Informationen über Hochwasserschutz

Fachexkursion des Ausschusses für Umwelt und Landwirtschaft

Kreis Soest (kso.2021.10.01.574.ss) Unter dem Eindruck der aktuellen Hochwässer in Hagen und im Ahrtal unternahm der Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft des Kreises eine Exkursion nach Ostönnen, um sich über die dort getroffenen Hochwasserschutzmaßnahmen zu informieren. Nach dem verheerenden Hochwasser im September 1968 mit drei Todesopfern und enormen Sachschäden hatte der Kreis im Einzugsgebiet des Mühlenbaches das Hochwasserrückhaltebecken Höhbergtal gebaut sowie 2014 im anschließenden Unterlauf eine lokale Schutzmaßnahme in Mawicke durchgeführt.

Hochwasser-Schutzmaßnahmen
Mitarbeiter des Wasserverbandes Obere Lippe sowie der Kreisverwaltung Soest, Abteilung Umwelt, informierten den Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft des Kreises Soest anhand von zwei durchgeführten Schutzmaßahmen im Bereich von Werl-Ostönnen und Werl-Mawicke über Möglichkeiten zum Hochwasserschutz. Foto: H.-W. Neumann

Dipl.-Ing. Martin Lehmann, Betriebsleiter vom Wasserverband Obere Lippe, erläuterte den Ausschussmitgliedern die Funktion und Betriebsweise des vom Verband betreuten Hochwasserrückhaltebeckens. Die Besonderheit dieses Beckens liegt in seiner Dimensionierung des Stauraumes. Da seinerzeit durch den Autobahnbau genügend Dammmaterial vorhanden war, konnte der Stauraum so groß ausgelegt werden, dass neben dem maßgeblichen 100-jährlichen Staufall, zusätzlich ein in etwa gleich großer Zufluss komplett zurückgehalten werden kann. Anschließend wurde das Betriebsgebäude des Hochwasserrückhaltebeckens mit der installierten Mess-, Steuer- und Übertragungstechnik in Augenschein genommen.

Nach einem Wechsel in den Ortsteil Mawicke stellte Dipl.-Ing. Stephan Streicher, Projektleiter im Sachgebiet Wasserwirtschaft des Kreises, eine im Jahr 2014 fertiggestellte Schutzmaßnahme vor. Das Einzugsgebiet des Mühlenbaches beträgt hier schon stolze 27 Quadratkilometer. Da das oberhalb liegende Hochwasserrückhaltebecken lediglich rund 6,6 Quadratkilometer kontrollieren kann, verbleibt für Mawicke ein entsprechend hohes Hochwasserrisiko. Kern der Maßnahme ist ein an der Ostseite der Ortschaft Mawicke erstellter zwei Meter hoher Schutzdamm. Das Hochwasser wird nunmehr um die Ortschaft herumgeleitet. Hierzu musste ein sowohl technisch als auch planerisch aufwendiger Durchlass durch den nördlich verlaufenden Bahndamm gebaut werden. Durch die etwa 1,1 Kilometer lange naturnahe Umlegung des Mühlenbaches ist zusammen mit dem Dammbau ein Spagat von Hochwasser- und Naturschutz gelungen. Die Maßnahme wurde daher mit 80 Prozent der Kosten vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Philipp Büngeler, Abteilungsleiter Umwelt, kündigte den Ausschussmitgliedern abschließend ein Hochwasserschutzprojekt in Werl-Westönnen an. Parallel zu den ersten Planungen sollen hier in Kürze die Grunderwerbsverhandlungen gestartet werden.