt werden. Foto: Birgit Kalle/ Kreis Soest

Englisch, Französisch, Türkisch, Kurdisch, Arabisch, Farsi, Russisch, Spanisch – und natürlich Deutsch sprechen sie. Falls die knapp zehn Sprachen mal nicht reichen, klappt die Verständigung mit Händen und Füßen. Und untereinander verstehen sie sich inzwischen fast blind: Seit gut einem Jahr arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Impfstelle am Schloitweg in Soest zusammen, und es hat sich ein perfekt eingespieltes Team gebildet. Ein Team, das diejenigen im Blick hat, um die es geht: die Besucher der Impfstelle, die Besucher bei den mobilen Impf-Aktionen. Und die sind längst nicht immer entspannt. 

„Wir haben ein gutes Auge dafür entwickelt, wer ängstlich ist – aus welchen Gründen auch immer“, erzählt Alev Dogan aus dem Impf-Alltag. Angst vor Spritzen, Angst vor der ungewohnten Situation, Angst vor einer Sprachbarriere. In den allermeisten Fällen ist zumindest letztere unbegründet: „Dann gehen wir auf die Menschen zu, und wenn wir sie in ihrer Muttersprache ansprechen können, fühlen sie sich ganz schnell gut aufgehoben“, berichtet Alev Dogan. Sie spricht Türkisch und arbeitet seit sieben Jahren als ehrenamtliche Übersetzerin für den Kommunalen Integrationsrat. Alle Sorgen werden ernstgenommen: „Es ist tatsächlich schon passiert, dass wir bei halbstarken jungen Männern Händchen gehalten haben“, erzählt sie. Da war es dann mehr die Angst vor der Spritze als die vor einer fremden Sprache. Und am Ende sind sie nicht nur geimpft nach Hause gegangen, sondern auch mit einem guten Gefühl. 

Alev Dogan kennt die sich rund ums Impfen ergebenden Fragen genauso gut wie Philip Burch, Samer Abou Azzan oder Susanne Herrmann: „Es kommt tatsächlich manchmal auf den kulturellen Hintergrund an, welche besonderen Sorgen mit der Impfung verbunden sind.“ Mit Hilfe der kundigen Übersetzer können diese der Impfärztin oder dem Impfarzt dann geschildert und besprochen werden. Denn Impf-Aufklärung wird in der Soester Impfstelle großgeschrieben. Und Freiwilligkeit, wie Philip Burch unterstreicht: „Nicht jeder, der herkommt, muss etwas in den Arm gesteckt bekommen. Eine Beratung kann auch ohne Impfung enden.“

In den allermeisten Fällen überzeugen die guten Gründe fürs Impfen. Und das kleine gelbe Heftchen, das in den vergangenen Monaten so wichtig geworden ist, hat hinterher einen Aufkleber mit Chargennummer, einen Stempel und eine Unterschrift mehr.

Öffnungszeiten:

Seit dem 1. März gelten in der Soester Impfstelle folgende Öffnungszeiten: mittwochs und freitags jeweils von 13 bis 19.30 Uhr. An beiden Tagen können sich alle ab 12 Jahren impfen lassen. Zusätzlich gibt es freitags während derselben Öffnungszeit in einem abgetrennten Bereich ein Angebot für Fünf- bis Elfjährige.

Eine vorherige Terminvereinbarung ist an allen Tagen für alle Altersgruppen nicht erforderlich. Nur wer sich mit dem Impfstoff Nuvaxovid von Novavax impfen lassen möchte, muss einen Online-Termin vereinbaren. Weitere Informationen – auch zu mobilen Impfaktionen und zur Online-Terminvereinbarung - auf der Webseite www.kreis-soest.de/impfen, telefonisch unter der Rufnummer 02921/303060 oder per E-Mail unter der Adresse covid-impfungen@kreis-soest.de.

Team Impfstelle
International unterwegs: Alev Dogan, Philip Burch, Mirko Hein (Leiter der Covid-Impfeinheit), Samer Abou Azzan und Susanne Herrmann (von links) sowie zahlreiche weitere Kolleginnen und Kollegen aus der Impfstelle in Soest helfen in vielen Sprachen weiter. Foto: Birgit Kalle/ Kreis Soest