Keine Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit

Veranstaltungsserie mit Tradition wird im kommenden Jahr fortgesetzt

Kreis Soest (kso.2021.09.30.564.fg) Vor 60 Jahren, im Jahr 1961, begann der Mauerbau in Ostdeutschland. Daran zu erinnern, hätten sich der Kreis Soest und der Internationale Garnisonsclub (IGCS) in diesem Jahr während ihrer Feier zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober zur Aufgabe gemacht. Aus Pandemiegründen haben die Organisatoren die Feier jedoch auf das nächste Jahr verschoben und gleichzeitig entschieden, die Veranstaltungsserie auch weiterhin fortzusetzen.

60 Jahren, im Jahr 1961, begann der Mauerbau in Ostdeutschland. Daran zu erinnern, hätten sich der Kreis Soest und der Internationale Garnisonsclub (IGCS) in diesem Jahr während ihrer Feier zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober zur Aufgabe gemacht. Aus Pandemiegründen haben die Organisatoren die Feier jedoch auf das nächste Jahr verschoben und gleichzeitig entschieden, die Veranstaltungsserie auch weiterhin fortzusetzen. |

„Für viele Menschen ist die Mauer noch in schmerzhafter Erinnerung. Sie hat den Menschen in Ostdeutschland die Freiheit genommen und Familien und Freundschaften voneinander getrennt. Sie hat einem System die Möglichkeit gegeben, massiv Einfluss auf die Selbstentfaltung ihrer Bürgerinnen und Bürger zu nehmen und undemokratisch zu handeln“, erinnert sich Landrätin Eva Irrgang.

Der 3. Oktober steht nicht nur für Grenzöffnung, Mauerfall und Wiedervereinigung, sondern auch für mutigen Widerstand und für Proteste der DDR-Bürger in einem Unrechtsstaat. Daran erinnern der Kreis Soest und der Internationale Garnisonsclub seit 14 Jahre in einer Veranstaltung mit einem für NRW besonderen Format.

Namhafte Redner aus dem Bundestag bzw. der Volkskammer der DDR und aus der Armee, ein ehemaliger Leiter und ein Häftling aus dem Stasi-Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen, aber auch ein Theaterwissenschaftler aus Ostdeutschland und eine koreanische Repräsentantin waren in den vergangenen Jahren bereits zu Gast. Darüber hinaus variierte das Format: Schülergruppen des Hubertus-Schwartz Berufskollegs präsentierten Ausarbeitungen. Interviews mit Zeitzeugen und Wissenschaftlern, aber auch Repräsentanten des polnischen Partnerkreises Strzelce Opolskie sowie ein Vertreter des Deutschen Polen-Institutes in Darmstadt bereicherten die Veranstaltung mit hochinteressanten Sichtweisen. Jede Vertreterin und jeder Vertreter warf einen eigenen, sehr persönlichen Blick auf die Zeit der deutschen Teilung und die damit verbundenen Schicksale und schließlich auf die historische Wende für Deutschland und die Welt.

Ein Vertreter und Zeitzeuge, sächsischer Politiker und Volkskammervertreter nach dem Mauerfall, betonte: Es seien zwei Dinge, die ihn besonders an der ehemaligen DDR gestört haben, zum einen die gnadenlose gesundheitsschädliche Umweltverschmutzung und zum anderen die ideologische Borniertheit. Es sei schwer auszuhalten gewesen, wenn selbst offensichtliche Wahrheiten nicht ausgesprochen werden durften, wenn diese der offiziellen Parteilinie widersprachen.

„Gerade diese ganz persönlichen Eindrücke machen glaubhaft deutlich, wie die Situation war. Daher wollen wir auch in Zukunft unsere Veranstaltungsserie fortsetzen, um an das große Glück der Wiedervereinigung und an das Unheil der deutschen Teilung zu erinnern und deutlich zu machen, wie kostbar Freiheit ist“, stellt Oberst d.R. Dirk Pälmer, Vorsitzender des IGCS e.V., heraus.