Verbesserung der personellen Situation im Blick

Bericht „Örtliche Planung für Alter und Pflege 2021/22“ online

Kreis Soest (kso.2021.12.07.697.mk/-rn) Die Verbesserung der personellen Situation in der Pflege ist weiter vorrangig. Das stellt der Bericht „Örtliche Planung für Alter und Pflege 2021/22“ fest. Autorin Martina Krick vom Sachgebiet Pflegeplanung und Alter der Kreisverwaltung hat den Report veröffentlicht. Er ist unter www.kreis-soest.de/pflegeatlas auch online abrufbar.

Bericht „Örtliche Planung für Alter und Pflege 21/22“ online
Martina Krick stellt den Bericht "Örtliche Planung für Alter und Pflege 21/22" vor, der ab sofort auf der Internetseite des Kreises Soest abrufbar ist. Foto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest

Im Jahr 2019 waren im Kreis Soest einschließlich der Pflegegeldempfänger rund 15.300 Menschen pflegebedürftig. Das ist eine Quote von 5.070 auf 100.000 Einwohner (landesweit 5.377 je 100.000). Es handelt sich nur um Personen mit einem Pflegegrad. 22 Prozent der Pflegebedürftigen kreisweit werden stationär gepflegt, 78 v. H. zu Hause. Von letzteren nehmen 27 Prozent die ambulante Pflege in Anspruch, 51 v. H. sind reine Pflegegeldempfänger, die ihre Pflege selbst organisieren, zum Beispiel mit Hilfe von Angehörigen, oder lediglich Unterstützungsleistungen im Alltag wie hauswirtschaftliche Hilfen oder soziale Betreuung in Anspruch nehmen.

Die „Örtliche Planung“ stellt weiter eine im regionalen und im Landes- und Bundesvergleich besonders hohe Platzzahldichte im vollstationären Pflegebereich fest. Dort ist die Nachfrage nach Pflegeleistungen rückläufig, während sie im ambulanten Bereich und in der Tagespflege weiter stark angestiegen ist.

In Zusammenhang mit der personellen Situation will die auf Initiative der Konferenz für Alter und Pflege eingerichtete Arbeitsgruppe Pflege ihren Maßnahmenplan, der zum Beispiel die Entwicklung von ausbildungsbegleitenden Hilfen beinhaltet, weiter umsetzen und ergänzen. Ambulante Pflege soll quartiersbezogen und in Trägervielfalt angeboten werden, um ausreichende Wahlmöglichkeiten zu eröffnen. In der Tagespflege wird der Bedarf für einen weiteren Ausbau nur bei besserer räumlicher Verteilung und Trägervielfalt gesehen, um eine wohnortnahe Versorgung und ausreichende Wahlmöglichkeiten zu gewährleisten.

Trotz Leerständen in der vollstationären Pflege ist die Nachfrage nach Kurzzeitpflege größer als das zur Verfügung stehende Angebot. Insbesondere für Menschen, die nach einem Krankenhausaufenthalt noch nicht unmittelbar in die eigene Wohnung zurückkehren können, ist es schwierig, einen Kurzzeitpflegeplatz zu finden. Deshalb wird Bedarf für den Ausbau der separaten Kurzzeitpflege gesehen, unter anderem in Anbindung an Krankenhäuser.

Empfohlen wird die Ausweisung von geeignetem Bauland und die Entwicklung von Bauplänen für den Ausbau der ambulant betreuten Wohnformen, zum Beispiel Wohngemeinschaften mit Betreuungsleistungen, für kleine betreute Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen sowie für kleine, bezahlbare und barrierefreie Wohnungen für Menschen mit Behinderung, Sozialhilfeempfänger und Senioren.