Schlagwasser in Kallenhardt erhält neues Bett

Verbesserung für Ökologie, Hochwasserschutz und Naherholung

Kreis Soest (kso.2021.11.03.641.jw) Am Schlagwasser in Rüthen-Kallenhardt, direkt am Campingplatz, haben Renaturierungsarbeiten begonnen. Auf 200 Metern verändert die Wasserwirtschaft des Kreises den Gewässerverlauf, um die europäische Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen und den guten Zustand des Gewässers zu erreichen. Durch die natürliche Geländekante und das Anlegen einer Ersatzaue erhält das Gewässerbett einen Entwicklungskorridor, in dem es sich frei entwickeln kann. Diese Eigendynamik kennzeichnet natürliche Fließgewässer.

Renaturierung gestartet
Am Schlagwasser in Rüthen-Kallenhardt haben Renaturierungsarbeiten begonnen. Foto: Jennifer Weber/ Kreis Soest

Ein weiterer positiver Effekt ist der Hochwasserschutz. Indem Retentionsräume (in diesem Fall die Ersatzaue) aktiviert werden, fließen die Wassermengen langsamer und gleichmäßiger ab. Retentionsräume sind Rückhalteräume, die bei Hochwasserabflüssen überströmt werden. Vor allem die Campingplatzbesucher und Dauercamper können sich über den verbesserten Hochwasserschutz ihrer Caravan-Stellplätze freuen. Ein Teil der Flächen wurde dem Kreis Soest vom Camping-Club Altkreis Lippstadt unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

„Neben der Verbesserung der Ökologie und des Hochwasserabflusses profitieren die Camper und Erholungssuchenden von dem ansprechend gestalteten Gewässerlauf. Vom Wanderweg aus hat man einen guten Blick über die gesamte Maßnahme. Die geplante Brücke auf städtischem Gehweg ermöglicht ein Queren des Schlagwassers mittig vom Maßnahmengebiet“, erläutert Jennifer Weber, Projektleiterin in der Wasserwirtschaft.

Durch die Lieferengpässe in der Baubranche, insbesondere im Holzbau, verzögern sich die Lieferzeiten der Brückenbauwerke. Die Überwege werden teils provisorisch bis ins Frühjahr 2022 hergestellt, so dass die westlich des Schlagwassers liegenden Flächen von Fußgängern erreicht werden können. Ansonsten empfiehlt sich der Wanderweg östlich der L 776, am Parkplatz „Schlagwasser“ vorbei, um die Baustelle zu umgehen.

Ebenfalls werden im Rahmen der Maßnahme zwei Furten durchgängig gestaltet. Aktuell haben die Furten eine teils betonierte und gepflasterte Sohle, die nicht für alle Gewässerlebewesen durchwanderbar ist. Die Furten liegen 700 und 1.500 Meter oberhalb des Campingplatzes. Die bestehenden Fuß- bzw. Radüberwege bleiben erhalten.

Die Gesamtkosten der Maßnahme sind mit rund 170.000 Euro veranschlagt, die mit 80 Prozent vom Land NRW bezuschusst werden.